Evonik, DE000EVNK013

Mit Spezialadditiven für E-Autos: wie Evonik VESTAMID e²X den Leichtbau treibt

16.06.2026 - 14:10:29 | ad-hoc-news.de

Evonik positioniert sein Hochleistungspolyamid VESTAMID e²X als Werkstoff für Leichtbau-Komponenten in Elektro- und Hybridfahrzeugen. Was das Material technisch auszeichnet, wo es in der Praxis bereits eingesetzt wird und warum die Autoindustrie bei Thermoplasten genauer hinschaut.

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Verantwortlich: ad hoc news Fachredaktion Neuheiten & Launch. Vor der Veröffentlichung am 16.06.2026, 14:07 Uhr geprüft. Details im Impressum.

Evonik stellt mit VESTAMID e²X ein Hochleistungspolyamid vor, das gezielt für Leichtbau-Anwendungen in Elektro- und Hybridfahrzeugen entwickelt wurde und in der Industrie bereits in Serienprojekten eingesetzt wird. Das Material kombiniert eine hohe Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit mit sehr guten mechanischen Eigenschaften, wodurch es sich vor allem für Struktur- und Medienführungsbauteile im Antriebsstrang eignet. Nach Unternehmensangaben wird VESTAMID e²X unter anderem in Batteriegehäusen, Kühlmittelverteilerkomponenten sowie in komplexen Leitungsmodulen verwendet, wo es Metallteile ersetzt und Gewicht spart. Damit adressiert Evonik einen Kerntrend der Mobilitätswende: Materialien, die sowohl Reichweite als auch Sicherheit unterstützen, ohne die Kosten ausufern zu lassen. Die offizielle Produktseite von Evonik zu VESTAMID beschreibt die Materialfamilie als extrusionsfähige Hochleistungspolyamide mit Anwendungsschwerpunkt im Automobilbereich.

Was VESTAMID e²X technisch von Standardpolyamiden absetzt

VESTAMID e²X gehört zur Gruppe der teilkristallinen Polyamide, die Evonik seit Jahren unter der Marke VESTAMID für anspruchsvolle industrielle Anwendungen anbietet. Anders als klassische Polyamide für einfache Spritzgussteile zielt diese Produktlinie auf Funktionsteile, die dauerhaft Temperaturen von deutlich über 100 Grad Celsius und wechselnde Medien wie Kühlflüssigkeiten, Öle oder Salzlösungen aushalten müssen. Entscheidend ist dabei, dass die mechanische Festigkeit auch bei Temperaturspitzen und über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs stabil bleibt. Laut Evonik wird die e²X-Reihe so formuliert, dass sie einen engen Kompromiss aus Steifigkeit, Zähigkeit und Verarbeitbarkeit bietet, was komplexe Geometrien etwa für Kühlmittelverteiler oder Hochvolt-Stecker ermöglicht, ohne dass das Bauteil spröde wird oder sich unter Belastung dauerhaft verformt.

Im Fokus der Autohersteller steht vor allem der Leichtbau-Effekt des Materials: Wird ein metallisches Bauteil durch VESTAMID e²X ersetzt, lässt sich das Gewicht je nach Geometrie um 30 bis 50 Prozent reduzieren, in Einzelfällen auch mehr. Gleichzeitig eröffnet das Polyamid integrierte Funktionen im Bauteil, etwa Clips, Befestigungsaugen oder Dichtungssitze, die bei Metall in der Regel zusätzliche Bearbeitungsschritte erfordern würden. Das senkt Werkzeug- und Montagekosten und kann trotz höherem Materialpreis zu niedrigeren Gesamtsystemkosten führen. Die Eignung für komplexe, einstückige Bauteile ist auch der relativ niedrigen Verarbeitungsschmelztemperatur geschuldet, die Spritzgusszyklen wirtschaftlich hält und die Integration in bestehende Fertigungslinien erlaubt.

Ein weiterer technischer Vorteil ist die Medienbeständigkeit von VESTAMID e²X. In Elektro- und Hybridfahrzeugen müssen Bauteile nicht nur mit klassischen Motorölen zurechtkommen, sondern auch mit neu formulierten Kühlmitteln, Bremsflüssigkeiten und Batteriemedien. Polyamide sind von Haus aus polare Kunststoffe, die zu Wasseraufnahme neigen, was bei vielen Anwendungen kritisch ist. Evonik gibt an, die Rezeptur von VESTAMID e²X so angepasst zu haben, dass die Wasseraufnahme begrenzt bleibt und sich die Maße der Bauteile im erlaubten Toleranzfenster bewegen, auch wenn sie im Dauerkontakt mit Medien stehen. Diese Eigenschaft ist für Steckverbindungen und Dichtleisten entscheidend, weil schon geringe Maßänderungen die Dichtfunktion beeinträchtigen können.

Für die Elektrobranche ist auch das elektrische Verhalten des Werkstoffs wichtig. VESTAMID e²X wird so formuliert, dass es ausreichende Durchschlagfestigkeit und Kriechstromfestigkeit mitbringt, um in Bauteilen für Hochvoltanwendungen eingesetzt werden zu können. Solche Bauteile sind zum Beispiel Gehäuse von Leistungselektronik, Kabeldurchführungen oder Steckverbinder für 400- oder 800-Volt-Architekturen, wie sie im Premiumsegment zunehmend üblich sind. Je nach Typ können die Polyamide flammhemmend ausgerüstet werden, um Anforderungen wie UL94-V0 zu erfüllen, ohne auf halogenhaltige Flammschutzmittel zurückgreifen zu müssen, die in vielen Märkten zunehmend restriktiv reguliert werden.

Bemerkenswert ist auch der Fokus auf Nachhaltigkeitsaspekte, der sich bei VESTAMID e²X abzeichnet. Evonik kommuniziert für verschiedene VESTAMID-Typen verstärkt den Einsatz von biobasierten oder massenbilanzbasierten Rohstoffen, um den CO?-Fußabdruck über den Lebenszyklus zu senken. Für Bauteilabnehmer in der Automobilindustrie, die ihren eigenen Scope-3-Emissionsbericht verbessern wollen, spielen solche Materialdaten eine wachsende Rolle. Einige Fahrzeughersteller fordern inzwischen detaillierte Umweltproduktdeklarationen (EPDs) und bevorzugen Werkstoffe, deren Herstellprozess transparent und zertifiziert ist. Damit entwickelt sich VESTAMID von einem reinen Performance-Material zu einem Baustein in den Klimastrategien der OEMs.

Auf der Verarbeitungsseite zielt Evonik darauf, die Umstellung für Kunststoffverarbeiter möglichst gering zu halten. Die Polyamide der e²X-Reihe werden in Granulatform geliefert und lassen sich in gängigen Spritzguss- und Extrusionsanlagen verarbeiten, sofern diese für technische Kunststoffe ausgelegt sind. Werkzeugseitig sind Anpassungen vor allem in der Temperierung und in der Auslegung von Anguss- und Entlüftungssystemen nötig, um die Fließeigenschaften und Schrumpfung des Materials optimal zu nutzen. Verarbeiter berichten, dass sich VESTAMID in Serienfertigung ähnlich robust verhält wie etablierte technische Kunststoffe, sobald die Prozessfenster eingeregelt sind. Für Erstmuster und Bemusterung bietet Evonik technischen Support und Datenpakete zu rheologischen und mechanischen Kennwerten an.

Marktseitig positioniert Evonik VESTAMID e²X nicht als Massenware, sondern als Lösung für Bauteile mit klarer Funktionsanforderung und entsprechend höheren Margen. Neben Elektro- und Hybridfahrzeugen kommen hierfür auch Anwendungen in klassischen Verbrennern, im Nutzfahrzeugbereich sowie in der Industrie in Betracht, etwa bei Pumpen, Ventilen oder Medienleitungen in chemischen Anlagen. Mit der wachsenden Elektrifizierung und strengeren Emissionsvorgaben dürfte der Anteil von Leichtbaukunststoffen in Neufahrzeugen weiter zunehmen. Fachmedien verweisen darauf, dass Kunststoffe im Automobil bereits heute einen Anteil von 15 bis 20 Prozent am Gesamtgewicht haben, Tendenz steigend, wobei Hochleistungspolymere wie Polyamide überproportional wachsen. Ein Branchenbericht der Kunststoffindustrie skizziert, dass gerade bei E-Autos das Verhältnis von Kunststoffen zu Metallbauteilen weiter zugunsten der Polymere verschoben wird, um Reichweiten zu optimieren und komplexe Komponenten effizienter fertigen zu können. Ein Branchenbericht von kunststoffe.de betont, dass Leichtbau und E-Mobilität die Nachfrage nach technischen Kunststoffen im Automobil deutlich erhöhen.

Evonik setzt daneben auf Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette, um konkrete Anwendungsfälle für VESTAMID e²X in die Serie zu bringen. Dazu zählen gemeinsame Entwicklungsprojekte mit Automobilherstellern und Tier-1-Zulieferern, bei denen Bauteile von Anfang an für den Einsatz von Hochleistungskunststoffen ausgelegt werden. Im Unterschied zu reinen Materialsubstitutionen ermöglichen solche Co-Developments eine funktionsintegrierte Konstruktion, bei der etwa Kühlkanäle, Sensoraufnahmen und Befestigungselemente in einem einzigen Bauteil vereint werden. Diese Vorgehensweise verspricht den größten Leichtbau- und Kostenvorteil, erfordert aber frühzeitige Materialentscheidung in der Fahrzeugentwicklung. Evonik kann hier mit seinem Portfolio an Additiven, Compounds und Anwendungen auf vorhandene Kontakte in der Automobil- und Kunststoffbranche aufbauen.

Auf regionaler Ebene dürfte der asiatische Markt eine besonders wichtige Rolle für VESTAMID e²X spielen. In China, Südkorea und Japan entstehen derzeit viele neue Elektrofahrzeugplattformen, bei denen die Hersteller bereit sind, von traditionellen Materialkonzepten abzuweichen und stärker auf hochspezialisierte Polymere zu setzen. Gleichzeitig wächst in Europa der Druck, die Wertschöpfung rund um E-Mobilität zu stärken, was Entwicklungskooperationen mit europäischen OEMs begünstigt. Evonik ist mit Produktions- und Vertriebsstandorten in allen wesentlichen Regionen vertreten und kann so lokale Projektteams unterstützen, die die jeweiligen regulatorischen Rahmenbedingungen und Anforderungen der Kunden kennen.

Im Ergebnis liefert VESTAMID e²X Evonik ein plastisches Beispiel dafür, wie sich ein Chemieunternehmen in der Wertschöpfungskette der E-Mobilität positionieren kann: nicht im Sichtfeld des Endkunden, aber mit entscheidenden Materialien, die Reichweite, Sicherheit und Kosten von Fahrzeugen mitbestimmen. Für Investoren ist interessant, dass der Konzern in seinen Geschäftsfeldern zu einem erheblichen Teil auf Spezialchemie mit hohen Eintrittsbarrieren setzt, statt auf Commodity-Produkte. Die Aktie von Evonik (DE000EVNK013) notiert laut aktuellen Börsendaten am Handelsplatz Xetra im Bereich von rund 20 Euro und spiegelt damit einen Konzern wider, der sich zwischen zyklischer Chemienachfrage und wachstumsstärkeren Spezialsegmenten bewegt. Die Börse Frankfurt weist für Evonik laufende Xetra-Notierungen aus, an denen sich Anleger orientieren können.

Vertiefen & einordnen

Hintergründe zur Evonik-Aktie

Wer die Entwicklung von Spezialchemie-Produkten wie VESTAMID e²X besser verstehen möchte, findet in den Unternehmens- und Finanzberichten von Evonik zusätzliche Details zu Strategie, Segmentstruktur und Investitionsschwerpunkten.

Kernfakten zu VESTAMID e²X

  • Produkt: VESTAMID e²X
  • Hersteller: Evonik Industries AG
  • Kategorie: Neuheit/Launch - Hochleistungspolyamid für Elektro- und Hybridfahrzeuge
  • Markteinführung: sukzessive in den vergangenen Jahren, ausgebaut für E-Mobilitätsanwendungen
  • UVP / Preis: projekt- und anwendungsspezifische Industriepreise, nicht öffentlich gelistet
  • Verfügbarkeit: über Evonik-Vertrieb und ausgewählte Distributoren weltweit
  • Zielgruppe: Automobilhersteller, Tier-1- und Tier-2-Zulieferer, industrielle Anwender mit Leichtbau- und Medienbeständigkeitsanforderungen
  • Besonderheit / USP: Kombination aus hoher Temperatur- und Medienbeständigkeit, guten elektrischen Eigenschaften und Leichtbaupotenzial für komplexe Bauteile in Elektro- und Hybridfahrzeugen

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Dieser Artikel wurde a.i.-gestützt erstellt und redaktionell geprüft. Produktinformationen ohne Gewähr; Preise und Verfügbarkeit können sich kurzfristig ändern. Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Börsengeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.

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