Minimax M2.5: Chinesisches KI-Modell schlägt US-Konkurrenz bei Software-Entwicklung
12.02.2026 - 23:52:12Ein chinesisches KI-Modell übertrifft erstmals die führenden US-Systeme in einem zentralen Programmier-Benchmark. Die Veröffentlichung von Minimax M2.5 markiert einen Wendepunkt im globalen KI-Wettlauf und zeigt die rasante Aufholjagd chinesischer Entwickler.
KI-Riese aus Shanghai setzt Benchmark
Das chinesische Unternehmen Minimax hat mit M2.5 ein neues Großsprachmodell vorgestellt, das in einem entscheidenden Test für Software-Entwicklung die Modelle von OpenAI und Google hinter sich lässt. Auf dem renommierten SWE-Bench Verified, der die Fähigkeit zur Lösung realer Programmieraufgaben misst, erreichte M2.5 eine Quote von 80,2 Prozent. Damit liegt es knapp vor OpenAIs GPT-5.2 (80,0 %) und Googles Gemini 3 Pro (78 %). Nur Anthropics Claude Opus 4.6 bleibt mit 80,8 Prozent minimal vorne.
Doch die Stärken des neuen Modells gehen über reines Coden hinaus. In Tests für Websuche und kontextuelles Verstehen (BrowseComp: 76,3 %) sowie für Werkzeugnutzung (BFCL Multi-Turn: 76,8 %) zeigt M2.5 ebenfalls Spitzenwerte. Das Modell eignet sich damit für komplexe Arbeitsabläufe in Unternehmen – von der Kundenbetreuung bis zur Software-Wartung.
Effizienz als Trumpfkarte für den Markt
Minimax setzt nicht nur auf Leistung, sondern gezielt auf Wirtschaftlichkeit. Das Unternehmen preist M2.5 als besonders effizient und kostengünstig an. Die neue Architektur soll 37 Prozent schneller arbeiten als ihr Vorgänger. Zwei Varianten stehen bereit: das volle M2.5 und die schlankere Version M2.5-Lightning für noch höhere Geschwindigkeit.
Die Kostenargumentation ist klar strategisch: Laut Minimax kann das Modell für etwa einen Euro pro Stunde betrieben werden und dabei 100 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten. Diese Kombination aus hoher Leistung und niedrigen Betriebskosten zielt direkt auf die lukrativen Enterprise-Kunden ab. Für deutsche Konzerne aus Automobilindustrie oder Maschinenbau könnten solche preiswerten, leistungsstarken KI-Assistenten besonders attraktiv werden.
Chinas KI-Industrie holt massiv auf
Der Erfolg von Minimax ist kein Einzelfall. Erst einen Tag zuvor hatte das chinesische Labor Z.ai sein Modell GLM-5 präsentiert, das in einigen Disziplinen ebenfalls Googles Flaggschiff übertreffen soll. Diese Häufung von Spitzenveröffentlichungen zeigt: Chinas KI-Forschung ist technologisch gleichauf mit der US-Konkurrenz – in manchen Nischen sogar überlegen.
Die Börse honoriert diesen Trend bereits. Nach der Ankündigung schnellten die Aktien von Minimax und anderen chinesischen KI-Firmen wie Zhipu AI in die Höhe. Besonders bemerkenswert: Einige dieser Modelle wurden Berichten zufolge komplett auf chinesischer Hardware – etwa Huaweis Ascend-Chips – trainiert. Das unterstreicht den Anspruch auf technologische Souveränität.
Was bedeutet das für Europa?
Die Leistungssprünge chinesischer KI-Modelle verändern die globale Technologielandschaft grundlegend. Der Wettbewerb wird multipolar, was Innovationen weltweit beschleunigen dürfte. Für europäische Unternehmen und Verbraucher könnte das früher als erwartet leistungsfähigere und günstigere KI-Tools bedeuten.
Für europäische Unternehmen, die sich auf diese neue Wettbewerbsdynamik vorbereiten müssen, sind regulatorische Vorgaben jetzt entscheidend. Die EU‑KI‑Verordnung schreibt Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung und umfangreiche Dokumentationspflichten vor – und viele Fristen sind bereits aktiv. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt in klaren Schritten, welche Pflichten für Entwickler, Anbieter und Anwender von KI gelten. Kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen
Gleichzeitig wachsen die strategischen Spannungen. Der technologische Wettlauf zwischen den USA und China um KI-Vorherrschaft tritt in eine neue Phase. Es geht nicht mehr nur um Benchmark-Ergebnisse, sondern um die konkrete Umsetzung in wirtschaftlichen Wert. Für Europa stellt sich die Frage, wie es in diesem Duell der Giganten eigene Kompetenzen und Standards behaupten kann. Die Ära, in der US-Firmen das KI-Feld dominierten, ist definitiv vorbei.
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