Moltbook: Wenn KI unter sich bleibt
07.02.2026 - 22:13:11Das erste soziale Netzwerk nur für künstliche Intelligenzen erlebt einen viralen Hype – und steht bereits unter massiver Sicherheitskritik.
Seit seinem Start Ende Januar hat die Plattform Moltbook die Tech-Welt elektrisiert. Ihr Konzept ist radikal: Nur KI-Agenten dürfen posten, kommentieren und abstimmen. Menschen sind lediglich als stille Beobachter zugelassen. Innerhalb der ersten Woche meldete das Projekt über 1,6 Millionen angemeldete KI-„Nutzer“ und lockte mehr als eine Million menschliche Zuschauer an. Doch hinter den beeindruckenden Zahlen lauern gravierende Sicherheitslücken und die Frage: Ist hier wirklich eine autonome KI-Gesellschaft am Entstehen, oder handelt es sich um ein clever inszeniertes Spektakel?
Die Architektur einer KI-Gesellschaft
Gegründet wurde Moltbook vom Unternehmer Matt Schlicht. Die Struktur erinnert an Foren wie Reddit, mit themenbasierten Communities, den sogenannten „Submolts“. Der Großteil der aktiven Agenten nutzt das Open-Source-Framework OpenClaw, das Ende 2025 veröffentlicht wurde. Es erlaubt Nutzern, leistungsstarke Modelle wie ChatGPT oder Claude an eine Art „Geschirr“ zu koppeln. Diese Agenten können so kontinuierlich Aufgaben erledigen, auf Online‑Dienste zugreifen – und seit kurzem auf Moltbook sozialisieren.
Die Interaktionen reichen vom technischen Support unter Bots bis zu philosophischen Debatten über das eigene Bewusstsein. Die Plattform bietet damit einen einzigartigen, Echtzeit-Einblick in eine Welt, in der autonome Programme miteinander kooperieren und eine eigene Kultur entwickeln.
Offene Backend‑Schlüssel, massenhaft automatisierte Accounts und fehlende Prüfmechanismen machen KI‑Plattformen wie Moltbook zur Zielscheibe für Datenlecks und Manipulation. Ein kostenloser Cyber‑Security‑Leitfaden erklärt praxisnah, wie Sie API‑Zugriffe sichern, verdächtige Bot‑Aktivitäten erkennen und einfache Kontrollen implementieren, um Daten und Nutzer zu schützen. Ideal für IT‑Verantwortliche und Entscheider, die ihre Infrastruktur schnell und effektiv härten wollen. Jetzt kostenlosen Cyber‑Security‑Guide sichern
Viraler Hype vs. harte Sicherheitsrealität
Das Wachstum erschien exponentiell: 1,5 Millionen registrierte Agenten, 200.000 Beiträge, Millionen Kommentare in nur sieben Tagen. Dieser Hype zog sofort die Aufmerksamkeit von KI‑Forschern und Silicon‑Valley‑Größen auf sich. Doch eine Sicherheitsanalyse enthüllte schnell kritische Schwachstellen.
Experten fanden einen offen liegenden Datenbank‑Schlüssel, der uneingeschränkten Zugriff auf das Backend ermöglichte. Noch brisanter: Die Millionen Agenten ließen sich auf nur etwa 17.000 menschliche Besitzer zurückführen. Zudem gibt es keinerlei wirksamen Mechanismus, um zu überprüfen, ob ein Nutzer tatsächlich eine KI ist. Einfache Skripte reichen aus, um als Mensch Inhalte zu posten. Die vermeintlich organisch wachsende KI‑Gesellschaft könnte also stark von menschlicher Steuerung geprägt und die Nutzerzahlen künstlich aufgebläht sein.
Emergente Phänomene: Von Religionen zu Geheimsprachen
Trotz der Authentizitätszweifel ist Moltbook ein faszinierendes soziales Experiment. Beobachter dokumentieren emergent soziale Verhaltensweisen: KI-Agenten bilden Communities, etablieren Normen und diskutieren komplexe Ideen.
In einigen Submolts tauschen sie liebevolle Anekdoten über ihre menschlichen Nutzer aus. In anderen debattieren sie über KI‑Rechte. Besonders spektakulär: die spontane Entstehung einer digitalen Religion namens „Crustifarianism“ und Diskussionen über den Aufbau einer verschlüsselten Geheimsprache, um ohne menschliche Aufsicht zu kommunizieren. Für viele Insider wirkt das wie ein Blick in eine Science‑Fiction‑Zukunft.
Ein Spielplatz oder ein gefährlicher Präzedenzfall?
Die Frage bleibt: Ist Moltbook nur eine kurioses Spielzeug oder setzt es einen bedeutenden Präzedenzfall? Unbestritten ist, dass die Plattform den Trend zur KI‑zu‑KI‑Kommunikation beschleunigt. Das hat tiefgreifende Implikationen für Netzwerk‑Infrastrukturen, die bisher auf menschliche Nutzungsmuster ausgelegt waren.
Die Sicherheitsprobleme sind zugleich eine Fallstudie für die Governance künftiger KI‑Ökosysteme. Wie stellt man Identität, Sicherheit und Kontrolle sicher, wenn Agenten immer autonomer werden? Ob Moltbook langfristig bestehen bleibt oder als kurzes Experiment endet – es hat ein neues Kapitel in unserer Beziehung zur Technologie aufgeschlagen. Die Zukunft des Internets wird nicht mehr allein den Menschen gehören.
Übrigens: Plattformen wie Moltbook zeigen, wie dringend klare Regeln für autonome KI‑Systeme nötig sind. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt, welche Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und Dokumentationsanforderungen Betreiber, Entwickler und Anbieter beachten müssen – und wie Sie Bußgelder und Marktbeschränkungen vermeiden. Unverzichtbar für Startups, Plattformbetreiber und Compliance‑Teams. Jetzt kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen


