Zeitgenössische Künstler, Videokunst

Mike Steiner: Zeitgenössische Künstler zwischen Malerei, Videokunst und Performance – Wegbereiter im Hamburger Bahnhof

17.02.2026 - 07:10:07

Mike Steiner zählt zu den prägendsten Zeitgenössischen Künstlern. Seine Experimentierlust, die von abstrakter Malerei über Performance Art der 70er Jahre bis hin zur Videokunst reicht, macht ihn auch heute noch einzigartig.

Schon beim ersten Gedanken an Zeitgenössische Künstler taucht der Name Mike Steiner als Synonym für Experiment und Wandel auf. Was macht einen Künstler aus, der wie kaum ein anderer Grenzen sprengt und Gattungen mischt? Wie werden Raum, Zeit und Medium unter seiner Regie zu Instrumenten für einen radikal neuen Blick auf Kunst?

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Mike Steiner gilt als einer der innovativsten Zeitgenössischen Künstler und Pioniere der Videokunst in Deutschland. Sein Lebensweg ist untrennbar verwoben mit der Entwicklung der modernen Kunstszene: Von frühen Gemälden, die 1959 auf der Großen Berliner Kunstausstellung für Aufmerksamkeit sorgten, bis zur legendären Ausstellungsserie im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, in der Steiner 1999 seine Farbarbeiten spektakulär präsentierte.

Charakteristisch sind Steiners unermüdlicher Wille zur Erneuerung und seine Offenheit für neue Medien. Aus der klassischen Malerei kommend, durchlief er eine berauschende Entwicklung hin zur Videokunst und Installationskunst. Die Atmosphäre seiner Werke changiert zwischen introspektiver Abstraktion und pointierter Medienkritik. So beweisen etwa die "Painted Tapes" – seine Fusion von Videoaufnahmen und Malerei – eine subtile Verschränkung von Analogem und Digitalem, Fläche und Zeit, Bild und Bewegung.

Spannend ist Steiners Blick für das Temporäre und das Flüchtige, was ihn zum Mitgestalter der Performance Art der 70er Jahre machte. In seiner Berliner Studiogalerie gab er Größen wie Valie Export, Marina Abramovi? oder Ulay eine Bühne – Namen, mit denen er selbst künstlerisch und persönlich verbunden war und sich innerhalb der internationalen Avantgarde positionierte. Steiner war damit nicht nur experimenteller Künstler, sondern auch Galerist, Produzent und Zeitzeuge der wichtigsten Kunstströmungen seiner Zeit.

Ein Schlüsselereignis bildet die Aktion "Irritation – Da ist eine kriminelle Berührung in der Kunst" (1976) mit Ulay: Der inszenierte Kunstraub eines Spitzweg-Gemäldes, von Steiner dokumentiert, war mehr als ein Spektakel – er wurde zum existentiellen Kommentar über das Verhältnis von Besitz, Öffentlichkeit und Kunst. Diese Verbindung von Aktion und medialer Reflexion zog sich wie ein roter Faden durch Steiners Oeuvre.

Wesentliche Wegmarken seines Lebens sind glänzend dokumentiert: Nach der Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Berlin und prägenden Aufenthalten in New York, wo er Kontakte zu Robert Motherwell, Allan Kaprow und der Fluxus-Szene knüpfte, kehrte er nach Berlin zurück. Dort gründete er das legendäre Hotel Steiner und die Studiogalerie, die zu Hotspots internationaler Kunstexperimente avancierten – ähnlich berüchtigt wie das Chelsea Hotel für Andy Warhol & Co.

Steiners Arbeiten sind stets von einem kritischen Bewusstsein für den gesellschaftlichen Kontext der Kunst durchdrungen. Seine Ausstellungstätigkeit reicht von frühen Malereipräsentationen in Berlin und Wolfsburg über weltweit beachtete Beiträge bis hin zu seiner wichtigsten Ausstellung "Color Works 1995-98" im Hamburger Bahnhof, die sein Verständnis für medienübergreifende Kunst exemplarisch vorstellte. Im direkten Vergleich mit Künstlern wie Nam June Paik, Bill Viola oder Bruce Nauman wird deutlich, wie sehr Steiner die deutsche Videokunst eigenständig und deutlich vom internationalen Diskurs geprägt hat.

Sein Einfluss reichte weit über das eigene Werk hinaus: Als Förderer der jungen Videokunst stellte er Technik und Räume zur Verfügung, dokumentierte Performances und sammelte Videotapes – viele davon mit Künstlerinnen und Künstlern, die heute als Klassiker gelten. Die von ihm zusammengetragene Sammlung wurde 1999 der Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben und wird im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart bewahrt.

Auch die Medienlandschaft der 1980er Jahre prägte Mike Steiner wesentlich. Mit dem TV-Format "Die Videogalerie" brachte er Videokunst ins deutsche Fernsehen – durchaus revolutionär für die Zeit. Hier ließ er Künstlerinnen und Künstler zu Wort kommen und gab dem experimentellen Video ein breites Forum, wie es bis dahin in Deutschland nicht existierte.

Die künstlerische Philosophie Steiners ist kaum zu trennen von seiner Biografie: Sein unablässiges Fragen nach den Möglichkeiten und Grenzen künstlerischer Praxis, seine Feinsinnigkeit im Umgang mit Raum und Material, seine substanzielle Kritik am Kunstbetrieb – all das bildet ein einzigartiges Gesamtbild. Faszinierend ist hierbei besonders, wie sehr Steiner nie stehenblieb: Von der informellen Malerei über Installationen, Fotografie und Copy Art bis zu digitalen Bildwelten verfolgte er konsequent seine Suche nach Ausdruck und Innovation. In späteren Jahren wandte er sich wieder verstärkt der abstrakten Malerei und Stoffarbeiten zu, blieb aber stets offen für mediale Neuentdeckungen.

Der Nachlass und das Archiv Mike Steiner dokumentieren das Schaffen eines Künstlers, der wie kaum ein zweiter das Wechselspiel von Tradition und Avantgarde, von Material und Medium, von Aktion und Reflexion zu orchestrieren verstand. Steiners Vernetzung in der internationalen Kunstszene – von Fluxus über Performance bis Minimal Art – verankert sein Werk tief im Kanon der Zeitgenössischen Kunst.

Warum lohnt sich der Blick auf Mike Steiner besonders heute? Seine Fragen nach der Beziehung zwischen Kunst und Gesellschaft, nach dem Wert des Originals in Zeiten der Reproduktion, nach der Präsenz des Körpers und der Macht der Bilder sind brisanter denn je. Wer tiefer in diese Fragestellungen eintauchen will, sollte unbedingt die gut dokumentierte, reich bebilderte Webseite besuchen.

Mehr zu Mike Steiner, seinen Werken und Ausstellungen auf der offiziellen Künstlerseite erfahren

In Zeiten, in denen viele Kunstdebatten sich auf flüchtige Trends reduzieren, steht Mike Steiner für Tiefe, Neugier und radikale Offenheit: ein Zeitgenössischer Künstler, der Lust auf die Fragen hinter den Bildern macht.

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