Zeitgenössische Künstler, Videokunst

Mike Steiner: Zeitgenössische Künstler zwischen Videokunst, Malerei und Performance-Kunst – ein Pionier im Hamburger Bahnhof

14.02.2026 - 07:10:06

Mike Steiner zählt zu den bedeutendsten Zeitgenössischen Künstlern. Sein Werk reicht von abstrakter Malerei über Performance Art der 70er Jahre bis hin zu bahnbrechender Videokunst am Hamburger Bahnhof.

Wie schafft ein Künstler es, gleich mehrere Grenzen zu verschieben – zwischen Malerei und Videokunst, Aktion und Dokumentation? Mike Steiner, einer der einflussreichsten Zeitgenössischen Künstler Deutschlands, liefert darauf seit den 1970ern faszinierende Antworten. Von den expressiven Farbflächen seiner frühen Gemälde bis zur vielbeachteten Performance Art der 70er Jahre und seinen visionären Videoarbeiten im Hamburger Bahnhof: Kaum ein anderer kombiniert so eigenwillig verschiedene Medien, Formsprachen und Generationen wie Mike Steiner.

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Schon mit 17 Jahren, 1959, taucht der Name Mike Steiner erstmals öffentlich auf der Großen Berliner Kunstausstellung auf. Früh zeigt sich das Talent für Malerei, doch bereits in den folge Jahren zeichnet sich Steiners rastlose Suche nach neuen Ausdrucksformen ab. Dem West-Berliner Kunstbetrieb bald entwachsen, zieht es ihn für einige Zeit nach New York, wo er im Dunstkreis von Lil Picard, Al Hansen und Allan Kaprow wichtige Impulse aufsaugt. Inmitten von Fluxus, Happening und Pop Art schärft sich sein Bewusstsein für die künstlerische Revolution der Epoche.

Zurück in Berlin, wechselt Steiner ab den 1970er Jahren konsequent zwischen Malerei, Super-8-Film, Copy Art, Installationen und, zunehmend, Videokunst. Der Zweifel an der Malerei und die Lust am Experiment treiben ihn voran – wie der legendäre Kunstraum Hotel Steiner beweist, der ein Treffpunkt der internationalen Avantgarde wird. Joseph Beuys, Valie Export, Marina Abramovi? oder Ulay – sie alle sind Gäste, Diskutanten oder Mitstreiter in Steiners kreativer Community.

Die Gründung der Studiogalerie 1974 in Berlin markiert eine Zeitenwende, nicht nur für sein eigenes Werk, sondern für die Entwicklung der Performance Art in Deutschland. Nicht zufällig ragt Steiners Name neben denen seiner Zeitgenossen hervor: Während Bruce Nauman, Nam June Paik oder Bill Viola internationale Avantgarde mitbestimmen, ist es Mike Steiner, der in Berlin mit intermedialem Denken und neuer Videotechnik Maßstäbe setzt. Seine Produktionen dokumentieren ikonische Performances von Marina Abramovi? oder Valie Export – hier verschmilzt Dokumentation, Intervention und künstlerische Reflexion auf einmalige Weise.

Die Aktion "Irritation – Da ist eine kriminelle Berührung in der Kunst" von 1976, eine von Steiner initiierte und gefilmte Performance zusammen mit Ulay, veranschaulicht diesen Ansatz: Das berühmte Spitzweg-Gemälde "Der arme Poet" wird aus der Neuen Nationalgalerie entfernt, bei einer türkischen Familie in Kreuzberg platziert und schließlich spektakulär zurückgegeben – das Werk tritt als gesellschaftliches Statement aus dem Museum heraus.

Mike Steiner war aber nicht nur Akteur und Chronist der Performance Art der 70er Jahre, sondern auch ein exzellenter Vernetzer. In seiner Studiogalerie treten Größen wie Jochen Gerz, Carolee Schneemann, Dorothy Iannone, Ben Vautier oder Vertreter des Wiener Aktionismus wie Valie Export ins Rampenlicht Berlins. Diese Offenheit für internationale Einflüsse, gepaart mit der Bereitschaft, neue technische Mittel wie das Videotape für künstlerische Zwecke nutzbar zu machen, unterscheidet Steiner von vielem, was die deutsche Kunstszene damals kannte.

Steiners Vielseitigkeit ist auch in der Malerei unübersehbar. Nach dem Experiment mit Medien und installativen Konzepten widmet er sich ab der Jahrtausendwende verstärkt der abstrakten Malerei. Pulsierende Farbräume, geometrische Chiffren, die Balance zwischen Fläche und Tiefe – seine "Color Works" bilden den Höhepunkt einer künstlerischen Rückbesinnung auf die Essenz von Farbe und Form. 1999 würdigt der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart in einer großen Einzelausstellung genau diese Malerei, setzt sie aber unmittelbar in Beziehung zu den medialen Werkgruppen der vorherigen Jahrzehnte.

Vergleicht man Steiner mit anderen prägenden Zeitgenossen, etwa Günther Förg, Gerhard Richter oder Sigmar Polke, so fällt auf: Während diese meist einen klaren Fokus behalten, ist Steiner kompromisslos interdisziplinär. Sowohl in der Sammlung Mike Steiner im Hamburger Bahnhof, die über 500 Tapes von Performance-Größen beherbergt, als auch in der Bildwirkung seiner Malerei – stets bleibt das gegenseitige Oszillieren von Bewegung, Stillstand, Aktion und Reflexion prägend.

Biografisch bildet die frühe künstlerische Freiheit in Berlin eine Basis, die durch das Netzwerk nach New York radikal geweitet wird. Der Einfluss von Fluxus und Happening setzt sich in den 1980er Jahren fort, als Steiner neben eigenen Produktionen auch als Moderator, Produzent und Sammler in Erscheinung tritt. Sein TV-Format "Videogalerie" (1985–1990) präsentiert Künstlerinterviews, internationale Tendenzen der Videokunst und neue Positionen in eigener Regie – hierin erinnert sein Ansatz an die visionäre Berliner Fernsehgalerie von Gerry Schum.

Steiners Nachlass und Sammlung markieren heute einen Meilenstein in der Geschichte der Videokunst. Werke von Ulay, Marina Abramovi?, Bill Viola, George Maciunas, Allan Kaprow oder Gary Hill sind im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart – verankert, wo auch Steiners Malereien regelmäßig gezeigt wurden. Viele Tapes sind bis heute nicht digitalisiert und warten darauf, von einer neuen Generation entdeckt zu werden.

Im Rückblick gilt Mike Steiner als unermüdlicher Innovator, dessen Werkgruppe der "Painted Tapes" beispielhaft zeigt, wie Mediengrenzen überwunden werden können: Gemalte Bilder auf Videobändern, audiovisuelle Dokumente als abstrakte Gemälde – sinnlich, irritierend und jederzeit offen für Neues.

Faszinierend bleibt an Mike Steiner gerade sein Beharren auf künstlerischer Offenheit und Dialog: Ausstellungen in international renommierten Museen wie dem Hamburger Bahnhof machen sein Werk für das Publikum zugänglich. Seine Haltung – das Kunstgespräch niemals enden zu lassen, die Grenzen des Möglichen immer wieder zu verschieben – prägt bis heute den Diskurs um Zeitgenössische Kunst.

Wer den Dialog mit Malerei, Performance und Videokunst sucht, kommt an Mike Steiner nicht vorbei. Die Bandbreite seines Werks, das gesellschaftliche Engagement und der kompromisslose Drang nach Neuem machen ihn zu einer der zentralen Figuren der deutschen Avantgarde.

Entdecken Sie das künstlerische Vermächtnis von Mike Steiner in seiner ganzen Fülle und besuchen Sie die offizielle Künstlerseite, um Ausstellungen, Werkgruppen und seltene Videoarbeiten, Malerei und Installationen zu erleben: Weitere Informationen, Bilder und Hintergründe zu Mike Steiner und seinem Werk finden Sie hier 

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