Aktien New York: Kurse geraten unter Druck - Bericht über Machtkämpfe im Iran
23.04.2026 - 20:19:30 | dpa.deDie Waffenruhe im Iran-Krieg steht zunehmend auf der Kippe und die Ölpreise steigen wieder. In Verbindung steht dies mit einem Bericht über eine sehr tiefe Krise in der Teheraner Führung. Bei US-Einzelwerten stand die Berichtssaison mit Licht und Schatten im Mittelpunkt.
Der Dow Jones Industrial US2605661048 weitete sein Minus zwei Stunden vor Schluss mit 49.106 Punkten auf 0,8 Prozent aus. Er ist der einzige Index, der wie schon in den vergangenen Tagen keinen Rekord aufstellen konnte. Nach zuvor erreichten Bestmarken sackten aber auch die beiden anderen US-Leitindizes klar ins Minus: Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 gab zuletzt um 0,8 Prozent auf 7.081 Punkte nach. Der Nasdaq 100 US6311011026 verlor 0,9 Prozent auf 26.695 Punkte.
Eine zweite Gesprächsrunde zwischen den Kriegsparteien USA und Iran bleibt nicht absehbar. Belastend wirkten weitere Angriffe und Drohungen gegen Schiffe in der Straße von Hormus, aber auch ein Bericht des israelischen Nachrichtensenders N12 über weitreichende Machtkämpfe im Iran. Im Zentrum dessen stehe Mohammad Baqer Qalibaf, der Sprecher des iranischen Parlaments, der bisher ein Koordinator der Kontakte mit den USA und dem Vermittlerland Pakistan gewesen ist. Laut dem Bericht ist dieser einer Intervention der Revolutionären Garden zurückgetreten.
Im US-Technologiesektor, der an der Nasdaq großes Gewicht hat, stand abrutschenden Software- und IT-Aktien eine Rally im Chipsektor gegenüber. Im Softwarebereich kochten alte Bedenken um die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz wieder hoch, gepaart mit der Befürchtung einer bremsenden Wirkung des Iran-Krieges.
Die Titel von ServiceNow US81762P1021 prägten das schlechte Software-Bild mit einem Kurseinbruch um 18 Prozent, nachdem das Unternehmen mit seinen Quartalszahlen enttäuscht hatte und dabei wegen des Nahost-Konflikts von Nachfrage-Verzögerungen berichtet hatte. Dies belastete sektorweit die Kurse: Auch die Titel von Microsoft US5949181045, Salesforce US79466L3024, Oracle US68389X1054 und Adobe US00724F1012 sackten im Größenbereich von vier bis neun Prozent ab.
Schlechte Nachrichten kamen im Technologiebereich auch von dem IT-Riesen IBM US4592001014, dessen Titel unter den größten Dow-Verlierern um etwa neun Prozent abrutschten. Hier galten erneute Sorgen vor dem störenden Einfluss der Künstlichen Intelligenz für die Anleger als schwere Belastung. Im ersten Quartal hatte IBM zwar starke Umsätze gemeldet, aber die Jahresziele nicht höher gesteckt.
Positiv gegenüber standen im Tech-Sektor die Chipwerte, angetrieben von Texas Instruments US8825081040 mit einem Kurssprung um 17 Prozent. Der Halbleiterhersteller profitierte in Zeiten des KI-Booms von den Ausgaben für Rechenzentren und meldete nicht nur ein starkes Quartal, sondern erfreute auch mit einem starken Jahresausblick. Die Bank of America sprach den Titeln daraufhin eine Kaufempfehlung aus.
Neben Microsoft der zweitgrößte Verlierer unter den "Magnificent 7" war Tesla. Nach der Ankündigung des Elektroautobauers, dass die Investitionen nochmals massiv erhöht werden, um sich neue Geschäftspotenziale im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu erschließen, büßte der Kurs 3,6 Prozent ein.
Im Dow wurden auch Honeywell US4385161066 und American Express US0258161092 zur Belastung, indem beide Aktien nach den vorgelegten Zahlen um 2,4 respektive 4,7 Prozent fielen. Am breiten Markt wurde bei Fluggesellschaften eine anfängliche Erholung gebremst, die noch mit den Resultaten von American Airlines begründet worden war. Zuletzt ging der Rückenwind aber wegen der wieder anziehenden Ölpreise verloren.
Gut da standen die Comcast US20030N1019-Titel nach der Bekanntgabe von Quartalszahlen, die über den Erwartungen lagen. Freundlich zeigten sich Werte aus dem Telekom-Sektor, der am Vortag stark unter Druck gestanden hatte. Die Titel von T-Mobile US US8725901040 erholten sich um fast drei Prozent von den jüngsten Verlusten, die von einem Bericht über eine potenzielle Kombination mit der Deutschen Telekom ausgelöst worden waren.
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