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New York: Vorsicht kehrt zurück - Zinspolitik zunehmend im Blick

01.07.2026 - 17:19:54 | dpa.de

Nach zwei Handelstagen an den US-Börsen mit teils kräftigen Gewinnen sind die Anleger am Mittwoch wieder vorsichtiger geworden.

Die Arbeitsmarktdaten des privaten Dienstleisters ADP sowie die Daten zur Unternehmensstimmung im Verarbeitenden Gewerbe (ISM) blieben zwar etwas hinter den Schätzungen zurück, doch ein sonderlicher Dämpfer für die Zinserhöhungserwartungen am Markt seien sie damit nicht, hieß es seitens der Helaba.

Der Nasdaq 100 US6311011026, der sich seit Wochenbeginn mit plus 4 Prozent weitgehend von seinem jüngsten Rücksetzer erholt hatte, gab im frühen Handel um 1,1 Prozent auf 29.950 Punkte ab. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072, der, was das abgeschlossene zweite Quartal betrifft, auf das stärkste seit sechs Jahren zurückblicken kann, zeigte sich prozentual unverändert bei 7.499 Zählern. Der Dow Jones Industrial US2605661048 pendelte zwischen moderaten Gewinnen und Verlusten und legte zuletzt um 0,2 Prozent auf 52.437 Punkte zu.

An den Finanzmärkten wird für die Ende Juli anstehende Sitzung zunehmend auf eine Zinsanhebung gewettet, welche festverzinsliche Wertpapiere im Vergleich zu Aktien begünstigen würde. Noch geht aber eine klare Mehrheit davon aus, dass die Währungshüter den aktuellen Zinssatz beibehalten werden.

Justin Onuekwusi, oberster Anlagestratege bei St. James's Place, gehört zu dieser Mehrheit. "Im letzten Quartal sind die Ölpreise gefallen, was es für eine Zentralbank schwierig macht, auf die Bremse zu treten und in dieser Situation mit Zinserhöhungen zu beginnen", sagte er. Für die September-Sitzung hielten sich die Erwartungen für eine Anhebung auf der einen Seite und für eine Beibehaltung oder sogar Zinssenkung die Waage auf der anderen Seite.

Erneut zogen Aktien mit Fokus auf das Thema Künstliche Intelligenz (KI) Aufmerksamkeit auf sich, denn Meta US30303M1027 will Kreisen zufolge ein Cloud-Infrastrukturgeschäft aufbauen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen berichtet, könnte der Zugang zu überschüssiger KI-Rechenleistung und zu KI-Modellen an externe Kunden verkauft werden. Zudem erwäge der Tech-Gigant, den Zugang zu "roher" Rechenkapazität zu verkaufen, ähnlich wie andere sogenannte "Neocloud"-Anbieter- etwa CoreWeave US21873S1087.

Während die Meta-Aktie im Nasdaq 100 als Spitzenwert mit plus 10 Prozent von dieser Neuigkeit profitierte, büßte das Papier von CoreWeave dort als einer der schwächsten Werte 13 Prozent ein.

Unter den Branchengrößen mit Cloudgeschäft verloren Oracle US68389X1054 1,0 Prozent während es Amazon US0231351067 gelang, ins Plus zu drehen. Auch die Aktien von Alphabet US02079K3059 und Microsoft US5949181045 ließen sich nicht beeindrucken und legten zu. Meta würde - sollten die Pläne umgesetzt werden -, auch Branchengrößen wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Google Cloud mit dem neuen Geschäftsfeld Konkurrenz machen.

Unter den Standardwerten ging der Blick vor allem auf Nike US6541061031. Der Sportwarenkonzern übertraf mit seinem Quartalsbericht trotz eines erneuten Rückgangs im chinesischen Markt überwiegend die Erwartungen. Dennoch wies der Adidas DE000A1EWWW0-Rivale ungeachtet eines Schubs durch die Fußball-WM auf eine insgesamt trübe Branchenstimmung hin, und Analysten zeigten sich von den Zielen für das laufende Quartal enttäuscht. Dass die Aktie trotzdem um 3,5 Prozent stieg und damit zweitstärkster Wert im Dow war, dürfte der vorangegangenen Kursschwäche geschuldet sein. Erst vor wenigen Tagen war das Papier mit 40 US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 12 Jahren gesackt.

Dow-Spitzenreiter war Salesforce US79466L3024 mit plus 5,2 Prozent. Die Aktie des Softwareherstellers profitierte von einer Hochstufung durch die Investmentbank Guggenheim auf "Buy". Zudem sind Software-Aktien allgemein an diesem Tag wieder gefragt, während Chip-Aktien unter Druck stehen.

Mit plus 9,0 Prozent reagierte unter den Werten aus den hinteren Reihen die Aktie von General Mills US3703341046 auf den vorgelegten Zwischenbericht des Lebensmittelherstellers zum abgelaufenen Quartal.

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