Microsoft: US-Kartellwächter verschärfen Druck im Cloud- und KI-Probe
14.02.2026 - 14:31:12Die US-Wettbewerbsbehörde FTC hat ihre Kartelluntersuchung gegen Microsoft massiv ausgeweitet. Im Fokus stehen die umstrittene Bündelung von KI-Tools mit Office und restriktive Cloud-Lizenzen.
Washington, D.C. – Die US-Kartellbehörde FTC geht mit neuer Härte gegen Microsoft vor. Diese Woche verschickte sie eine neue Welle förmlicher Auskunftsersuchen an mindestens sechs Konkurrenten des Tech-Riesen. Die Ermittler vertiefen damit ihre Prüfung, ob Microsoft seine Marktmacht bei Bürosoftware nutzt, um Künstliche Intelligenz und Sicherheitsdienste an Unternehmen zu drücken.
KI-Bündelung und „Bestrafungs-Lizenzen“ im Visier
Die Untersuchung, ursprünglich auf Cloud-Lizenzen fokussiert, hat sich deutlich ausgeweitet. Ein zentraler Punkt ist nun die aggressive Integration von Generativer KI wie dem Microsoft-eigenen Assistenten Copilot in die allgegenwärtigen Office-365- und Windows-Produkte. Die FTC prüft, ob Microsoft diese Dominanz nutzt, um Kunden seine KI- und Sicherheitstools aufzuzwingen – und eigenständige Anbieter aus dem Markt zu drängen.
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Ein weiterer Kernvorwurf betrifft sogenannte „punitive licensing“-Praktiken. Konkurrenten wie Amazon Web Services (AWS) und Google Cloud klagen seit langem, dass Microsoft seine Softwarelizenzen so gestaltet, dass der Betrieb von Office oder Windows Server auf fremden Cloud-Plattformen unverhältnismäßig teuer oder technisch schwierig wird. Dies schaffe eine künstliche Abhängigkeit („Lock-in“) und zwinge Kunden in die eigene Azure-Cloud. Obwohl Microsoft ähnliche Vorwürfe in der EU 2025 durch eine Einigung mit dem Verband CISPE entschärfte, scheinen die US-Behörden nicht überzeugt.
Seltene Einigkeit: Kartellkampf über Regierungen hinweg
Bemerkenswert ist der politische Kontext: Die Untersuchung wurde Ende 2024 unter der Biden-Administration eingeleitet und läuft unter der aktuellen Führung der FTC unvermindert weiter. Diese Kontinuität über Parteigrenzen hinweg signalisiert einen seltenen bipartisan Konsens, die Macht der Tech-Giganten einzudämmen. Die Behörde prüft zudem die strategische Partnerschaft mit OpenAI. Eine Frage ist, ob Microsofts Milliardeninvestition in den ChatGPT-Macher eigene KI-Entwicklungsprojekte stoppte und so den Wettbewerb verringerte.
Droht der nächste große Tech-Prozess?
Die Eskalation kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. KI wird zum Haupttreiber der IT-Ausgaben in Unternehmen. Findet die FTC Beweise für wettbewerbswidriges Bündeln oder Monopolisierung, könnte eine Klage folgen. Diese könnte Microsoft zwingen, seine Dienste zu entflechten oder Lizenzverträge grundlegend zu ändern. Juristen deuten die aktuellen Auskunftsersuche als deutlichen Schritt in Richtung eines formellen Verfahrens.
Für die gesamte Tech-Branche könnte der Ausgang des Verfahrens einen Präzedenzfall schaffen. Er würde definieren, in welchem Maße etablierte Konzerne neue KI-Fähigkeiten in ihre bestehenden Produkt-Ökosysteme integrieren dürfen. Bei ähnlicher Prüfung in Großbritannien und der EU steht Microsoft vor einer komplexen globalen Regulierungslage, die sein Geschäftsmodell eines einheitlichen Cloud-Software-KI-Angebots herausfordert. Eine Entscheidung über eine Klage wird für Ende 2026 erwartet.
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