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Microsofts Remote Desktop unter Druck: Kritische Lücken und erzwungene Migration

16.02.2026 - 12:24:11

Zwei kritische Sicherheitslücken in Windows RDS werden aktiv ausgenutzt, während Microsoft Unternehmen zur Migration auf die neue Windows App zwingt. IT-Abteilungen stehen vor einer doppelten Herausforderung.

Zwei Zero-Day-Lücken in Windows Remote Desktop Services werden aktiv ausgenutzt. Gleichzeitig zwingt Microsoft Unternehmen zur Migration auf die neue „Windows App“ – ein perfekter Sturm für IT-Abteilungen.

Die Sicherheitslage für Remote-Desktop-Verbindungen in Unternehmen ist angespannt. Seit dem vergangenen Wochenende warnen Cybersicherheitsfirmen vor aktiven Angriffen auf zwei kritische Schwachstellen in Microsofts Windows Remote Desktop Services (RDS). Die Lücken mit den Bezeichnungen CVE-2026-21533 und CVE-2026-21525 wurden zwar bereits mit den Patches vom 10. Februar geschlossen, doch Hacker nutzen sie nun gezielt für Attacken auf ungepatchte Systeme.

Aktive Angriffe bedrohen Unternehmensnetzwerke

Die Bedrohung ist konkret: Die Schwachstelle CVE-2026-21533 ermöglicht es lokalen Angreifern, sich SYSTEM-Rechte zu verschaffen – die höchste Privilegienstufe in Windows. Damit hätten sie die vollständige Kontrolle über betroffene Rechner. Sicherheitsexperten von CrowdStrike und ACROS Security bestätigen aktive Ausnutzungsversuche.

Die zweite Lücke, CVE-2026-21525, betrifft den Windows Remote Access Connection Manager. Sie kann zu Denial-of-Service-Angriffen (DoS) führen, bei denen Remote-Verbindungen einfach abbrechen. Für Unternehmen, die auf verteilte Teams setzen, bedeutet das massive Betriebsstörungen. US-Behörden wie die Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) drängen auf sofortiges Handeln.

Migration auf „Windows App“ wird zur Pflicht

Doch die Sicherheitskrise trifft Unternehmen in einer ohnehin heiklen Phase. Microsoft stellt den Support für den klassischen Remote Desktop Client (MSI) am 27. März 2026 ein. Ab dann gibt es weder Sicherheitsupdates noch einen Download. Die Alternative heißt „Windows App“ – ein universeller Client für Azure Virtual Desktop, Windows 365 und Microsoft Dev Box.

Die Umstellung verläuft nicht reibungslos. Aus IT-Foren und Administratorenkreisen kommt Kritik an der neuen Oberfläche. Sie wird als weniger effizient beschrieben, mit zu großen Icons und umständlicher Navigation im Vergleich zum schlanken Vorgänger. Microsoft verspricht zwar Feature-Parität, doch der feste Termin zwingt alle Nachzügler zum schnellen Handeln. Ein Kraftakt für IT-Abteilungen, die parallel die kritischen Sicherheitsupdates einspielen müssen.

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TeamViewer setzt auf Qualität statt Quantität

Der Markt für Remote-Zugriffslösungen befindet sich im Wandel. Das zeigt auch der Ausblick des deutschen Softwareherstellers TeamViewer. Das Unternehmen rechnet für 2026 nur noch mit einem moderaten Umsatzwachstum von 0 bis 3 Prozent. Statt auf reine Nutzerzahlen setzt CEO Oliver Steil nun auf den Ausbau von Enterprise-Diensten.

Im Fokus steht die Plattform TeamViewer ONE, eine Art „digitales Büro“, das Remote-Zugriff mit Endpunkt-Management und KI-gestützten Prozessen verbindet. Der Trend ist klar: Der Markt für reine Verbindungssoftware ist gesättigt. Der Wert liegt heute in integrierten, sicheren und verwaltbaren Plattformen für das gesamte Arbeitsumfeld.

Was bedeutet das für deutsche Unternehmen?

Die aktuelle Krise unterstreicht die Fragilität von Remote-Work-Infrastrukturen. Kritische Sicherheitslücken in Kernkomponenten wie RDS sind keine Seltenheit mehr. Gleichzeitig zwingen Hersteller wie Microsoft zu schnellen, teils unpopulären Plattformwechseln.

Die Strategie von TeamViewer spiegelt einen breiteren Branchentrend wider. Nach den Sicherheitsvorfällen bei Konkurrenten wie AnyDesk im Jahr 2024 sind Vertrauen und Sicherheitsarchitektur die entscheidenden Kaufargumente. Die Ära der einfachen, isolierten Remote-Desktop-Tools geht zu Ende. Unternehmen müssen sich auf konsolidierte Plattformen einstellen, die strenge Compliance- und Zero-Trust-Modelle voraussetzen.

Die nächsten Wochen werden für IT-Verantwortliche herausfordernd: Zuerst müssen die kritischen Patches eingespielt werden, dann folgt die erzwungene Migration. Wer beides verschleppt, riskiert nicht nur Angriffe, sondern auch den Verlust des offiziellen Supports.

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