Mutares, Aktie

Mutares Aktie: Große Weichenstellung

15.01.2026 - 19:45:31

Mutares verkauft Batterielogistik-Tochter LiBCycle und integriert den milliardenschweren SABIC-Geschäftsbereich für technische Thermoplaste. Der Fokus liegt auf der operativen Bewältigung der großen Akquisition.

Mutares sortiert sein Portfolio neu: Während der Exit aus einem Spezialisten für Batterie-Logistik die Funktionsfähigkeit des Beteiligungsmodells unterstreicht, steht mit der SABIC-Transaktion ein Milliarden-Umsatz-Zukauf vor der Integration. Entscheidend wird sein, ob der Konzern die deutlich größere Akquisition operativ in den Griff bekommt. Genau hier setzt aktuell die Erwartungshaltung des Marktes an.

Zwei Deals, zwei Dimensionen

Heute meldete die Beteiligungsgesellschaft den Vollzug des Verkaufs ihrer 51-Prozent-Mehrheit an der LiBCycle GmbH an die Reverse Logistics Group (RLG). Die Transaktion war bereits am 14. Januar finalisiert worden und wird nun vom Markt verarbeitet.

LiBCycle wurde 2021 gegründet und ist auf das Management und den Transport defekter Lithium-Ionen-Batterien spezialisiert. 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 4,1 Millionen Euro. Für Mutares ist der Deal ein weiteres Beispiel dafür, kleinere Beteiligungen nach einer Entwicklungsphase an einen strategischen Käufer weiterzugeben. Die Gründer behalten 49 Prozent der Anteile, während RLG mit der Übernahme eine durchgängige Lösung für Batterierücknahme nach der neuen EU-Batterieverordnung aufbauen will.

Damit zeigt Mutares einmal mehr das klassische Muster seines Geschäftsmodells: Zukauf, Restrukturierung, anschließend Verkauf an einen industriellen Partner – in diesem Fall in einem stark regulierten Zukunftssegment.

SABIC-Kauf rückt ins Zentrum

Trotz des LiBCycle-Exits liegt der Fokus der Investoren klar auf der SABIC-Transaktion. Mutares hat die Übernahme des Geschäftsbereichs „Engineering Thermoplastics“ (ETP) von SABIC vereinbart – ein Carve-out mit völlig anderer Größenordnung.

Die wichtigsten Eckpunkte:

  • Kaufpreis: rund 450 Millionen US-Dollar
  • Jahresumsatz des Geschäfts: etwa 2,5 Milliarden US-Dollar
  • Markt: technische Thermoplaste in Europa und Amerika

Diese Akquisition hebt den Konzernumsatz von Mutares in eine neue Dimension. Sie signalisiert zugleich den Anspruch des Managements, nicht nur kleinere Randaktivitäten, sondern auch große Konzernteile von Weltkonzernen zu übernehmen und zu entwickeln.

Mit dem SABIC-Deal erweitert Mutares seine Präsenz im Chemie- und Materialsektor deutlich. Für die Gesellschaft bedeutet das mehr Skalierungspotenzial, aber auch eine anspruchsvolle Integrationsaufgabe – von Prozessen über Lieferketten bis hin zur Margenoptimierung.

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Kursbild, Analysten und Marktumfeld

An der Börse spiegelt sich diese Mischung aus laufenden Exits und großem Zukauf in einem soliden Kursniveau wider. Die Aktie notiert heute bei 34,65 Euro und damit nur leicht unter dem Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen hat der Titel jedoch bereits um gut 22 Prozent zugelegt. Auffällig ist auch der Abstand von knapp 19 Prozent zum 50-Tage-Durchschnitt, was auf einen klaren Aufwärtstrend der vergangenen Wochen hinweist.

Warburg Research reagierte bereits am 9. Januar und bestätigte seine Kaufempfehlung. Das Kursziel wurde auf 46,00 Euro angehoben. Ausgehend vom aktuellen Kurs ergibt sich damit ein zweistelliges prozentuales Aufwärtspotenzial. Diese Einschätzung passt zur operativen Dynamik: Neben SABIC und LiBCycle hatte Mutares mit dem Verkauf von Kalzip an Tremco CPG schon am 8. Januar eine weitere Transaktion vorgestellt.

Im Vergleich zum schwachen deutschen M&A-Markt 2025 zeigt sich das Unternehmen damit deutlich aktiver. Während IPOs weitgehend ausblieben, nutzte Mutares Konsolidierungsphasen in Branchen wie Chemie, Automotive und Engineering, um Assets zu günstigen Konditionen zu übernehmen und durch Verkäufe Erträge zu realisieren.

Ausblick: Integration und Ertragshebel

Für die nächsten Monate rückt vor allem die Integration des SABIC-ETP-Geschäfts in den Vordergrund. Gelingt es, die Profitabilität des rund 2,5 Milliarden US-Dollar schweren Umsatzträgers zu verbessern, dürfte sich das klar im Konzernergebnis, insbesondere beim EBITDA, niederschlagen.

Parallel bleiben weitere Exits aus dem bestehenden Portfolio relevant, weil sie die Basis für künftige Ausschüttungen legen. Aus charttechnischer Sicht konsolidiert der Titel derzeit im Bereich um 34,50 Euro, der als kurzfristige Unterstützungszone fungiert. Hält dieser Bereich und kommen positive Nachrichten zur SABIC-Integration hinzu, wäre dies eine solide Ausgangsbasis für den nächsten größeren Schritt im Kursverlauf.

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