Multivitamine bremsen biologischen Alterungsprozess
16.04.2026 - 23:01:07 | boerse-global.deDas zeigt eine aktuelle Studie, die neue Wege im Kampf gegen Altersleiden eröffnet.
Veröffentlicht im Fachblatt Nature Medicine am 9. März, liefert die Analyse der COSMOS-Studie erstmals robuste klinische Belege für diesen Effekt. Über zwei Jahre nahmen 958 gesunde Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von etwa 70 Jahren entweder ein Multivitamin-Präparat oder ein Placebo ein. Das Ergebnis: Die Vitamin-Gruppe alterte biologisch etwa vier Monate langsamer als die Kontrollgruppe.
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„Diese Ergebnisse kommen zum richtigen Zeitpunkt“, sagt Howard Sesso von Mass General Brigham, Senior-Autor der Studie. „Wir beginnen zu verstehen, wie wir das Tempo des Alterns auf zellulärer Ebene beeinflussen können.“ Besonders deutlich zeigte sich der Effekt bei zwei spezifischen epigenetischen Uhren – PCGrimAge und PCPhenoAge –, die als starke Prädiktoren für das Sterberisiko gelten.
Die Lücke zwischen Empfehlung und Realität
Doch während die Forschung Fortschritte macht, klafft in der Praxis eine bedenkliche Versorgungslücke. Die europäische Nutricare-Studie vom Oktober 2025 offenbarte alarmierende Defizite bei Bewohnern von Pflegeheimen. Über 90 Prozent der 387 untersuchten Personen hatten eine unzureichende Zufuhr von Vitamin D, Magnesium und Kalium.
Besonders kritisch ist die Vitamin-D-Versorgung. Unter den Bewohnern, die keine regelmäßigen Supplemente erhielten, wiesen im Winter 98 Prozent einen Mangel auf. Selbst im Sommer blieben 71 Prozent unter dem empfohlenen Wert. „Die aktuellen Speisepläne in Einrichtungen reichen oft nicht aus, um den erhöhten Nährstoffbedarf der Hochbetagten zu decken“, so die Studienautoren.
Neue Leitlinien setzen auf Protein und Nährstoffdichte
Diesem Problem wollen auch aktualisierte Ernährungsempfehlungen begegnen. Die US-Ernährungsrichtlinien 2025–2030, veröffentlicht am 7. Januar 2026, stellen die bisherige Lebensmittelpyramide auf den Kopf. Sie priorisieren nun hochwertiges Protein und nährstoffdichte Lebensmittel über raffinierte Kohlenhydrate.
Für ältere Erwachsene empfehlen die Richtlinien eine Proteinzufuhr von 1,2 bis 1,6 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht täglich – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem früheren Minimum von 0,8 Gramm. Ziel ist es, dem Muskelschwund im Alter entgegenzuwirken. Gleichzeitig betonen die Experten: Obwohl der Kalorienbedarf sinkt, bleibt der Bedarf an Mikronährstoffen wie Vitamin B12, Vitamin D und Calcium gleich oder steigt sogar.
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Subklinische Mängel sind weit verbreitet
Das Problem beschränkt sich keineswegs auf Pflegeheime. Die deutsche KORA-Age-Studie zeigt, dass Mikronährstoffmangel in der allgemeinen älteren Bevölkerung weit verbreitet ist. Bei etwa 52 Prozent der 65- bis 93-Jährigen lagen die Vitamin-D-Werte unter der empfohlenen Schwelle. Bei Vitamin B12 waren es 27,3 Prozent.
Epidemiologen identifizieren körperliche Inaktivität, Gebrechlichkeit und sehr hohes Alter als Hauptrisikofaktoren. Die hohe Prävalenz von Vitamin-B12-Mangel ist besonders relevant, da altersbedingte Veränderungen der Magensäureproduktion die Aufnahme aus tierischen Proteinen erschweren können.
Ausblick: Personalisierte Ernährung für gesunde Jahre
Die neuen Erkenntnisse markieren einen Wendepunkt in der Geriatrie. Der Fokus verschiebt sich von der reinen Lebensverlängerung hin zur Optimierung der Healthspan – der Anzahl gesunder Lebensjahre.
Künftig könnten biologische Altersmarker routinemäßig in geriatrische Assessments integriert werden, um Personen für frühe Ernährungsinterventionen zu identifizieren. Die einfache Multivitamin-Einnahme erweist sich dabei als potenziell wirksame und kostengünstige Basisstrategie. Doch sie ersetzt nicht eine gezielte Behandlung spezifischer Mängel, die nur durch systematisches Screening aufgedeckt werden können.
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