Microsoft Word verliert direkten Kindle-Export
12.01.2026 - 23:53:12Microsoft schaltet die direkte „Send to Kindle“-Funktion in Word ab – ab Februar müssen Nutzer auf Umwege zurückgreifen.
Die Integration, die seit 2023 das direkte Versenden von Word-Dokumenten an Amazon-Kindle-Geräte ermöglichte, wird am 9. Februar 2026 aus allen Word-Versionen entfernt. Für Autoren, Studenten und Berufstätige, die ihre Texte zur Korrektur oder zum Lesen auf das E-Ink-Display ihres Kindle schickten, bedeutet das das Ende eines bequemen Workflows.
Eine kurze Partnerschaft geht zu Ende
Die Funktion war das Ergebnis einer Kooperation zwischen Microsoft und Amazon. Sie bot Microsoft-365-Abonnenten einen One-Click-Export, der aufwendige Formatierungen erhielt. Besonders Nutzer des Kindle Scribe, der als Schreibtafel konzipiert ist, profitierten davon. Sie konnten Manuskripte und Berichte nahtlos auf das papierähnliche Display senden, um sie dort zu überarbeiten.
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Doch die Integration überlebte nicht einmal drei Jahre. Microsoft gab in einer Support-Dokumentation bekannt, dass die Option aus den Export-Menüs von Word für Windows, macOS und Web entfernt wird. Eine offizielle Begründung lieferte der Konzern nicht.
Spekulationen über geringe Nutzung
Warum wird ein praktisches Tool eingestellt? Branchenbeobachter vermuten schlicht geringe Nutzerzahlen. Die Funktion wurde kaum beworben und blieb vielen Nutzern verborgen. Zudem waren die etablierten Alternativen von Amazon bereits gut genug.
„Solche Integrationen sterben oft, wenn sie nur einen bereits existierenden Workflow duplizieren“, erklärt ein Analyst. Die eigenen „Send to Kindle“-Tools von Amazon – per E-Mail, Website oder Desktop-App – funktionierten zuverlässig. Für die meisten Nutzer war der direkte Weg aus Word daher kein Muss, sondern ein Nice-to-have.
So kommen Dokumente jetzt auf den Kindle
Der direkte Kanal fällt weg, aber die Möglichkeiten bleiben vielfältig. Microsoft verweist nun auf die offiziellen Amazon-Dienste:
- Die „Send to Kindle“-Website: Ein Drag-and-Drop-Portal von Amazon.
- Dedizierte Desktop-Apps: Für Windows und macOS erhältlich.
- Der klassische E-Mail-Versand: Das Dokument an die persönliche Kindle-E-Mail-Adresse schicken.
Diese Dienste unterstützen neben Word-Dateien auch PDF, EPUB und andere Formate. Die Dateigröße darf bis zu 200 MB betragen. Alle bis zum Stichtag versendeten Dokumente bleiben in der Kindle-Bibliothek erhalten.
Was bedeutet das für Nutzer?
Die Abschaltung zeigt ein Tech-Prinzip: Nicht jede vermeintlich praktische Integration setzt sich durch. Für eine Nische – etwa Autoren, die Manuskripte auf dem Kindle Scribe lektorieren – ist der Wegfall spürbar. Für die breite Masse ändert sich wenig.
Die Gewohnheit der Nutzer war wohl stärker als der Komfort. Die etablierenden Methoden funktionierten seit Jahren. Eine neue, wenn auch integrierte, Lösung hatte es schwer. Microsoft und Amazon konzentrieren sich nun wieder auf ihre Kernangebote und trennen sich von Features, die nicht genug genutzt werden.
Die Kernfunktion – Word-Dateien auf dem Kindle zu lesen – bleibt erhalten. Nur der kürzeste Weg dorthin ist jetzt gesperrt.


