Multitasking ist eine biologische Unmöglichkeit
13.03.2026 - 00:00:15 | boerse-global.deMultitasking ist für das menschliche Gehirn unmöglich. Das belegt eine aktuelle Studie dreier deutscher Universitäten, die diese Woche eine mediale Aufklärungskampagne starteten. Die Forscher warnen eindringlich vor den Risiken der vermeintlichen Parallelverarbeitung.
Die Illusion des Time-Sharing
Grundlage ist eine Studie, die bereits 2025 veröffentlicht wurde. Psychologen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der FernUniversität in Hagen und der Medical School Hamburg testeten, wie Probanden visuelle und auditive Aufgaben gleichzeitig bewältigen. Über zwölf Tage wurden die Teilnehmer schneller und machten weniger Fehler.
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Doch dieser Effekt ist trügerisch. „Das Gehirn lernt nicht, Dinge gleichzeitig zu tun“, stellt Torsten Schubert von der MLU klar. Stattdessen optimiere es nur die Reihenfolge der Verarbeitungsschritte. Es handelt sich um ein extrem schnelles, sequenzielles Abarbeiten – eine Illusion von Multitasking.
Der kognitive Flaschenhals
Die Grenzen dieses Systems zeigen sich bei kleinsten Störungen. Änderten die Forscher die Aufgaben nur minimal, brach die antrainierte Geschwindigkeit sofort ein. Die Fehlerquote der Probanden stieg rapide an, die Bearbeitungszeit verlängerte sich deutlich.
Für den Arbeitsalltag bedeutet das: Das Jonglieren mehrerer Aufgaben ist extrem störanfällig. „In herausfordernden Situationen ermüdet der kognitive Apparat sehr schnell“, erklärt Schubert. Der ständige Wechsel zwischen E-Mails, Telefonaten und Berichten verbraucht unverhältnismäßig viel mentale Energie und mindert die Arbeitsqualität.
Gefahren für Autofahrer und Piloten
Die Risiken gehen weit über den Schreibtisch hinaus. Die Wissenschaftler nutzen ihre Ergebnisse für eine klare Warnung. „Multitasking ist selbst bei stark routinierten Abläufen hochgradig riskant“, betont Tilo Strobach von der Medical School Hamburg. Das klassische Beispiel: Telefonieren am Steuer.
Besonders relevant sind die Erkenntnisse für sicherheitskritische Berufe. Fluglotsen oder Simultandolmetscher bewegen sich permanent an der Grenze der menschlichen Informationsverarbeitung. Ein genaues Verständnis dieser kognitiven Engpässe sei entscheidend, um Arbeitsprozesse und Sicherheitsmaßnahmen sinnvoll zu gestalten.
Das Ende einer Kernkompetenz?
Die aktuelle Diskussion trifft den Nerv der Zeit. Jahrelang galt Multitasking in Stellenausschreibungen als absolute Kernkompetenz. Doch Arbeitspsychologen beobachten eine zunehmende Abkehr von diesem Ideal.
Produktivitätsexperten raten stattdessen zu gebündelten Arbeitsblöcken. Konzentriert man sich 45 bis 90 Minuten auf eine einzige komplexe Aufgabe und schaltet Störfaktoren aus, steigen Qualität und Wohlbefinden. Die hohen Wechselkosten, die das Gehirn beim Hin- und Herspringen bezahlt, fallen weg.
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Arbeitswelt im Wandel
In den kommenden Jahren dürften die Erkenntnisse konkrete Folgen haben. Software-Entwickler werden wohl verstärkt Funktionen integrieren, die vor digitaler Reizüberflutung schützen. Bildungseinrichtungen stehen vor der Aufgabe, Strategien zur Aufmerksamkeitssteuerung in Lehrpläne aufzunehmen.
Die beteiligten Wissenschaftler kündigen weitere Forschungen an, um Sicherheitsstandards zu optimieren. Langfristig könnte die Abkehr vom Multitasking-Mythos zu einer entspannteren, nachhaltigeren und fehlerfreieren Arbeitskultur führen.
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