Military Metals Aktie: 222.000 Unzen Gold blockiert
02.06.2026 - 06:51:36 | boerse-global.deMitten in einem laufenden Genehmigungsverfahren hat die slowakische Umweltbehörde die Explorationslizenz für das Antimon-Gold-Projekt Trojarová entzogen. Military Metals Corp. verlor daraufhin bis zu 60 Prozent an einem einzigen Handelstag. Der Widerspruch dabei ist kaum zu übersehen.
Behörde handelt gegen eigene Empfehlung
Das Ministerium hatte das Trojarová-Projekt kurz zuvor selbst als prioritäres Explorationsgebiet in Slowakiens Nationales Programm für kritische Rohstoffe aufgenommen — und dieses Programm der EU-Kommission gemäß Artikel 19 der Verordnung (EU) 2024/1252 übermittelt. Dann entzog dieselbe Behörde die Lizenz. Eine Begründung blieb aus.
Für die EU ist das mehr als ein bürokratischer Fehler. Antimony gilt als strategisch kritischer Rohstoff. China kontrolliert den Großteil der globalen Versorgung. Projekte wie Trojarová sollen genau diese Abhängigkeit reduzieren — zumindest in der Theorie.
Ressourcenschätzung kam zu spät
Das Timing trifft das Unternehmen besonders hart. Nur wenige Tage vor dem Lizenzentzug hatte Military Metals einen unabhängigen technischen Bericht nach NI 43-101 eingereicht. Dieser bestätigte eine abgeleitete Mineralressource von 6,5 Millionen Tonnen mit einem Antimongehalt von 1,02 Prozent und 1,06 Gramm Gold pro Tonne. Das entspricht rund 67.000 Tonnen Antimon und 222.000 Unzen Gold. Grundlage waren 53 Diamantbohrlöcher mit insgesamt 7.167 Metern Kernbohrung.
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Das Projekt liegt nahe der Hauptstadt Bratislava und verfügt über eine lange Bergbaugeschichte.
Klage eingereicht, Ausgang offen
Military Metals akzeptiert die Entscheidung nicht. Das Unternehmen hat angekündigt, alle rechtlichen Mittel zu nutzen — darunter eine Beschwerde beim Umweltminister, die innerhalb von 15 Tagen nach dem Bescheid eingereicht werden muss. Ob der Einspruch Erfolg hat, ist ungewiss.
Das Unternehmen verweist außerdem auf ein politisch bewegtes Umfeld in der Slowakei, mit laufenden Debatten über Umweltpolitik und Personalfragen im Ministerium.
Nordamerika rückt in den Vordergrund
Parallel dazu treibt Military Metals seine nordamerikanischen Projekte voran. In Nye County, Nevada, plant das Unternehmen Kartierungen, Probenahmen und Bohrungen auf dem Last-Chance-Antimonprojekt. Eine Bodenproben-Kampagne 2025 hatte dort bereits eine rund 815 Meter lange Antimon-Anomalie abgegrenzt — mit Spitzenwerten von bis zu 952 ppm Sb im obersten Dezil.
In Nova Scotia hält Military Metals das West-Gore-Projekt. In der Slowakei bleiben trotz des Rückschlags die Projekte Tiennesgrund (Antimon) und Medvedi (Zinn) im Portfolio. Weitere Explorationsergebnisse aus allen Projekten erwartet das Unternehmen für die zweite Hälfte 2026.
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Aktie auf Jahrestief
Die Aktie fiel nach der Nachricht auf ein 52-Wochen-Tief von 0,16 kanadischen Dollar. Bis Freitagmittag hatte sie sich leicht erholt. Die Marktkapitalisierung lag zuletzt bei rund 21,6 Millionen kanadischen Dollar. Auf Monatssicht steht ein Minus von knapp 48 Prozent zu Buche.
Der Fall zeigt, wie real das Jurisdiktionsrisiko in der Rohstoffexploration ist — selbst innerhalb der EU. Die 15-Tage-Frist für den Einspruch läuft. Eine Antwort des Ministeriums könnte darüber entscheiden, ob Trojarová jemals in Produktion geht.
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