Microsoft-Update legt Outlook lahm: Sicherheit oder Stabilität?
23.01.2026 - 23:09:12Ein aktuelles Windows-Sicherheitsupdate stürzt klassische Outlook-Versionen in eine schwere Krise. Unternehmen und Privatanwender berichten von Abstürzen und Einfrieren der E-Mail-Software. Microsoft rät nun zum Entfernen des Patches – ein riskanter Schritt zwischen Sicherheitslücken und Arbeitsunfähigkeit.
Die Probleme begannen mit dem kumulativen Windows-Update vom 13. Januar 2026. Nutzer verschiedener Windows-Versionen meldeten identische Symptome: Outlook friert ein, zeigt „Reagiert nicht“ an und lässt sich nicht ordentlich schließen. Der Prozess outlook.exe läuft weiter im Hintergrund. Nur ein Neustart des Systems oder ein gewaltsames Beenden über den Task-Manager hilft.
Der Fehler steckt in der Dateizugriffsverwaltung des Betriebssystems. Er tritt besonders auf, wenn Outlook-Datendateien (.pst) in Cloud-Ordnern wie OneDrive oder Dropbox liegen. Die Synchronisation kollidiert mit Outlooks Erwartung eines exklusiven, lokalen Dateizugriffs. Folge: Gesendete Mails erscheinen nicht im „Gesendet“-Ordner, Nachrichten werden ständig neu heruntergeladen.
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Notfall-Patches vom 17. Januar beheben andere kritische Fehler, etwa Authentifizierungsprobleme in Azure Virtual Desktop. Die Outlook-Probleme bleiben jedoch bestehen.
Auch Unternehmen betroffen: LTSC-Editionen im Krisenmodus
Die Instabilität trifft nicht nur Privatanwender. Microsoft bestätigt, dass auch Enterprise-Editionen betroffen sind – darunter Windows 10 Enterprise LTSC 2019 und 2021. Das ist brisant: Gerade diese Langzeit-Support-Versionen werden für ihre Stabilität und vorhersehbare Update-Zyklen geschätzt.
Ein separates Problem untersucht Microsoft für Outlook LTSC 2021 und 2024. Hier stürzt die Anwendung ab, wenn Mails mit Inhalten von Viva Engage, Yammer oder Power Automate geöffnet werden. Ein spezieller Patch war für Januar 2026 angekündigt. Ob er auch das allgemeine KB5074109-Problem löst, ist unklar. Für IT-Administratoren bedeutet das doppelten Ärger.
Microsofts Dilemma: Unsichere Systeme oder lahmgelegte Mitarbeiter?
Die offizielle Empfehlung von Microsoft stellt Nutzer und IT-Abteilungen vor ein schweres Dilemma. Das Unternehmen rät, das Update KB5074109 zu deinstallieren. Das behebt die Abstürze sofort – entfernt aber auch alle enthaltenen Sicherheitspatches. Systeme wären dann bekannten Sicherheitslücken ausgesetzt.
Wer das Update nicht entfernen will, dem bleiben zwei Workarounds:
1. Die .pst-Dateien aus Cloud-Ordnern wie OneDrive in einen lokalen, nicht synchronisierten Ordner (z.B. „Dokumente“) verschieben.
2. Vorübergehend auf den Webmail-Zugang des Providers ausweichen.
Beide Lösungen sind unbefriedigend. Die erste erfordert manuelle Eingriffe bei allen betroffenen Nutzern. Die zweite schränkt die Produktivität erheblich ein.
Altes Format, moderne Cloud: Ein struktureller Konflikt
Der Vorfall zeigt einen grundlegenden Konflikt auf: Die veraltete .pst-Dateistruktur von Outlook ist für rein lokalen Zugriff ausgelegt. Moderne Cloud-Synchronisation mit „Dateien bei Bedarf“ funktioniert nach entgegengesetzter Logik. Durch Änderungen in den Dateisystem-Treibern des Betriebssystems ist dieser latente Konflikt nun eskaliert.
IT-Administratoren wird geraten, die Ausrollung des Updates auszusetzen. Bis Microsoft einen korrigierten Patch liefert, bleibt die Abwägung: Kann das Unternehmen das Produktivitätsrisiko durch instabiles Outlook tragen? Oder wiegt das Sicherheitsrisiko durch entfernte Patches schwerer? Die Lösung für eines der weltweit wichtigsten Geschäftsanwendungen bleibt in der Schwebe.
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