Frankfurt Schluss: Dax vor Iran-Verhandlungen kaum verändert
10.04.2026 - 18:09:10 | dpa.de"Die Aufmerksamkeit liegt nun auf möglichen Verhandlungen in Pakistan, die voraussichtlich am Wochenende stattfinden werden", hieß es am Freitag von der Commerzbank mit Blick auf die Kriegsparteien im Nahen Osten. Unter vielen Faktoren dürfte der Erfolg eines dauerhaften Waffenstillstands von Israels Vorgehen im Libanon abhängen. Hier deuteten die jüngsten Nachrichten auf Verhandlungsbereitschaft hin.
Der Dax fiel um 0,01 Prozent auf 23.803,95 Punkte. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Plus von 2,74 Prozent. Die Verluste seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar sind damit aber noch nicht wettgemacht; kurz vor dem Ausbruch dieses bewaffneten Konfliktes hatte der Dax noch bei über 25.000 Punkten gestanden. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen deutschen Werten zog am Freitag um 1,10 Prozent auf 30.382,28 Punkte an.
Nach wie vor schauen die Investoren auf die Öl- und Gaspreise. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni blieb klar unter der viel beachteten Marke von 100 US-Dollar, zuletzt mussten gut 96 Dollar bezahlt werden. Am Mittwoch nach Vereinbarung der Waffenruhe im Iran-Krieg war der Preis fast auf 90 Dollar gesunken.
Vage Spekulationen über ein Ende des Kriegs in der Ukraine setzten Rüstungswerte deutlich unter Druck. Auslöser könnte die Reise des für Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland zuständigen Kremlgesandten Kirill Dmitrijew zu Gesprächen in die USA gewesen sein. Moskau bremste allerdings umgehend: Dieser führe keine Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Sein Besuch bedeute keine Wiederaufnahme der unterbrochenen Verhandlungen.
Gleichwohl waren im Dax Rheinmetall DE0007030009 mit einem Abschlag von 5,6 Prozent das klare Schlusslicht. Im MDax waren die drei Rüstungstitel Renk DE000RENK730, TKMS DE000TKMS001 und Hensoldt DE000HAG0005 die größten Verlierer mit bis zu 5,9 Prozent Abschlag.
Gesucht hingegen waren die Profiteure eines etwaigen Wiederaufbaus der Ukraine. Im Dax setzten sich Heidelberg Materials DE0006047004 mit plus 3 Prozent an die Spitze. Im MDax gewannen Bilfinger DE0005909006 1,7 Prozent und die Stahlhersteller Salzgitter DE0006202005 und Thyssenkrupp DE0007500001 7,6 respektive 3 Prozent.
Ansonsten zogen Ströer DE0007493991 um 4,7 Prozent an. Ein Börsenbrief hatte sich für die Papiere des Werbedienstleisters ausgesprochen.
Ihr Debüt im SDax DE0009653386 gaben die Papiere von Shelly BG1100003166, die um 0,2 Prozent zulegten. Das Technologieunternehmen mit Sitz im bulgarischen Sofia rückte für die Aktien von Gerresheimer DE000A0LD6E6 in den Nebenwerte-Index auf. Vor dem Hintergrund der Aufarbeitung von Bilanzierungsfehlern hatte der Verpackungsspezialist bis zum 31. März keinen testierten Jahres- und Konzernabschluss vorgelegt. Damit wurde eine Voraussetzung für die Notierung im SDax nicht erfüllt.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx EU0009658145 stieg um 0,51 Prozent auf 5.926,11 Punkte. In Zürich legte der SMI CH0009980894 nur etwas zu, während der britische FTSE 100 GB0001383545 geringfügig nachgab. In New York lag der Dow Jones Industrial US2605661048 zum europäischen Handelsschluss leicht im Minus./la/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
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