Microvast: Umsatz um 48 Prozent eingebrochen
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 03:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Microvast Holdings kämpft an mehreren Fronten. Während die Produktion in China und den USA massiv ausgebaut wird, bricht das operative Geschäft weg. Die Aktie notiert nur noch knapp über ihrem Jahrestief.
Expansion gegen den Markttrend
Das Management setzt alles auf zukünftiges Wachstum. In Huzhou soll die Phase 3.2 bis zum Jahr 2026 eine Kapazität von zwei Gigawattstunden erreichen. Parallel dazu bereitet Microvast den Standort Clarksville in Tennessee vor. Hier sollen Ende 2026 die ersten Batteriemodule vom Band laufen.
Das Ziel sind margenstarke Nischen. Mit den neuen 290Ah-Batteriepacks will das Unternehmen seine Position bei Nutzfahrzeugen festigen. Die Kooperation mit der Iveco Group untermauert diesen Plan. Microvast liefert Systeme für Elektrobusse und schwere Lastwagen in Europa.
Erlöse halbieren sich
Die nackten Zahlen trüben die Stimmung. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz um 48 Prozent auf 60,6 Millionen Dollar. Regulatorische Hürden in Indien und Südkorea belasteten das Geschäft massiv. In Indien griffen Kunden verstärkt zu günstigeren Konkurrenzprodukten.
Die Bruttomarge sank auf 31,6 Prozent. Das Unternehmen macht die schwache Auslastung der Fabriken dafür verantwortlich. Trotzdem stand unter dem Strich ein GAAP-Nettogewinn von 48,2 Millionen Dollar. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) blieb mit 5,5 Millionen Dollar jedoch negativ.
An der Börse hinterlässt die Schwäche tiefe Spuren. Seit Jahresbeginn verlor das Papier über 60 Prozent an Wert. Mit einem Schlusskurs von 0,95 Euro am Freitag notiert die Aktie fast 83 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Die liquiden Mittel beliefen sich Ende März noch auf 174 Millionen Dollar.
Der Fokus verschiebt sich nun auf den August. Dann will Microvast die Zahlen für das zweite Quartal vorlegen. Marktbeobachter achten vor allem auf Fortschritte bei der Auslastung in China. Ohne eine Stabilisierung der Erlöse in den Kernmärkten Indien und Korea wird der Weg zur Profitabilität steinig.
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