Mobbing, Arbeitsplatz

Mobbing am Arbeitsplatz wird zur stillen Epidemie

02.02.2026 - 21:01:12

Ein Regierungsbericht zeigt, dass 6,5 Prozent der Arbeitnehmer gemobbt werden. Die wirtschaftlichen Schäden sind enorm, und Experten fordern mehr Prävention.

Mobbing und Schikane im Job entwickeln sich zu einer stillen Epidemie. Über eine Million Arbeitnehmer in Deutschland sind laut einem aktuellen Regierungsbericht betroffen. Experten fordern dringend proaktivere Prävention.

Die Zahlen des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Auftrag gegebenen Mobbing-Reports sind alarmierend: Etwa 6,5 Prozent der abhängig Beschäftigten sind systematischen Anfeindungen durch Kollegen oder Vorgesetzte ausgesetzt. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Die Folgen reichen von Depressionen und Angststörungen bis hin zur langfristigen Arbeitsunfähigkeit.

Cybermobbing: Die neue, heimtückische Gefahr

Mit der Digitalisierung verlagert sich das Problem in den virtuellen Raum. Cybermobbing durch abfällige Chat-Kommentare, Gerüchte per E-Mail oder den Ausschluss aus digitalen Kanälen nimmt zu. Diese Form kennt keine räumlichen Grenzen und verfolgt Betroffene bis ins Privatleben. Experten sehen eine gefährliche Entwicklung: Negativverhalten aus sozialen Medien wird zunehmend in die Berufswelt übertragen.

Warum Mobbing für Unternehmen teuer wird

Arbeitgeber sind rechtlich verpflichtet, ihre Mitarbeiter zu schützen. Diese Fürsorgepflicht leitet sich aus Gesetzen wie dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ab. Die wirtschaftlichen Folgen der Pflichtvernachlässigung sind enorm:
* Hohe krankheitsbedingte Fehlzeiten
* Erhöhte Mitarbeiterfluktuation
* Signifikanter Produktivitätsverlust

Studien der Bundesanstalt für Arbeitsschutz beziffern den volkswirtschaftlichen Schaden durch psychische Erkrankungen in Milliardenhöhe.

Prävention statt Reparatur: So geht’s

Der Schlüssel liegt in der proaktiven Prävention. Es reicht nicht, nur eine Anlaufstelle für Betroffene zu schaffen. Entscheidend ist eine Kultur des Respekts und der offenen Kommunikation. Führungskräfte müssen hier mit gutem Beispiel vorangehen und eine klare Null-Toleranz-Haltung durchsetzen. Regelmäßige Schulungen sensibilisieren alle Mitarbeiter.

Ein wichtiges, aber oft stiefmütterlich behandeltes Instrument ist die gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen.

Anzeige

Arbeitgeber sind oft überfordert, wenn es um Gefährdungen psychischer Belastungen geht. Eine unvollständige Gefährdungsbeurteilung kostet Zeit, bringt rechtliche Risiken und verhindert wirksame Prävention. Holen Sie sich jetzt kostenlose, rechtssichere Vorlagen, Checklisten und einen praxisnahen Leitfaden zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen – inklusive Muster für Führungskräfte und Betriebsräte. Schützen Sie Ihre Mitarbeiter und reduzieren Sie Krankheitsausfälle sowie Kosten deutlich. Sofort-Download, leicht anpassbar für Ihren Betrieb. Jetzt kostenlose GBU-Vorlagen herunterladen

Ein gesellschaftliches Problem mit vielen Gesichtern

Mobbing ist kein Einzelphänomen, sondern spiegelt gesellschaftliche Entwicklungen wider. Ein Arbeitsumfeld mit starkem Leistungsdruck und unsicheren Hierarchien bietet einen Nährboden für Konflikte. Besonders häufig sind Vorgesetzte beteiligt – ein Fall von sogenanntem „Bossing“.

Überdurchschnittlich oft trifft es jüngere Arbeitnehmer, Auszubildende und Leiharbeiter. Da psychische Erkrankungen eine der Hauptursachen für Arbeitsausfälle sind, wird die Prävention von Mobbing zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe.

@ boerse-global.de