N26, Gründer

N26: Gründer Tayenthal gibt operatives Kommando ab

30.12.2025 - 15:01:12

Die Digitalbank N26 steht erstmals ohne ihre Gründer an der Spitze. Ein erfahrener UBS-Manager soll das Unternehmen professionalisieren und auf einen möglichen Börsengang vorbereiten.

Die deutsche Digitalbank N26 steht vor der größten Führungswechsel ihrer Geschichte. Mitgründer Maximilian Tayenthal verlässt zum Jahresende seine operative Rolle als Co-CEO – nur Monate nach dem Rückzug seines Partners Valentin Stalf. Damit ist die Neobank erstmals ohne ihre Gründer an der Spitze.

Eine Ära geht zu Ende

Maximilian Tayenthal übergibt seine täglichen Aufgaben bereits am 31. Dezember 2025. Seine zwölfjährige Amtszeit endet damit überraschend schnell. Erst im August war sein Mitgründer Valentin Stalf vom Co-CEO-Posten in den Aufsichtsrat gewechselt. Die ursprünglich geplante längere Übergangsphase wurde deutlich verkürzt.

Bis zum Amtsantritt des designierten alleinigen Vorstandsvorsitzenden Mike Dargan im April 2026 übernimmt ein Interim-Duo die Führung. Finanzvorstand Arnd Schwierholz und der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Marcus W. Mosen sollen die Stabilität im kritischen ersten Quartal 2026 sichern. Diese Lösung soll den Weg für Dargans strategischen Neustart ebnen.

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Vom Startup zur etablierten Bank

Die Berufung von Mike Dargan markiert einen strategischen Wendepunkt. Der aktuelle UBS-Vorstand für Technologie und Betrieb bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung aus dem traditionellen Bankgeschäft mit. Seine Ernennung signalisiert: Nach Jahren des hyper-agilen Wachstums setzt N26 nun auf institutionelle Reife und robuste Governance-Strukturen.

Analysten deuten diesen Schritt als klaren Kurswechsel. Die Berufung eines erfahrenen Managers einer globalen Systembank wie UBS soll die operativen Abläufe professionalisieren. Vor allem aber bereitet Dargan die Bank wohl auf einen möglichen Börsengang vor – ein langgehegter Traum der Investoren.

BaFin-Auflagen beschleunigen Wandel

Der Führungswechsel erfolgt unter massivem regulatorischem Druck. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hatte N26 Mitte Dezember neue Restriktionen auferlegt. Grund waren „erhebliche Mängel“ im Risiko- und Beschwerdemanagement. Die Behörde verbot unter anderem neue Hypothekendarlehen in den Niederlanden und setzte einen Sonderbeauftragten ein.

Diese Entwicklung setzt eine Reihe regulatorischer Herausforderungen fort. Zwar konnte N26 eine frühere Wachstumsbremse Mitte 2024 lockern. Die jüngsten Beanstandungen zeigen jedoch, dass die internen Kontrollen mit der Expansion nicht Schritt gehalten haben. Die jüngste Ernennung von Jochen Klöpper zum Chief Risk Officer unterstreicht die Dringlichkeit dieser Themen.

Trotz Turbulenzen: Geschäft brummt

Interessanterweise steht das operative Geschäft trotz der Governance-Herausforderungen auf solidem Fundament. N26 meldete bereits im Sommer 2024 die Gewinnschwelle erreicht zu haben. Für das Gesamtjahr 2025 prognostiziert das Unternehmen Vollprofitabilität – getrieben von einem Umsatzplus von 40 Prozent auf über 500 Millionen Euro.

Mit rund 1.500 Mitarbeitern und Millionen Kunden in 24 Märkten bleibt das Geschäftsmodell robust. Die große Frage für 2026 lautet: Kann die neue Führung diese finanzielle Dynamik bewahren, während sie gleichzeitig die von der BaFin geforderten Nachbesserungen umsetzt?

Der beschleunigte Abschied der Gründer von der operativen Bühne zeigt den Handlungsdruck. Der Aufsichtsrat, verstärkt durch Neuzugänge wie den ehemaligen Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret, professionalisiert die Strukturen radikal. Ob der Übergang von der disruptiven Fintech zum komplianten, profitablen Bankinstitut gelingt, wird sich im kommenden Jahr zeigen.

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