Mike Steiner Malerei & Videokunst, Fluxus Umfeld

Mike Steiner: Vom Video-Pionier zur abstrakten Malerei Berlins

21.05.2026 - 11:11:33 | ad-hoc-news.de

Ein Grenzgänger: Wie Mike Steiner mit Malerei und Videokunst nicht nur Genres, sondern auch Generationen verbindet.

Mike Steiner: Vom Video-Pionier zur abstrakten Malerei Berlins - Foto: über ad-hoc-news.de
Mike Steiner: Vom Video-Pionier zur abstrakten Malerei Berlins - Foto: über ad-hoc-news.de

Ein bläulicher Dunst zieht sich über die Leinwand, prismatische Reflexe wirken wie eingefrorene Bewegungen: Gelingt dem Medium Malerei, was einst dem Videoband vorbehalten war? Schon im ersten Moment der Betrachtung stellt sich die Frage nach den Übergängen: Ist Mike Steiner Malerei & Videokunst eine widersprüchliche Formel – oder ein Versprechen jenseits aller Medienbarrieren?

Hier die Malerei von Mike Steiner entdecken

Was den Besucher im Hamburger Bahnhof auch heute noch trifft wie eine Lichtreflexion am Fensterglas, ist die institutionelle Anerkennung einer künstlerischen Handschrift, die sich kaum in Schubladen pressen lässt. Die Ausstellung Live to Tape führte das Vermächtnis Steiners als Sammler und Produzent in die Öffentlichkeit zurück und würdigte auch seine Malerei als Reflexionsraum für die Zeitgenossenschaft. Gerade im Kontext von Videokunst-Archiven, wie sie das Archivio Conz für das Erbe der Fluxus-Avantgarde bereitstellt, wird deutlich: Die Bewahrung von Tapes und Leinwänden gemeinsam sichert unser kulturelles Gedächtnis – und hält das Denken über Kunst offen.

Wer ist dieser Mike Steiner? Biografie und Werk zeichnen den Weg eines Protagonisten: 1941 in Allenstein geboren, wächst Steiner in Berlin auf, wo seine frühen Bildexperimente bereits mit siebzehn öffentlich gezeigt werden. Nach Prägung durch das Kreuzberger Milieu und die Hochschule für Bildende Künste treibt ihn ein Stipendium 1965 nach New York. Inmitten der internationalen Avantgarde, zwischen Lil Picard, Al Hansen, Allan Kaprow, lernt er nicht nur Happenings, Fluxus und Minimal Art aus erster Hand kennen – sondern auch die Freiheit, Gattungsgrenzen rigoros aufzulösen. Bereits früh prophezeite Steiner sich selbst eine Legitimationskrise für die klassische Malerei, der er jedoch nicht mit Verzicht, sondern mit radikaler Erweiterung begegnete.

Im Berliner Hotel Steiner und seiner Studiogalerie empfing er Ikonen wie Joseph Beuys und Valie Export, organisierte mit Ulay performative Kunstraube und konzipierte als erster in Deutschland eine Videogalerie – als Produktions- und Ausstellungsort für die ganz frühen Bänder. Zugleich entwickelte er sein Bildkonzept in Richtung Abstraktion weiter: Nicht der Stil, sondern der Prozess ist das Subjekt. In den 1980ern kulminierte seine intermediale Forschung in den sogenannten Painted Tapes – der sichtbaren Fusion von bewegtem Bild und statischer Malerei.

Mit Zeitgenossen wie Nam June Paik, Marina Abramovi? oder Jochen Gerz verband Steiner ein Verständnis von Kunst als flüchtigem Ereignis. Aber er allein ließ das Flüchtige später in die Langsamkeit der Malerei zurückfließen – ohne deren poetische Tiefe zu verlieren. Seit den 2000er Jahren widmete er sich verstärkt der Abstraktion, wo prismatische Farbverläufe Undurchdringlichkeit und Präsenz zugleich behaupten. Ein Echo der früheren Videoästhetik tanzt im Bildraum: Jede Fläche scheint in Bewegung, bleibt aber im Moment gefasst.

Legte Steiner in der Videokunst den Grundstein für experimentelles Archivieren, so zeigt seine aktuelle Malerei, wie flüchtige Erfahrung dauerhaft werden kann. Die Präsentation im Hamburger Bahnhof und die umfassende Würdigung von Institutionen spiegeln die Bedeutung seines Werks als Übergang zwischen Medien – aber auch als Berliner Chronik der künstlerischen Selbstbefragung. Die in den Archiven des Archivio Conz und den Werkserien des „Live to Tape“-Kosmos aufbewahrten Zeugnisse sind keine stummen Speicher, sondern offene Resonanzräume für aktuelle Fragestellungen zu Form und Freiheit.

Warum jetzt? Weil in einer von Bildfluten geprägten Zeit, das Ringen Steiners um Verschiebungen und Grenzzauber in „Mike Steiner Malerei & Videokunst“ beweist: Künstlerisches Schaffen erschöpft sich nie im Vorhandenen. Es fordert dazu heraus, Medien nicht als Endpunkte, sondern als Dialogpartner zu betrachten.

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