New York Schluss: Verluste nach Rekordjagd - Zinssorgen belasten
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 22:32 Uhr | dpa.deDie wichtigsten Aktienindizes gaben nach. Die Börsen seien zuletzt "heiß gelaufen", sagte ein Händler. Nun nehme die Wahrscheinlichkeit für Gewinnmitnahmen zu, auch größere Rücksetzer wären dem Beobachter zufolge keine Überraschung. Zudem drückten auch erneut aufgeflammte Zinssorgen auf die Stimmung.
Thierry Wizman, Devisen- und Zinsstratege des Investmentunternehmens Macquarie Group, verwies auf eine Rede von Lisa Cook, Mitglied des Gouverneursrats der Notenbank. Diese hatte ihre Bereitschaft erklärt, die Leitzinsen anzuheben, sollte sich das Inflationswachstum nicht verlangsamen. Höhere Zinsen aber lassen Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen weniger attraktiv erscheinen.
Der Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 fiel um 0,85 Prozent auf 53.885,10 Punkte. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 verlor 0,18 Prozent auf 7.709,96 Zähler. Beide Börsenbarometer hatten zur Wochenmitte einmal mehr Höchststände erreicht.
Für den Nasdaq 100 US6311011026 ging es um 0,39 Prozent auf 29.373,33 Punkte nach unten. In der Tech-Branche gab es einige enttäuschende Unternehmensnachrichten, so dass in dem technologielastigen Index mehrere Werte mit prozentual zweistelligen Kursverlusten herausragten.
Die Titel von Honeywell Aerospace US43849R1059 etwa sackten um gut 23 Prozent ab. Eine unerwartete Senkung der Prognose hatte die Anleger nur wenige Wochen nach dem Start des Zulieferers der Luftfahrt- und Rüstungsindustrie als eigenständiges Unternehmen aufgeschreckt.
Applovin US03831W1080, Betreiber einer Plattform für Marketing, mobile Werbung und App-Monetarisierung, hatte mit seinem Umsatz und seinem Margenausblick enttäuscht. Dies straften die Anleger mit einem Kursverlust in Höhe von fast 20 Prozent ab.
Die Aktien von Datadog US23804L1035 büßten nach ihrer jüngsten Rally 19 Prozent ein. Hier wiesen Analysten anlässlich der Geschäftszahlen auf die hohen Erwartungen der Anleger im Vorfeld der Ergebnisse sowie auf die verhaltene Prognose des Softwareunternehmens für den Rest des Jahres hin.
Western Digital US9581021055 war mit seiner Prognose für den Umsatz im laufenden Quartal hinter der Markterwartung zurückgeblieben, sodass die Papiere um 13 Prozent fielen. Das Unternehmen stellt Geräte und Komponenten zur Datenspeicherung her.
Die Anteilscheine von Motorola Solutions US6200763075 hingegen zogen um gut acht Prozent an. Der Hersteller sogenannter intelligenter Kameras hatte die Ziele für Umsatz und Gewinn in diesem Jahr nach oben geschraubt.
Derweil stabilisierten sich die Aktien der Weltraum- und KI-Firma SpaceX US84615Q1031 nach Ihrem Kursrutsch zur Wochenmitte und stiegen um gut sechs Prozent. Damit verdauten die Anleger eine nun erfolgte, erste Freigabe von Papieren aus einer gestaffelten Haltefristvereinbarung, die Insider zuvor am Verkauf der Titel gehindert hatte. Bei dieser Anlegergruppe handelt es sich vor allem um Altaktionäre und bestimmte Mitarbeiter, die so eine plötzliche Überflutung des Marktes mit Wertpapieren verhindert hatten.
Außerhalb der Tech-Branche legten die Anteilscheine von ConocoPhillips US20825C1045 um anderthalb Prozent zu. Der Öl- und Gasproduzent hatte im zweiten Quartal dank hoher Energiepreise deutlich mehr verdient als von Analysten im Mittel erwartet. Die Papiere von Ralph Lauren US7512121010 gewannen vier Prozent. Das Modeunternehmen hatte mit seinem bereinigten Gewinn je Aktie positiv überrascht./la/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
