Microsoft-Update, Outlook

Microsoft-Update legt Outlook lahm – IT-Abteilungen im Dilemma

17.01.2026 - 04:00:12

Ein kritisches Windows-11-Update stürzt Unternehmen in ein unlösbares Problem: Stabilität oder Sicherheit? Das als kritisch eingestufte Sicherheitsupdate KB5074109 führt bei Nutzern der klassischen Outlook-Version zu massiven Abstürzen. Betroffene berichten von einfrierenden Anwendungen und erzwungenen Systemneustarts, die den Geschäftsbetrieb empfindlich stören. Microsoft hat die Probleme bestätigt, bietet aber vorerst keine Lösung – und zwingt IT-Verantwortliche zu einer riskanten Entscheidung.

Seit der Installation des Updates vom 13. Januar 2026 kommt es zu schwerwiegenden Störungen. Vor allem Nutzer, die ihre E-Mails über das veraltete POP-Protokoll (Post Office Protocol) abrufen, sind betroffen. Das Fehlerbild ist eindeutig: Während des normalen Betriebs friert Outlook plötzlich ein und reagiert nicht mehr. Noch problematischer: Das Programm lässt sich nicht mehr ordentlich schließen. Ein im Hintergrund laufender Prozess blockiert einen Neustart. Nutzer müssen die Anwendung über den Task-Manager gewaltsam beenden oder den gesamten Rechner neu starten. Diese Zwangsmaßnahmen unterbrechen nicht nur die Arbeit, sondern erhöhen auch das Risiko, dass lokale Outlook-Datendateien (.pst) beschädigt werden.

Microsoft bestätigt Problem – ohne Zeitplan für Lösung

Auf seiner Support-Webseite hat der Software-Riese das Problem als „neu aufgetreten“ anerkannt. Die Teams von Outlook und Windows würden gemeinsam an einer Ursachenforschung arbeiten, heißt es. Doch eine konkrete Perspektive, wann ein Korrektur-Update (Hotfix) bereitsteht, nennt Microsoft nicht. Diese Ungewissheit treibt IT-Administratoren um, die für einen reibungslosen Betrieb verantwortlich sind. Die Frage ist: Wie lange können sie warten, wenn die zentrale Kommunikationsschlagader E-Mail lahmgelegt ist?

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Riskante Notlösung: Sicherheitsupdate deinstallieren

In IT-Foren hat sich schnell ein einziger, wirksamer Workaround verbreitet: die vollständige Deinstallation des Updates KB5074109. Nutzer, die diesen Schritt wagten, berichten von sofortiger Besserung. Doch dieser Ausweg ist gefährlich. Bei dem Update handelt es sich um einen kumulativen Sicherheitspatch, der mehrere kritische Lücken schließt – darunter die als hochriskant eingestufte Schwachstelle CVE-2026-20824. IT-Experten warnen eindringlich: Wer das Update entfernt, macht sein System angreifbar für Cyberangriffe. Ein Teufelskreis beginnt.

IT-Compliance in der Zwickmühle: Betrieb versus Schutz

Die Situation stellt Unternehmen vor ein fundamentales Compliance-Dilemma. Auf der einen Seite steht die betriebliche Notwendigkeit einer funktionierenden E-Mail-Kommunikation. Auf der anderen Seite die vertragliche und gesetzliche Pflicht, Systeme durch aktuelle Patches zu schützen. Das Entfernen eines Sicherheitsupdates verstößt gegen diese Vorgaben und kann im Falle eines Angriffs zu rechtlichen Konsequenzen und hohen Schadensersatzforderungen führen. Gleichzeitig droht durch die wiederholten Abstürze ein Datenverlust, der ebenfalls Compliance-Regeln verletzt. Ein klassischer Fall von „Pest oder Cholera“.

Was betroffene Unternehmen jetzt tun sollten

IT-Verantwortliche müssen nun schnell handeln. Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme: Wie viele Mitarbeiter nutzen in der Organisation noch das anfällige POP-Protokoll? Diese Gruppe sollte sofort über die Probleme und die Risiken der Deinstallation informiert werden. Die Empfehlung lautet, die offiziellen Kanäle von Microsoft, wie die Windows Release Health-Webseite, genau im Auge zu behalten. Die Deinstallation des Updates sollte wirklich nur der letzte Ausweg sein – und dann nur nach gründlicher Risikoabwägung und lückenloser Dokumentation. Der Druck auf Microsoft, eine saubere Lösung zu liefern, wächst mit jedem Tag.

@ boerse-global.de