Multitasking-Mythos: Gehirn kann nicht parallel arbeiten
16.03.2026 - 00:00:25 | boerse-global.deEine neue Studie entlarvt Multitasking als Illusion. Das Gehirn schaltet nur rasend schnell zwischen Aufgaben hin und her, was zu Erschöpfung und Fehlern führt. Zeitgleich warnen Experten vor „AI Brain Fry“ – einer kognitiven Überlastung durch parallele KI-Nutzung.
Studie belegt: Unser Gehirn trickst uns aus
Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der FernUniversität in Hagen und der Medical School Hamburg veröffentlichten am 11. März 2026 klare Ergebnisse. Sie trainierten Probanden über zwölf Tage hinweg in einer Doppelaufgabe. Diese mussten per Hand die Größe eines Kreises anzeigen und gleichzeitig die Tonhöhe eines Geräuschs benennen.
Die Probanden wurden zwar schneller und machten weniger Fehler. Doch die zugrundeliegenden Prozesse im Gehirn liefen nie wirklich parallel ab. Stattdessen ordnete das Gehirn die Verarbeitungsschritte nur effizienter nacheinander an. Dieser Trick erweckt den falschen Eindruck von echter Gleichzeitigkeit.
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Der teure Preis des ständigen Wechsels
Dieses ständige Hin- und Herschalten hat einen hohen Preis. Es kostet wertvolle mentale Energie und führt zu schneller Ermüdung. Schon minimale Abweichungen von der trainierten Routine ließen die Fehlerquote der Studienteilnehmer in die Höhe schnellen.
Die Forscher warnen: Diese Erkenntnis ist vor allem für sicherheitskritische Situationen alarmierend. Sie erklärt, warum Telefonieren am Steuer trotz Übung riskant bleibt. Auch für Berufe wie Fluglotsen oder Simultanübersetzer sind die Grenzen der menschlichen Informationsverarbeitung entscheidend.
KI verschärft das Problem: „AI Brain Fry“
Moderne Technologie macht die kognitive Überlastung noch schlimmer. Eine Untersuchung vom 9. März 2026 identifiziert ein neues Phänomen: „AI Brain Fry“. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form der Erschöpfung durch paralleles Arbeiten mit KI-Tools.
In der Studie gaben 14 Prozent der befragten KI-Nutzer an, dieses Gefühl bereits erlebt zu haben. In technologieaffinen Abteilungen wie dem Marketing lag der Wert sogar bei 26 Prozent. Die Folgen sind konkret: Betroffene berichten von 33 Prozent mehr Entscheidungsmüdigkeit und 39 Prozent mehr schwerwiegenden Fehlern.
Experten sehen hier eine klare biologische Grenze. Mehr als drei parallel genutzte KI-Anwendungen überfordern das menschliche Gehirn demnach komplett.
Die Lösung: Monotasking statt Multitasking
Wie können Unternehmen und Arbeitnehmer gegensteuern? Die Antwort der Arbeitspsychologen ist einfach: Monotasking. Statt alles gleichzeitig zu wollen, raten sie zu strikter sequenzieller Arbeit.
Konkret bedeutet das: Feste, ungestörte Zeitfenster für konzentrierte Kernaufgaben schaffen. Nicht notwendige Benachrichtigungen ausschalten. Komplexe Tätigkeiten in kleine, abarbeitbare Schritte zerlegen. Diese klare Priorisierung schont die mentalen Ressourcen und steigert die tatsächliche Produktivität.
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Führungskräfte sind gefordert, solche Fokuszeiten aktiv zu ermöglichen und zu fördern.
Ein Wendepunkt für die Arbeitskultur
Die Studien markieren einen Wendepunkt. Jahrelang wurde Multitasking als erstrebenswerte Superkraft gepriesen. Die neurologischen Beweise zwingen nun zum Umdenken.
Die Erkenntnis ist eindeutig: Technologischer Fortschritt kann die Biologie unseres Gehirns nicht überlisten. Im Gegenteil – in einer Welt voller Ablenkungen wird die Fähigkeit, sich auf eine Sache zu konzentrieren, zur neuen Schlüsselkompetenz. Unternehmen, die das ignorieren, riskieren fehleranfälligere und erschöpfte Mitarbeiter.
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