Monocam: Neue Handy-Blitzer sind jetzt Alltag auf deutschen Straßen
01.02.2026 - 14:54:12Die automatisierte Handy-Überwachung ist in Deutschland angekommen. Was als Pilotprojekt in Rheinland-Pfalz startete, ist heute gelebte Praxis mit scharfen Bußgeldern.
Vom Test zur Dauer-Überwachung
Herzstück der neuen Kontrollen ist das System „Monocam“. Es filmt schräg von oben in vorbeifahrende Autos. Eine KI analysiert den Videostream in Echtzeit und sucht nach typischen Handy-Haltungen. Bei Verdacht macht die Kamera ein Foto.
Die finale Bewertung obliegt aber immer noch Menschen: Geschulte Beamte der Bußgeldstelle prüfen die vorselektierten Bilder. Sie entscheiden, ob wirklich ein Verstoß vorlag oder der Fahrer sich nur am Kopf kratzte.
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Die Rechtslage ist jetzt klar
Lange gab es juristische Zweifel an der anlasslosen Erfassung aller Fahrzeuge. Diese Grauzone gehört der Vergangenheit an. Rheinland-Pfalz hat sein Polizei- und Ordnungsbehördengesetz (POG) novelliert und schuf so eine klare Rechtsgrundlage.
Auch die Gerichte bestätigen den Weg. Das Oberlandesgericht Koblenz urteilte, dass die Verkehrssicherheit den Eingriff rechtfertigt – Ablenkung ist eine der Hauptunfallursachen. Pauschale Einspruchsverfahren gegen die Technik haben kaum noch Erfolgschancen.
Das kostet der Griff zum Handy
Die Sanktionen sind empfindlich und lassen wenig Spielraum:
- Einfacher Verstoß: 100 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg.
- Mit Gefährdung: 150 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.
- Mit Unfall: 200 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.
Das Verbot gilt nicht nur fürs Telefonieren oder Tippen. Auch das Halten des Geräts zum Uhrzeit-Ablesen oder das Einklemmen zwischen Ohr und Schulter ist tabu. Der ADAC warnt: Die Regelung umfasst alle elektronischen Geräte wie Tablets oder E-Book-Reader.
Wird die Monocam zum Bundesmodell?
Rheinland-Pfalz stattet seine Polizeipräsidien in Mainz, Trier, Koblenz und Ludwigshafen mit der Technik aus. Andere Bundesländer beobachten das Vorreiter-Projekt genau.
Der Druck wächst: Unfallstatistiken zeigen bundesweit, dass Ablenkung am Steuer Alkohol als Unfallursache oft schon überholt hat. Da technische und rechtliche Hürden nun überwunden sind, rechnen Experten mit einer bundesweiten Ausweitung. Die Blaupause liegt vor.
Für Autofahrer bleibt nur eine sichere Lösung: Das Smartphone gehört in die Halterung oder in die Tasche. Die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, war noch nie so hoch.
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