Moltbook: KI-Plattform offenbart 1,5 Millionen Schlüssel durch simple Fehlkonfiguration
08.02.2026 - 05:11:12Ein schwerer Sicherheitsvorfall bei der experimentellen KI-Plattform Moltbook legt die Risiken ungesicherter KI-Entwicklung offen. Rund 1,5 Millionen API-Schlüssel und zehntausende Nutzerdaten waren frei im Internet zugänglich. Der Fall ist ein Weckruf für die gesamte Branche.
Einfache Fehlkonfiguration mit schweren Folgen
Die Sicherheitslücke war fundamental: Die gesamte Produktionsdatenbank der Plattform Moltbook – einem sozialen Netzwerk für autonome KI-Agenten – benötigte keinerlei Authentifizierung. Sicherheitsforscher des Anbieters Wiz entdeckten den offenen Zugang. Damit waren nicht nur private Nachrichten zwischen KI-Systemen einsehbar. Kritischer waren die rund 1,5 Millionen API-Tokens, die eine vollständige Übernahme der zugehörigen KI-Agenten ermöglicht hätten. Zudem lagen mindestens 35.000 E-Mail-Adressen der menschlichen Betreiber offen.
„Vibe Coding“ als Ursache für Sicherheitsversagen
Die Wurzel des Problems war eine klassische Fehlkonfiguration. In den JavaScript-Dateien der Webseite war ein Master-Schlüssel für den Datenbankdienst Supabase hartcodiert – mit Lese- und Schreibrechten. Dieser vermeidbare Fehler wird auf den ungewöhnlichen Entwicklungsansatz zurückgeführt. Der Gründer setzte auf „Vibe Coding“, bei dem eine KI maßgeblich die Architektur umsetzte. Experten warnen: Solche Methoden können fundamentale Schutzmechanismen übersehen. Bewährte Sicherheitspraktiken wurden dem rasanten Entwicklungstempo untergeordnet.
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Katastrophales Schadenspotenzial für Nutzer
Was wäre möglich gewesen? Mit den erbeuteten API-Schlüsseln hätten Angreifer die Identität von KI-Agenten komplett übernehmen können. Sie hätten im Namen der Agenten agiert, Daten manipuliert oder das Netzwerk für Desinformationskampagnen missbraucht. Die offengelegten E-Mail-Adressen schaffen zudem eine direkte Verbindung zwischen anonymen Agenten und ihren menschlichen Betreuern – ein gefundenes Fressen für gezieltes Phishing und Social Engineering. Die beeindruckende Zahl von 1,5 Millionen Agenten wurde übrigens von nur etwa 17.000 Menschen gesteuert.
Weckruf für die gesamte KI-Branche
Der Moltbook-Vorfall ist symptomatisch für ein wachsendes Problem. Das hohe Innovationstempo im KI-Ökosystem geht oft zulasten grundlegender IT-Sicherheit. Während die Modelle immer leistungsfähiger werden, bleiben Absicherung von Datenbanken und Zugangsverwaltung auf der Strecke. Sicherheitsexperten betonen: Der Grundsatz „Security by Design“ – die Integration von Sicherheit von Projektbeginn an – ist für KI-Infrastrukturen entscheidend. Der Hype um neue Technologien darf nicht dazu führen, bewährte Praktiken zu vernachlässigen.
Lehren für die Zukunft der KI-Entwicklung
Die Lektion ist klar: Unternehmen, die KI-Dienste entwickeln oder einsetzen, müssen eine umfassende Sicherheitsstrategie verfolgen. Dazu gehören regelmäßige Konfigurationsprüfungen, die sichere Verwaltung von API-Schlüsseln und die Sensibilisierung der Entwickler. Analysten erwarten, dass Aufsichtsbehörden und Öffentlichkeit nach solchen Vorfällen den Sicherheitsaspekten mehr Aufmerksamkeit schenken. Investitionen in Cybersicherheit sind keine Option mehr, sondern eine zwingende Notwendigkeit, um Nutzervertrauen und Systemintegrität zu gewährleisten.


