Mietpreise, Inflation

Mietpreise steigen doppelt so schnell wie Inflation

24.01.2026 - 07:25:12

Die Mieten in deutschen Metropolen steigen doppelt so schnell wie die Inflation. Die bis 2029 verlängerte Mietpreisbremse zeigt Schwächen, während eine Neubaukrise den Markt weiter anheizt.

Die Mieten in deutschen Großstädten schießen weiter in die Höhe. Neue Daten zeigen einen Anstieg, der die allgemeine Teuerungsrate bei weitem übertrifft. Gleichzeitig sorgt die bis 2029 verlängerte Mietpreisbremse für hitzige Debatten – Kritiker sehen zu viele Schlupflöcher.

Mieten legen im Rekordtempo zu

Die Zahlen sind eindeutig: Im vierten Quartal 2025 lagen die Angebotsmieten in Deutschland 4,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Das ist etwa doppelt so hoch wie die aktuelle Inflationsrate. Besonders betroffen sind die Metropolen. In sieben der acht größten Städte stiegen die Mieten zuletzt weiter an, mit Spitzenreitern wie Köln und München. Die Daten stammen aus dem GREIX-Mietpreisindex des Kieler Instituts für Weltwirtschaft.

Mietpreisbremse mit bekannten Lücken

Die Politik hat reagiert und die Mietpreisbremse bis Ende 2029 verlängert. In angespannten Märkten darf die Miete bei Neuvermietung nur noch maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Doch die Regel hat Ausnahmen: Sie gilt nicht für Neubauten und umfassend modernisierte Wohnungen.

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Zudem wächst ein beliebtes Schlupfloch: die Vermietung von möblierten und befristeten Wohnungen. Bundesweit war 2025 mehr als jedes sechste Inserat in dieser Kategorie, in den Top-8-Städten fast jedes vierte. Ein Rekordwert.

Politik diskutiert schärfere Regeln

Die Debatte um eine Verschärfung der Bremse läuft auf Hochtouren. Im Fokus stehen drei Bereiche:
* Möblierte Wohnungen: Der Bundesrat fordert eine transparente Ausweisung von Möblierungszuschlägen.
* Indexmieten: Verträge, die an die Inflationsrate gekoppelt sind, könnten stärker reguliert werden.
* Kurzzeitvermietungen: Auch hier sind schärfere Außen möglich.

Die Bundesregierung kündigte an, diese Punkte genauer zu prüfen und plant neue Bußgelder für Verstöße.

Neubaukrise heizt den Markt weiter an

Das Grundproblem bleibt: Es wird zu wenig gebaut. Prognosen für 2026 deuten auf einen weiteren Rückgang der fertiggestellten Wohnungen hin. Experten nennen drei Hauptgründe:
* Gestiegene Zinsen
* Explodierte Baukosten
* Mangel an Fachkräften

Gleichzeitig bleibt die Nachfrage in den Städten hoch. Diese Angebotslücke treibt die Mieten unvermindert nach oben. Kann die Politik den Neubau wieder ankurbeln?

@ boerse-global.de