Aktien Europa: Gewinne - Gute Vorgaben stützen
09.06.2026 - 12:08:00 | dpa.deDas vorläufige Ende der gegenseitigen Angriffe von Israel und Iran stützte etwas. "Auch wenn ein Friedensvertrag zwischen Washington und Teheran vorerst Wunschdenken bleibt, setzen die Märkte darauf, dass die Spannungen nicht auf eine neue Eskalationsstufe gehoben werden", stellte Timo Emden, Marktanalyst von Emden Research, fest. Dies zeigte sich auch in den gesunkenen Ölpreisen.
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 gewann ein Prozent auf 6.123,19 Punkte. Außerhalb des Euroraums kletterte der Schweizer SMI CH0009980894 um 0,46 Prozent auf 13.381,84 Punkte, während der britische FTSE 100 GB0001383545 um 0,39 Prozent auf 10.332,96 Punkte sank. Hier belasteten Verluste von Öl- und Pharmawerten etwas.
Zu den Gewinnern gehörten die Halbleiterwerte. Sie folgten damit starken Vorgaben der Wall Street und aus Asien. Anleger nutzen die zuletzt gefallenen Kurse zum Einstieg.
"Aktuell spricht vieles dafür, dass die Geschwindigkeit der Künstliche-Intelligenz-Entwicklung weiterhin unterschätzt wird", betonte Analyst Hagen Ernst vom Vermögensverwalter DJE Kapital. Solange die verfügbaren Kapazitäten nicht ausreichten, geht er von einem anhaltenden Trend aus - mit den größten Engpässen bei Speicherchips. ASML NL0010273215 legten um ein Prozent zu, STMicro NL0000226223 um 1,6 Prozent.
Im Chemiesektor ragten Givaudan CH0010645932 mit 6,3 Prozent Aufschlag hervor. Die Deutsche Bank hatte das Kursziel von 3.000 auf 3.300 Franken angehoben und die Aktien von "Hold" auf "Buy" hochgestuft. Die Nachfrage bleibe solide, so Analystin Virginie Boucher-Ferte. Die US-Bank JPMorgan hatte den Wert zudem unter "Positive Catalyst Watch" eingeordnet.
Am Ende des Feldes bewegten sich dagegen die Pharmawerte. Hier belasteten die Verluste von GSK GB0009252882, die um 3,1 Prozent sanken. Der britische Pharmakonzern baut sein Krebsgeschäft mit der milliardenschweren Übernahme des US-Biotechunternehmens Nuvalent US6707031075 weiter aus. Der gesamte Wert der Transaktion beläuft sich auf rund 10,6 Milliarden US-Dollar.
Nach Ansicht der Analysten der Investmentplattform Hargreaves Lansdow stärkt GSK mit dem Zukauf seine Stellung im Bereich zielgerichteter Krebstherapien und erweitert zugleich seine Wirkstoffpipeline. Aus Sicht der UBS bietet Nuvalent zwei weit vorangetriebene Wirkstoffkandidaten gegen verschiedene Lungenkrebsvarianten, die noch vor 2030 einen Umsatz- und Ergebnisbeitrag liefern könnten.
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