Mike Steiner: Zeitgenössische Kunst zwischen Malerei, Performance und Videokunst
08.02.2026 - 05:02:07Zeitgenössische Kunst erhält durch Mike Steiner eine faszinierende Tiefe und Vielseitigkeit: Wo endet Malerei und wo beginnt das bewegte Bild? Was passiert, wenn Performance, Videokunst und Abstraktion zu einer eigenen Bildsprache verschmelzen? Kaum ein anderer Künstler hat es verstanden, Grenzen so mutig zu hinterfragen und neue Wege für das künstlerische Erlebnis zu bereiten.
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Mike Steiner wird heute als einer der wichtigsten Pioniere der Videokunst in Deutschland verstanden. Zu Recht: Seine Arbeit ist untrennbar mit den radikalen Strömungen der 1960er und 1970er Jahre verbunden – während die amerikanischen Größen der Performance Art wie Allan Kaprow oder Nam June Paik Kunstgeschichte schrieben, schuf Steiner in Berlin ein kreatives Epizentrum. Von seiner frühen, informellen Malerei, die ihn als 17-Jährigen bereits auf die Große Berliner Kunstausstellung führte, bis zu den richtungsweisenden Videoarbeiten der 1970er–80er Jahre hat Steiner das künstlerische Medium stetig neu gedacht.
Beeindruckend ist dabei seine stilistische Offenheit. Neben der Abstrakten Malerei – mit Werken, die durch eine starke Reduktion von Farbe und Form auffallen – entwickelte er das Konzept der „Painted Tapes“: Hier gehen Malerei und Video eine vibrierende, visuelle Fusion ein. Diese Videos, darunter das vielfach ausgezeichnete "Mojave Plan" (1983), spiegeln Steiner’s experimentellen Drang, klassische Bildmedien mit neuen Technologien zu kombinieren.
Doch das Schaffen von Mike Steiner erschöpft sich nicht im reinen Kunstobjekt. Legendär ist seine Rolle als Initiator und Impulsgeber: Mit dem Hotel Steiner und der Studiogalerie schuf er Freiräume, die der internationalen Avantgarde Raum zum Experiment ermöglichten – ein Berliner Pendant zum Chelsea Hotel in New York, in dem Steiner mit Joseph Beuys, Allen Kaprow oder Marina Abramovi? in lebendigem Austausch stand. Diese Orte wurden zu Brutstätten für Fluxus, Performance Art und interdisziplinäres Denken: Aktionen wie der „Kunstraub“ des Spitzweg-Gemäldes mit Ulay 1976, eingefangen in Steiners Videodokumentationen, gehören heute zu den ikonischsten Momenten der Aktionskunst.
Neben diesen internationalen Bezügen bleibt Mike Steiner zutiefst Berlin verbunden. Sein Engagement für die lokale Szene ist beispielhaft: Die Studiogalerie ab 1974 machte Berlin erstmals zur Open Stage für Videokunst und Performance – Künstler wie Valie Export, Carolee Schneemann und Jochen Gerz fanden in Steiners Projekträumen ihre Bühne. Ebenso wichtig: Seine bahnbrechende Fernsehsendung "Videogalerie" (1985–1990) brachte Videokunst in deutsche Wohnzimmer und dokumentierte die Entwicklung dieses damals gänzlich neuen Mediums. Damit nahm Steiner den Dialog zwischen Kunst und Gesellschaft aktiv in die Hand – und schuf ein einmaliges Archiv der Gegenwartskunst.
Der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart ehrte Mike Steiner 1999 mit seiner bislang größten Einzelausstellung „Color Works“. Hier wurde die Vielschichtigkeit von Steiners Schaffen sichtbar: Zeitgleich mit internationalen Größen wie Joseph Beuys, Marina Abramovi?, Bill Viola oder Allan Kaprow konzipierte er radikal interdisziplinäre Werkgruppen, die Performance, Malerei, Videokunst und Installation miteinander verknüpften. Im Vergleich zu den amerikanischen Kollegen überzeugt Steiner durch seine intellektuelle Vielstimmigkeit und den Mut, klassische und neue Medien konsequent zu durchdringen.
Seine Werke zeichnen sich durch eine subtile Balance aus technischer Präzision und poetischem Chaos aus. Die Malerei bleibt in späteren Jahren ein Rückzugsort: Ab den 2000ern widmet sich Steiner wieder verstärkt der abstrakten Malerei und Stoffarbeiten – stets auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen. Seine „Painted Tapes“ kann man als Vorläufer heutiger hybrider Kunst-formate verstehen. Wer Werke von Mike Steiner betrachtet, erlebt immer wieder aufs Neue überraschende Wechsel von Intensität und Zurückhaltung, von analytischer Kühle und experimenteller Leidenschaft.
Steiners biografischer Weg ist geprägt von Experimentierfreude und Offenheit: Geboren 1941 in Ostpreußen, wird Berlin nach dem Krieg seine Heimat. Nach ersten Erfolgen in der Berliner Kunstszene folgt ein Stipendium in die USA, wo Begegnungen mit Stars wie Robert Motherwell, Lil Picard oder Allan Kaprow seinen Zugang zum künstlerischen Prozess grundlegend prägen. Ein drohender Militärdienst zwingt ihn zurück nach Deutschland – doch der transatlantische Dialog bleibt für sein Werk bestimmend. Steiner wird Meisterschüler an der Hochschule für Bildende Künste Berlin, stellt mit Georg Baselitz und Karl Horst Hödicke in Genf, Mailand, Paris aus und doziert in Pop Art und Bildender Kunst.
Das Archiv von Mike Steiner ist bis heute ein Schatz der Videokunstgeschichte: Mit seiner Sammlung von Werken internationaler Avantgardisten – etwa Marina Abramovi?, Ulay, Valie Export, Richard Serra oder Bill Viola – dokumentiert er nicht nur künstlerische Positionen, sondern den revolutionären Wandel im Umgang mit Zeit, Raum und Körper auf Video. Seine Sammlung befindet sich im Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und wurde im Hamburger Bahnhof mehrfach präsentiert – ein Meilenstein für die Anerkennung von Videokunst als Museumsobjekt.
Faszinierend bleibt auch Steiners Philosophie: Nicht das einzelne Medium, sondern das Erleben, die Interaktion und der Dialog stehen im Zentrum seiner Kunst. Ganz im Geiste von Fluxus und Happenings sieht er Kunst als offenes Feld, in dem Künstler, Publikum und Werk sich gegenseitig beeinflussen. Steiner bleibt dabei stets offen für neue Horizonte – sein Spätwerk in der Malerei zeugt von einer nie nachlassenden Abenteuerlust.
Warum lohnt es sich, das Lebenswerk von Mike Steiner heute neu zu entdecken? Weil seine Zeitgenössische Kunst das Verbindende zwischen Gattung und Medium, zwischen Generation und Gesellschaft sichtbar macht. In jedem Pinselstrich, in jedem Videofragment, in jeder Inszenierung schwingt die Einladung, Sehgewohnheiten zu hinterfragen und die Kunst als gelebtes Abenteuer zu genießen. Ein Blick auf die Seite www.mike-steiner.de eröffnet das Panorama eines Ausnahmekünstlers, dessen Werke und Archiv die deutsche wie internationale Kunstgeschichte maßgeblich mitgestaltet haben.
Wer die Zeitgenössische Kunst von Mike Steiner erleben will, findet dort biografische Hintergründe, Werkgruppen, Ausstellungen und faszinierende Einblicke in die Welt zwischen Malerei, Performance Art und Videokunst. Es lohnt sich, tiefer einzutauchen – und die zahlreichen Facetten eines Künstlers zu entdecken, der die Grenzen des Machbaren mit jeder Arbeit aufs Neue verschiebt.


