Nachhaltiger Dämmstoff im Industriemaßstab, Evonik CALOSTAT verändert Gebäude von innen
17.06.2026 - 09:14:50 | ad-hoc-news.deVerantwortlich: ad hoc news Fachredaktion Zubehoer & Komponenten. Vor der Veröffentlichung am 17.06.2026, 09:12 Uhr geprüft. Details im Impressum.
Evonik CALOSTAT liegt in der Hand wie ein unscheinbares, helles Paneel, fühlt sich trocken, fast kreidig an - und soll Fassaden und Dächer deutlich schlanker machen. Wer vor einer Rohbauwand steht, merkt schnell, wie viel Raum ein herkömmlicher Dämmaufbau frisst. CALOSTAT verspricht hohe Dämmleistung, nicht brennbar, dazu recyclebar.
Hintergründe zur Evonik-Aktie und zum Dämmstoffgeschäft
Wie stark Evonik auf Spezialprodukte wie CALOSTAT setzt und welchen Anteil nachhaltige Baustoffe am Gesamtprofil des Konzerns haben, zeigt ein Blick in die Finanzberichte und News.
Was CALOSTAT technisch auszeichnet
CALOSTAT ist ein mineralischer Hochleistungsdämmstoff auf Basis von Siliciumdioxid, der als druckstabile Platte angeboten wird. Die Wärmeleitfähigkeit liegt laut Hersteller bei rund 0,019 W/mK, also deutlich unter vielen klassischen Dämmstoffen wie Mineralwolle oder EPS.
Gleichzeitig gilt das Material als nicht brennbar und wird typischerweise in die Euroklasse A1 eingeordnet, was besonders bei Hochhäusern und anspruchsvollen Brandschutzkonzepten relevant ist. Weil CALOSTAT keine organischen Bestandteile enthält, entstehen im Brandfall keine toxischen Rauchgase.
Schlanke Wände, mehr Nutzfläche
Für Planer bedeutet die Kombination aus sehr geringer Wärmeleitfähigkeit und hoher Druckfestigkeit, dass Außenwände deutlich schlanker konstruiert werden können. Im dicht bebauten urbanen Umfeld kann das pro Etage spürbar mehr Nutzfläche bringen.
In energetischen Sanierungen lassen sich mit CALOSTAT zudem Dämmstandards erreichen, ohne Fensterlaibungen oder Balkone massiv anzupacken. Wer im Bestand arbeitet, kennt die typischen Konflikte zwischen Dämmstärke, Optik und Platz - hier will Evonik mit dem Material einen pragmatischen Ausweg bieten.
Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit
Evonik positioniert CALOSTAT klar als nachhaltige Alternative zu konventionellen Systemen. Die Platten sind silikonfrei, enthalten keine Flammschutzmittel und können laut Unternehmensangaben vollständig recycelt und wieder stofflich genutzt werden.
Für Bauherren, die ESG-Kriterien im Blick haben, ist auch die Lebensdauer interessant, denn mineralische Dämmstoffe altern in der Regel langsamer als viele Kunststoffe. Hinzu kommt, dass der Dämmstoff feuchtigkeitsbeständig ist und nicht schimmelt, was das Raumklima langfristig stabil halten soll.
Einsatzfelder von Fassade bis Technikraum
CALOSTAT wird unter anderem in hinterlüfteten Fassaden, Flachdächern und vorgehängten Elementfassaden eingesetzt. Auch in Modul- und Holzbauprojekten landet das Material als schlanke Dämmschicht in Wandelementen.
Darüber hinaus spielt der Dämmstoff in technischen Anwendungen eine Rolle, etwa zur Isolierung von Leitungen, Schächten oder Anlagenkomponenten, bei denen wenig Platz und hohe Temperaturen zusammentreffen. In diesen Nischen ist die Kombination aus Temperaturbeständigkeit und Nichtbrennbarkeit besonders attraktiv.
Handling auf der Baustelle
In der Praxis lassen sich CALOSTAT-Platten mit üblichen Werkzeugen schneiden, erzeugen dabei aber feinen Staub, der Schutzbrille und Maske sinnvoll macht. Das Material wirkt zunächst spröde, punktuelle Schläge können Kanten beschädigen.
Wer sauber arbeitet, erhält aber sehr maßhaltige Elemente, die sich präzise fügen lassen. Das fühlt sich anders an als das Stopfen von Mineralwolle in Hohlräume, eher wie das Verlegen großer, fester Kacheln in ein technisches System.
Preisniveau und Wirtschaftlichkeit
Im Vergleich zu klassischen Dämmstoffen liegt CALOSTAT klar im Premiumsegment, was Materialpreise und Systemlösungen angeht. Am Ende entscheidet die Gesamtrechnung aus Baukosten, gewonnener Nutzfläche und Betriebskosten über die Wirtschaftlichkeit.
Gerade bei hochwertigen Wohn- und Gewerbeimmobilien, in denen jeder Quadratmeter zählt, wirkt der höhere Materialpreis weniger abschreckend. Dort spielt der Dämmstoff seine Stärke aus, weil schlanke Wände in begehrten Lagen sehr schnell in Miete oder Verkaufspreis wieder eingespielt werden können.
Wo CALOSTAT an Grenzen stößt
Für einfache Einfamilienhäuser im Kostenfokus ist der Dämmstoff oft zu teuer, wenn die Grundstücksfläche nicht stark limitiert ist. Hier greifen Bauträger häufig zu bewährten, günstigeren Systemen.
Auch die Verfügbarkeit geschulter Verarbeiter ist punktuell noch ein Thema, denn nicht jedes Handwerksunternehmen kennt die Besonderheiten des Materials. Für großvolumige Projekte braucht es deshalb frühzeitige Abstimmung mit Fachplanern und Ausführenden.
Einordnung im Evonik-Konzern
Evonik zeigt mit CALOSTAT, wie das Unternehmen sein Spezialchemie-Know-how in konkrete, sichtbare Baustofflösungen übersetzt. Der Dämmstoff passt in die Strategie, über nachhaltige Materialien in wachstumsstarken Märkten wie Bau und Energieeffizienz präsent zu sein.
Die Aktie von Evonik (DE000EVNK013) notiert auf Xetra und spiegelt auch die Erwartungen an solche Spezialitätenportfolios wider, die weniger vom Massenchemiezyklus abhängen.
Kernfakten zu Evonik CALOSTAT
- Produkt: Evonik CALOSTAT
- Hersteller: Evonik Industries AG
- Kategorie: Zubehör/Ersatzteil, Hochleistungsdämmstoff für Bau und Technik
- Markteinführung: stufenweise seit den 2010er-Jahren in Europa
- UVP / Preis: Premiumsegment, konkrete Preise abhängig vom Projekt und Systemanbieter
- Verfügbarkeit: über spezialisierte Baustoffhändler und Systempartner in Europa
- Zielgruppe: Architekten, Bauingenieure, Bauträger, Modulbauer und Industrieplaner
- Besonderheit / USP: mineralischer, nicht brennbarer Hochleistungsdämmstoff mit sehr niedriger Wärmeleitfähigkeit und Recyclingfähigkeit
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