Infineon, DE0006231004

Mit SiC-Power und 800-Volt-Architektur: Wie Infineons CoolSiC MOSFETs die E-Auto-Plattform stärken

16.06.2026 - 11:51:10 | ad-hoc-news.de

Infineon positioniert seine CoolSiC MOSFETs als zentrale Leistungshalbleiter für 800-Volt-Architekturen in Elektroautos. Was die Bausteine technisch auszeichnet, für welche Inverter-Leistungen sie ausgelegt sind und warum sie für Autohersteller interessant sind.

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Verantwortlich: ad hoc news Fachredaktion Neuheiten & Launch. Vor der Veröffentlichung am 16.06.2026, 11:49 Uhr geprüft. Details im Impressum.

Infineon Technologies schärft sein Angebot für Elektroauto-Plattformen und stellt Hersteller mit den CoolSiC MOSFET-Bausteinen gezielt auf höhere Reichweiten und Schnellladeleistungen ein. Die Leistungs-Halbleiter aus Siliziumkarbid (SiC) zielen unter anderem auf Traktionsinverter mit 800-Volt-Architektur und Systemleistungen bis in den dreistelligen Kilowatt-Bereich. Laut Infineon erreichen die Bausteine deutlich geringere Schaltverluste als vergleichbare Silizium-Lösungen, was OEMs zusätzliche Spielräume bei Effizienz und Packaging eröffnen soll. Die Baureihe umfasst diskrete MOSFETs ebenso wie Leistungs-Module; sie lässt sich in klassischen, aber auch in kompakten E-Achsen einsetzen, die Leistungselektronik, Motor und Getriebe in einem Bauteil zusammenfassen. Die offizielle Produktseite von Infineon beschreibt CoolSiC explizit als Baustein für Traktionsinverter, On-Board-Charger und DC-Ladeinfrastruktur mit Nennspannungen bis 1200 Volt.

SiC-Leistungstransistoren für 800-Volt-Inverter und Schnellladen

Im Zentrum der Produktlinie stehen CoolSiC MOSFETs mit Sperrspannungen von typischerweise 650 und 1200 Volt, die auf Schaltfrequenzen im zweistelligen Kilohertz-Bereich ausgelegt sind. In der Praxis decken sie damit klassische 400-Volt-Bordnetze ebenso ab wie die zunehmend verbreiteten 800-Volt-Systeme, mit denen Hersteller Ladezeiten verkürzen und Kabelquerschnitte reduzieren wollen. Ein Vorteil von Siliziumkarbid gegenüber herkömmlichen IGBTs liegt im weitgehend fehlenden Tail-Current und in niedrigeren Schaltverlusten, sodass Entwickler entweder die Effizienz des Inverters steigern oder die Kühlanforderungen reduzieren können. Für den Endkunden kann dies – bei gleicher Batteriekapazität – in mehr Reichweite oder schnelleren Ladevorgängen resultieren. Fachportale wie EE Times verweisen darauf, dass SiC-Technologien insbesondere bei hohen Spannungen und Leistungen von mehreren zehn bis mehreren hundert Kilowatt ihre Stärken ausspielen. EE Times berichtete zu einem Portfolio-Update, dass Infineon mit neuen CoolSiC-Varianten gezielt den Markt für E-Auto-Traktionsinverter adressiert.

Technisch arbeitet Infineon an mehreren Stellschrauben, um die Bausteine für die Automobilindustrie attraktiv zu machen. Dazu zählen optimierte RDS(on)-Werte zur Verringerung der Leitverluste, robuste Gate-Oxide für langjährige Zuverlässigkeit und Gehäusekonzepte, die thermische Pfade in Richtung Kühlplatte verbessern. Das Unternehmen bietet beispielsweise MOSFET-Module in Formfaktoren wie EasyPACK und Full-Bridge-Konfigurationen an, die sich in modulare Inverter-Strukturen integrieren lassen. Ergänzend sind passende Gate-Treiber und Referenzdesigns verfügbar, mit denen Entwicklungsabteilungen das Zusammenspiel aus Transistor, Ansteuerung und Schutzschaltung verifizieren können. Parallel verfolgt Infineon die Qualifizierung nach AEC-Q101 beziehungsweise AEC-Q102, um die Anforderungen der Automobil-Zulieferkette zu erfüllen. Dass SiC inzwischen über Pilotprojekte hinausgeht, zeigen laut Branchenberichten steigende Design-Wins bei internationalen OEMs, die ihre nächsten E-Plattform-Generationen konsequent auf energieeffiziente Leistungs-Halbleiter umstellen. In einem Beitrag von Yole Group wird Infineon regelmäßig als einer der führenden Anbieter im SiC-Markt genannt, was die strategische Bedeutung der CoolSiC-Produktlinie unterstreicht. Die Marktanalyse von Yole Group ordnet Infineon im Wettbewerb der SiC-Anbieter unter den Top-Playern ein und hebt insbesondere den Fokus auf Automotive-Anwendungen hervor.

Für Fahrzeughersteller ist neben den reinen Datenblättern entscheidend, wie stabil die Lieferkette hinter einem solchen Schlüsselbaustein ist. Infineon investiert dazu in neue Fertigungskapazitäten, unter anderem in Dresden und Kulim, und schließt langfristige Wafer-Versorgungsverträge mit Kristallherstellern, um den Bedarf an SiC-Substraten abzusichern. Laut Unternehmensangaben sollen die zusätzlichen Kapazitäten es ermöglichen, die erwartete Nachfrage aus dem E-Mobilitätsmarkt bis zum Ende des Jahrzehnts zu bedienen. Gleichzeitig werden Test- und Qualifikationsprozesse ausgebaut, um Großserien-Automobilprojekte mit hohen Stückzahlen abzufedern. Für Zulieferer, die Inverter und komplette E-Achssysteme entwickeln, kann der Zugriff auf eine breite, langfristig verfügbare SiC-Produktpalette ein wichtiges Argument sein, wenn es um Plattformentscheidungen für nächste Fahrzeuggenerationen geht.

Im Ergebnis richtet Infineon die CoolSiC MOSFET-Reihe klar auf die Bedürfnisse des E-Mobilitätsmarktes aus und versucht, Technikvorsprung mit Fertigungstiefe zu kombinieren. Die Bausteine adressieren neben Traktionsinvertern auch On-Board-Charger und DC-Schnellladestationen, bei denen Effizienz und Bauraum zentrale Kennzahlen sind. Damit reiht sich CoolSiC in eine Reihe von strategisch relevanten Produktfamilien ein, mit denen Infineon seine Stellung als weltweit bedeutender Anbieter von Leistungshalbleitern festigen will. Für Investoren ist interessant, dass das SiC-Segment als einer der Wachstums-Treiber des Konzerns gilt und eng mit den großen Ausbauprojekten im Fertigungsverbund verknüpft ist. Die Aktie von Infineon Technologies (DE0006231004) notiert am 16.06.2026 auf Xetra bei 80,35 Euro, was die Börse Frankfurt in ihren aktuellen Kursdaten ausweist. Die Kursinformationen der Börse Frankfurt zeigen am Mittag einen Xetra-Preis von rund 80 Euro je Infineon-Anteilsschein.

Wichtige Eckdaten zu Infineons CoolSiC MOSFETs

  • Produkt: CoolSiC MOSFET (Automotive-Leistungshalbleiter)
  • Hersteller: Infineon Technologies AG
  • Kategorie: Neuheit/Launch
  • Markteinführung: sukzessive seit etwa 2018, Portfolio laufend erweitert
  • UVP / Preis: abhängig von Konfiguration und Stückzahl, typischerweise im einstelligen bis zweistelligen Euro-Bereich pro Baustein
  • Verfügbarkeit: über Infineon-Vertrieb und autorisierte Distributoren, international im B2B-Geschäft
  • Zielgruppe: Automobilhersteller, Tier-1-Zulieferer, Entwickler von Traktionsinvertern, E-Achsen, On-Board-Chargern und DC-Ladesäulen
  • Besonderheit / USP: SiC-Technologie mit niedrigen Schaltverlusten für 400- und 800-Volt-Systeme, automotive-qualifiziert und in skalierbaren Modulen verfügbar

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