Mobileye kauft Robotik-Startup für 900 Millionen Euro
06.01.2026 - 23:09:12Der Autonomie-Spezialist Mobileye erweitert sein Geschäft mit einem spektakulären Zukauf weit über das autonome Fahren hinaus. Für rund 900 Millionen Euro übernimmt das Intel-Tochterunternehmen das KI-getriebene Robotik-Startup Mentee Robotics. Die Ankündigung auf der Technikmesse CES markiert den Start von „Mobileye 3.0“ – einer neuen Ära, in der die Technologien für selbstfahrende Autos und humanoide Roboter verschmelzen sollen.
Die Übernahme bedeutet eine deutliche strategische Weitung für Mobileye. Bisher war das Unternehmen vor allem als führender Anbieter von Fahrerassistenzsystemen (ADAS) und Technologien für autonomes Fahren bekannt. Nun zahlt es etwa 612 Millionen Euro in bar und rund 26,2 Millionen eigene Aktien, um in den Markt für humanoide Roboter einzusteigen.
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Mobileye sieht darin eine logische Weiterentwicklung seiner Kernkompetenzen. Das Unternehmen will sein Know-how in Computer Vision, KI-Chips und sicherheitskritischer Navigation nutzen, um die Entwicklung von Allzweck-Robotern zu beschleunigen. Mentee Robotics, erst 2022 gegründet, hat eine Roboterplattform entwickelt, die auf einem durchgängigen KI-Lernansatz („Sim2Real“) basiert. Diese ermöglicht es Robotern, Fähigkeiten aus der Simulation in die reale Welt zu übertragen – ohne aufwändige manuelle Programmierung.
„Die Integration von Mentees Vision-Sprache-Handlungs-Modellen mit unserer bewährten Autonomie-Architektur schafft einen sich selbst verstärkenden Vorteil“, so das Unternehmen. Durchbrüche in einem Bereich sollen demnach auch den anderen voranbringen.
Deal unter verwobener Führung
Besondere Aufmerksamkeit erregt die Transaktion wegen der personellen Verflechtungen. Prof. Amnon Shashua, Mitgründer und CEO von Mobileye, ist zugleich Mitgründer und Chairman von Mentee Robotics. Um Interessenkonflikte auszuschließen, wurde der Deal von einem unabhängigen Ausschuss des Mobileye-Aufsichtsrats geprüft und gebilligt. Shashua enthielt sich bei der Abstimmung der Hauptversammlung.
Auch Intel als Mehrheitseigner stimmte zu. Für die Frühinvestoren von Mentee Robotics bedeutet der Verkauf ein überwältigendes Exit-Szenario: Das Startup hatte zuvor lediglich etwa 17 Millionen US-Dollar an Wagniskapital eingesammelt.
Mentee Robotics wird als unabhängige Einheit innerhalb von Mobileye weitergeführt. Das Führungsteam um CEO Prof. Lior Wolf und CTO Prof. Shai Shalev-Shwartz – der gleichzeitig CTO von Mobileye ist – bleibt an Bord, um die technische Roadmap voranzutreiben.
Autonomes Fahren trifft Roboter-Hände
Die technologischen Überschneidungen zwischen beiden Feldern sind offensichtlich. Sowohl autonome Fahrzeuge als auch humanoide Roboter benötigen Systeme, die komplexe Umgebungen erfassen, in Echtzeit Entscheidungen treffen und Bewegungen präzise und sicher ausführen können.
Mentees Ansatz setzt konsequent auf KI. Statt auf starre Hardware-Steuerungen verlässt sich der Prototyp auf fortgeschrittene neuronale Netze für alles – von der Fortbewegung bis zur Handhabung von Objekten. Diese Philosophie passt zu Mobileyes Fokus auf effiziente Datenverarbeitung für komplexe Aufgaben.
Durch den Zugriff auf Mobileyes globale Lieferketten und seine jahrzehntelange Erfahrung mit automobiltauglicher Hardware soll die Kommerzialisierung der Roboter deutlich beschleunigt werden. Ein eigenständiges Startup könnte diesen Skalierungsschritt kaum so schnell vollziehen werden.
Kursgewinn und ehrgeiziger Zeitplan
Die Börse honorierte den strategischen Schritt zunächst: Die Mobileye-Aktie legte nachbörslich um rund sechs Prozent zu. Während der Markt für autonomes Fahren weltweit mit Verzögerungen und regulatorischen Hürden kämpft, gilt die humanoide Robotik vielen Investoren als das nächste große Feld für angewandte Künstliche Intelligenz.
Mobileye steckt sich ehrgeizige Ziele. Der Deal soll im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Noch im selben Jahr sind erste Proof-of-Concept-Einsätze bei Kunden geplant. Die Serienproduktion und breitere Kommerzialisierung sind für 2028 avisiert.
Damit tritt Mobileye in direkte Konkurrenz zu anderen Tech-Giganten und spezialisierten Startups im Rennen um Allzweck-Roboter. Die Wette des Unternehmens ist klar: Die „Gehirne“, die ein Auto steuern und eine Waschmaschine beladen, sind im Kern ähnlich. Wer beide Technologien besitzt, könnte das nächste Zeitalter der Automation definieren.
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