Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft: Weniger ist oft mehr
02.02.2026 - 11:10:12Die Regale quellen über mit speziellen Präparaten für Schwangere. Doch Experten warnen vor dem Gießkannenprinzip und unnötigen Kombiprodukten. Was ist im Winter 2026 wirklich nötig?
Folsäure und Jod: Der unverzichtbare Basis-Bedarf
Bei zwei Nährstoffen herrscht klarer Konsens: Folsäure und Jod gelten als Standard. Sie werden pauschal empfohlen, unabhängig von individuellen Blutwerten.
- Folsäure ist in der Frühschwangerschaft kritisch. Sie senkt das Risiko für Neuralrohrdefekte beim Embryo. Die Empfehlung: 400 Mikrogramm täglich, idealerweise ab vier Wochen vor der Empfängnis. Bei späterem Start raten Ärzte oft zu 800 Mikrogramm.
- Jod wird für die Entwicklung von Schilddrüse und Gehirn des Kindes benötigt. Da die Versorgung in Deutschland oft lückenhaft ist, sind 100-150 Mikrogramm zusätzlich zur Ernährung ratsam. Bei Schilddrüsenerkrankungen der Mutter ist jedoch Vorsicht geboten.
Vitamin D im Winter und das heikle Thema Eisen
Der Februar bringt eine spezifische Herausforderung: Vitamin-D-Mangel. Da die Haut in der dunklen Jahreszeit kaum Sonnenlicht tankt, rückt die Supplementierung in den Fokus. Fachleute empfehlen Schwangeren bei fehlender Eigensynthese 20 Mikrogramm (800 I.E.) pro Tag. Hochdosierte Präparate aus dem Internet sollten sie aber meiden.
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Noch kritischer ist der Umgang mit Eisen. Viele Kombipräparate enthalten es pauschal – doch das ist problematisch. Zu viel Eisen kann Beschwerden verursachen und oxidativen Stress fördern. Die Regel lautet: Erst den Wert beim Arzt checken lassen, dann gezielt dosieren. Ein pauschaler „Eisen-Boost“ ist nicht vertretbar.
Teure Kombipräparate: Viel hilft nicht viel
Trotz klarer Empfehlungen dominiert im Handel oft das Prinzip „Viel hilft viel“. Verbraucherschützer kritisieren regelmäßig überdosierte oder unnötig angereicherte Produkte.
Kritikpunkte sind:
* Die Beigabe von Nährstoffen, die bei ausgewogener Ernährung bereits ausreichend vorhanden sind (z.B. Vitamin C).
* Die Überschreitung empfohlener Höchstmengen.
* Massive Preisunterschiede: Einfache Folsäure-Jod-Präparate kosten Cent pro Tag, während „Premium-Kombis“ ein Vielfaches fordern – oft ohne nachweisbaren Zusatznutzen.
Vegan schwanger: Auf B12 und DHA achten
Für vegan oder vegetarisch lebende Schwangere gelten angepasste Regeln. Hier sind zwei Nährstoffe besonders wichtig:
- Vitamin B12 ist absolut unverzichtbar, da es in pflanzlicher Nahrung kaum vorkommt. Es ist essenziell für die neurologische Entwicklung des Kindes.
- Docosahexaensäure (DHA), eine Omega-3-Fettsäure, steckt primär in Fisch. Experten empfehlen Schwangeren ohne regelmäßigen Fischkonsum 200 mg DHA täglich – etwa über Algenöl-Präparate.
Der Trend geht weg von der Gießkanne hin zur Personalisierung. Bluttests für zu Hause könnten künftig Standard werden, um Nährstofflücken präzise zu identifizieren, statt sie auf Verdacht zu füllen.


