Miesbach: Stichwahl entscheidet über Zukunft von Behörde und Wirtschaft
10.03.2026 - 08:22:38 | boerse-global.de
Die Kommunalwahl im Landkreis Miesbach hat keine klare Mehrheit gebracht. Nun entscheidet eine Stichwahl am 22. März über den künftigen Landrat – und damit über die Richtung in zentralen Arbeitsfragen für den öffentlichen Dienst und die gesamte Region.
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Mit dem Amtsinhaber Olaf von Löwis als ausscheidendem Landrat bot sich den Wählern am vergangenen Sonntag ein siebenköpfiges Kandidatenfeld. Da niemand die absolute Mehrheit erreichte, kommt es zur Stichwahl. Der Ausgang ist von großer Bedeutung: Der Landrat ist oberster Dienstherr für Hunderte Mitarbeiter des Landratsamts und zentraler Verhandlungspartner des Personalrats. Zugleich prägt er die Wirtschaftspolitik in einer Region, die mit hohen Lebenshaltungskosten und Fachkräftemangel kämpft.
Das Rennen geht in die Verlängerung: Zangenfeind gegen Schnitzenbaumer
Aus dem ersten Wahlgang ging Jens Zangenfeind (Freie Wählergemeinschaft) als Favorit hervor. Der Haushamer Bürgermeister und stellvertretende Landrat holte 45,3 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei landete Franz Schnitzenbaumer (CSU), Bürgermeister von Schliersee, mit 25,6 Prozent. Damit treten die beiden erfahrenen Kommunalpolitiker in zwei Wochen gegeneinander an.
Die übrigen Kandidaten schieden aus: Thomas Tomaschek (Grüne) erreichte etwa 12,2 Prozent, Martin Simon (AfD) 7,2 Prozent und Angela Falkenhahn (SPD) 5,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei beachtlichen 65,6 Prozent – über 52.000 der rund 79.500 Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Nach bayerischem Kommunalwahlrecht ist für einen direkten Sieg im ersten Durchgang mehr als 50 Prozent nötig.
Personalrat erwartet dringende Modernisierung der Behörde
Für die Mitarbeitervertretung steht viel auf dem Spiel. Der neue Landrat wird zum zentralen Ansprechpartner für den Personalrat, der die Interessen der Beschäftigten vertritt. Aktuelle Herausforderungen sind drängend: Die Digitalisierung der Verwaltung muss vorangetrieben werden, ohne die Belegschaft mit unzumutbaren Arbeitsverdichtungen zu überfordern. Der Personalrat hat hier traditionell ein wachsames Auge.
Hinzu kommt ein Generationenwechsel. Viele erfahrene Verwaltungsmitarbeiter gehen in den Ruhestand. Der neue Landrat muss gemeinsam mit dem Personalrat Strategien entwickeln, um Nachwuchs zu gewinnen und zu halten. Dazu zählen attraktive Arbeitsbedingungen, flexible Modelle und eine transparente Bewertung von Stellen. Eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Verwaltungsspitze und Mitarbeitervertretung gilt als Schlüssel für eine motivierte und leistungsfähige Behörde.
Wirtschaft und Wohnen: Der Kreis braucht Lösungen für die Fachkräfte
Die Wahl hat auch massive Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft außerhalb des Landratsamts. Der Landrat gestaltet als Vorsitzender der lokalen Aktionsgruppe für Kreisentwicklung maßgeblich Förderprogramme und Infrastrukturprojekte mit. Ein Dauerthema ist die Wohnungsknappheit.
Unternehmen und deren Betriebsräte warnen seit langem: Die hohen Mieten und Grundstückspreise, befeuert durch die Nähe zu München und den Tourismus, machen es fast unmöglich, Fachkräfte anzuziehen oder zu halten. Die künftige Kreis-Spitze muss Bau- und Infrastrukturpolitik betreiben, die bezahlbaren Wohnraum für Arbeitnehmer schafft – ohne die Umwelt und das kulturelle Erbe der Region zu opfern.
Auch der Umgang mit dem Tourismus und die Unterstützung des lokalen Handwerks werden die Arbeitsbedingungen in diesen Branchen direkt beeinflussen. Eine kluge Wirtschaftspolitik auf Kreisebene kann Betriebsräten in den Unternehmen den Rücken stärken, um bessere Konditionen für ihre Belegschaften auszuhandeln.
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Trend zu lokal verwurzelten Verwaltungsprofis
Das Ergebnis in Miesbach spiegelt einen bayerischen Trend wider: Bei den Kommunalwahlen 2026 setzen Wähler vermehrt auf Kandidaten mit praktischer Verwaltungserfahrung und lokaler Verankerung. Der Erfolg der Freien Wählergemeinschaft passt in dieses Bild. Unabhängige und lokal fokussierte Gruppierungen fordern die etablierten Parteien in Rathäusern und Landratsämtern immer stärker heraus.
Pragmatismus ist gefragt. Bürgermeister, die ins Landratsamt wechseln, kennen die Herausforderungen eines kommunalen Arbeitgebers aus erster Hand und wissen, wie der Schulterschluss mit Mitarbeitervertretungen in der Praxis funktioniert. Diese Fähigkeit wird entscheidend, um knappe Budgets, komplexe Vorschriften und die Erwartungen einer modernen Belegschaft in Einklang zu bringen. Gute Arbeitsbeziehungen gelten heute als Gradmesser für den Erfolg einer Kreisverwaltung.
Was jetzt auf den Sieger zukommt
Im verbleibenden Wahlkampf dürften konkrete Pläne für die Behörden-Modernisierung und die Wirtschaftsförderung im Mittelpunkt stehen. Beide Kandidaten werden sich detaillierten Fragen nach ihrer Zusammenarbeit mit dem Personalrat und ihrer Strategie gegen die Wohnraumkrise stellen müssen.
Für den Gewinner der Stichwahl beginnt die Arbeit sofort. Er muss rasch einen konstruktiven Dialog mit dem Personalrat aufbauen. Die Digitalisierung der Verwaltung und die Sicherung des Personalbestands erfordern schnelles und kooperatives Handeln. Die Wahl 2026 wird die Arbeitswelt und Wirtschaftskraft des Landkreises Miesbach für die nächsten sechs Jahre prägen – und zeigen, wie ein Landratsamt Effizienz mit starker Mitarbeitervertretung in Einklang bringen kann.
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