New York: Anleger vorsichtiger - Waffenruhe steht auf der Kippe
23.04.2026 - 16:41:06 | dpa.deDie Waffenruhe im Iran-Krieg steht zunehmend auf der Kippe und die Ölpreise steigen wieder, was vor dem Hintergrund des guten Laufs wieder etwas vorsichtiger stimmt. Die Berichtssaison stand bei Einzelwerten mit Licht und Schatten im Mittelpunkt.
Der Dow Jones Industrial US2605661048 verlor gegen Ende der ersten Handelsstunde 0,1 Prozent auf 49.442 Punkte. Er ist der einzige Index, der in den vergangenen Tagen keinen Rekord aufgestellt hatte. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 blieb am Donnerstag dicht an seiner Bestmarke, die er Ende der Vorwoche erreicht hatte. Zuletzt gab er um 0,1 Prozent auf 7.128 Punkte nach.
Die Sorgen vor einer anhaltenden Sperrung der Straße von Hormus und einer verschärften Energiekrise bleiben präsent, weil die USA und der Iran nicht locker lassen und eine zweite Gesprächsrunde nicht absehbar ist. US-Präsident Donald Trump gibt dem Iran Berichten zufolge nur noch wenige Tage Zeit für einen Vorschlag zur Beendigung des Krieges.
Vor diesem Hintergrund gab es auch Verluste beim Nasdaq 100 US6311011026, der seine Rekordrally am Vortag noch fortgesetzt hatte. Gegen Ende der ersten Handelsstunde verlor er 0,3 Prozent auf 26.856 Punkte. Im Technologiesektor, der an der Nasdaq großes Gewicht hat, stand abrutschenden Software- und IT-Aktien eine Rally im Chipsektor gegenüber.
Im Softwarebereich prägte ServiceNow US81762P1021 mit einem Kurseinbruch um 17 Prozent das schlechte Bild, weil das Unternehmen wegen des Iran-Krieges von einem verlangsamten Umsatzwachstum berichtete. Dies erhöhte in der ganzen Branche die Angst der Anleger vor einem negativen Effekt des Konflikts. Auch die Titel von Microsoft US5949181045, Salesforce US79466L3024, Oracle US68389X1054 und Adobe US00724F1012 sackten im Größenbereich von 3,3 bis 8,6 Prozent ab.
Schlechte Nachrichten kamen im Technologiebereich auch von dem IT-Riesen IBM US4592001014, dessen Titel als Dow-Schlusslicht um fast zehn Prozent abrutschten. Hier galten erneute Sorgen vor dem störenden Einfluss der Künstlichen Intelligenz für die Anleger als schwere Belastung. Im ersten Quartal hatte IBM zwar starke Umsätze gemeldet, aber die Jahresziele nicht höher gesteckt.
Positiv gegenüber standen im Tech-Sektor die Chipwerte, angetrieben von Texas Instruments US8825081040 mit einem Kurssprung um 16 Prozent. Der Halbleiterhersteller profitierte in Zeiten des KI-Booms von den Ausgaben für Rechenzentren und meldete nicht nur ein starkes Quartal, sondern erfreute auch mit einem starken Jahresausblick. Die Bank of America sprach den Titeln daraufhin eine Kaufempfehlung aus.
Im Dow wurden neben IBM und Salesforce auch Honeywell US4385161066 und American Express US0258161092 zur Belastung, indem die Aktien der beiden Indexmitglieder nach den vorgelegten Zahlen um 1,3 respektive 2,2 Prozent fielen. An der Nasdaq fielen die Tesla US88160R1014-Titel als größter Verlierer unter den "Magnificent 7" um fast fünf Prozent wegen der Ankündigung, dass er Elektroautobauer massive Investitionen plant, um Potenziale im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu erschließen.
Besser da standen am breiten Markt die Comcast US20030N1019-Titel wegen Zahlen, die über den Erwartungen lagen. Erholt zeigten sich Werte aus dem Telekom-Sektor, der am Vortag stark unter Druck gestanden hatte. Die Titel von T-Mobile US US8725901040 erholten sich um fast drei Prozent von den jüngsten Verlusten, die von einem Bericht über eine potenzielle Kombination mit der Deutschen Telekom ausgelöst worden waren.
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