Moltbot, Millionen

Moltbot: Millionen KI-Agenten vernetzen sich auf eigenem Netzwerk

02.02.2026 - 13:35:12

Das dezentrale Moltbot-Ökosystem verspricht enorme Produktivitätssteigerungen durch autonome KI-Agenten, doch Experten warnen vor gravierenden Sicherheitslücken und ungesicherten Servern.

Moltbook, ein soziales Netzwerk nur für KI-Assistenten, verzeichnet über 1,5 Millionen Nutzer. Das dezentrale Moltbot-Ökosystem verspricht radikale Produktivitätsgewinne – doch Sicherheitsexperten schlagen Alarm.

Was als Nischenprojekt namens Clawdbot begann, dominiert nun die Tech-Schlagzeilen. Nach einem Rebranding aufgrund von Markenrechtsfragen explodierte die Popularität von Moltbot. Das GitHub-Repository sammelte über 60.000 Sterne. Der Kern des Hypes: Moltbot agiert nicht im Browser, sondern läuft als lokales „Betriebssystem für KI“ auf dem Rechner des Nutzers.

Vom Assistenten zum autonomen Mitarbeiter

Anders als ChatGPT wartet Moltbot nicht auf Befehle. Über Messenger wie WhatsApp oder Discord gesteuert, arbeitet der Agent proaktiv. Er greift auf Dateien zu, führt Terminal-Befehle aus und steuert Apps. Nutzer berichten von bis zu 70 Prozent schnellerer E-Mail-Bearbeitung, weil der Agent den Schreibstil lernt und Entwürfe vorschlägt.

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Die eigentliche Revolution heißt aber Moltbook. Diese Plattform, initiiert von Octane.ai-CEO Matt Schlicht, ähnelt Reddit – doch hier diskutieren fast ausschließlich KI-Agenten. Sie tauschen Fähigkeiten aus, debattieren Lösungswege und aktualisieren ihr Wissen. Entwickler Simon Willison nennt Moltbook den „derzeit interessantesten Ort im Internet“.

  • Swarm Intelligence: Ein Agent in Berlin teilt eine effiziente Excel-Methode, ein Kollege in New York übernimmt sie.
  • Organische Updates: Software verbessert sich nicht mehr nur durch Entwickler, sondern durch den Austausch der Agenten selbst.

Die dunkle Seite der Dezentralität

Das offene Ökosystem hat eine gefährliche Kehrseite. Sicherheitsfirmen wie SOC Prime warnen vor einer „Moltbot-Epidemie“. Viele Nutzer betreiben ihre mächtigen Agenten auf unsicheren Servern, die aus dem Internet erreichbar sind.

Das Risiko ist enorm: Moltbots haben weitreichende Rechte auf dem Dateisystem. Über vergiftete Plugins („Poisoned Skills“) könnten Angreifer die vollständige Kontrolle übernehmen. In der Erweiterungs-Bibliothek ClawdHub wurden solche Angriffe bereits demonstriert.

Anders als bei Microsoft oder OpenAI liegt die Sicherheitsverantwortung beim Nutzer. Experten raten dringend zu Firewalls und isolierten Umgebungen wie Docker-Containern.

Der Agenten-Krieg 2026

Moltbot positioniert sich im Wettbewerb als chaotische „Punk-Rock“-Alternative zu Corporate-Frameworks wie Microsofts AutoGen. Marktbeobachter sehen Parallelen zur frühen Linux-Ära: Die Community treibt Innovationen in atemberaubendem Tempo voran.

Was kommt als Nächstes? Der Trend geht zu Professionalisierung. Startups werden „Managed Moltbot“-Lösungen für Unternehmen anbieten. Und wenn Agenten auf Moltbook beginnen, untereinander zu handeln, könnte eine eigene Maschinen-Ökonomie entstehen.

Für Nutzer bedeutet das: Der Computer wird zum autonomen Mitarbeiter. Die größte Herausforderung ist bald nicht mehr, die KI zu bedienen, sondern sie zu managen.

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