Microsoft, Gartner

Microsoft und Gartner warnen vor Schatten-KI in Unternehmen

12.02.2026 - 03:10:12

Studien von Microsoft und Gartner warnen vor der ungesicherten Nutzung von KI-Agenten durch Mitarbeiter. Die Sicherheitsvorkehrungen hinken der rasanten Verbreitung massiv hinterher.

Die unkontrollierte Nutzung von KI-Agenten durch Mitarbeiter wird zur größten Sicherheitslücke. Neue Analysen von Microsoft und Gartner zeigen eine alarmierende Diskrepanz zwischen rasanter Verbreitung und mangelnden Schutzmaßnahmen. Die Warnungen treffen auf ein gesteigertes öffentliches Risikobewusstsein, wie der aktuelle Munich Security Index 2026 belegt.

Schatten-KI: Die unsichtbare Gefahr im Firmennetzwerk

Microsoft warnt in seinem aktuellen Cyber Pulse Report eindringlich vor sogenannter Schatten-KI. Damit ist die Nutzung von KI-Anwendungen durch Mitarbeiter ohne Wissen der IT-Abteilung gemeint. Laut Studie setzen bereits über 80 Prozent der größten Konzerne KI-Helfer ein, etwa um Programmieraufgaben zu beschleunigen.

Das Problem: Die Sicherheitsvorkehrungen hinken dieser Entwicklung massiv hinterher. Weniger als die Hälfte aller Unternehmen (47 Prozent) hat spezifische Kontrollen für generative KI implementiert. Gleichzeitig nutzen 29 Prozent der Angestellten nicht genehmigte KI-Tools. Diese blinden Flecken öffnen neue Angriffsvektoren. „Eine zu schnelle Bereitstellung kann bestehende Sicherheitskontrollen aushebeln“, so Microsoft-Experten. Die KI-Agenten könnten so zu unbeabsichtigten Schwachstellen oder sogar „Doppelagenten“ werden.

Die Herausforderung für Sicherheitsteams: Sie müssen sowohl genehmigte als auch nicht genehmigte Agenten identifizieren und für beide strikte Kontrollen entwickeln.

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Gartner: Autonome KI als Top-Cyberrisiko 2026

Parallel identifiziert das Marktforschungsunternehmen Gartner die Überwachung von KI-Agenten als wichtigsten Cybersicherheitstrend des Jahres. Die zunehmende Nutzung autonomer KI-Systeme durch Entwickler und Mitarbeiter schaffe neue, unvorhersehbare Angriffsflächen.

No-Code-Plattformen beschleunigen diesen Trend. Sie ermöglichen auch technisch weniger versierten Mitarbeitern, eigene KI-Agenten zu erstellen. Gartner warnt vor einer unkontrollierten Verbreitung von unsicherem Code und potenziellen Compliance-Verstößen. Die Herausforderung für Sicherheitsteams: Sie müssen sowohl genehmigte als auch nicht genehmigte Agenten identifizieren und für beide strikte Kontrollen entwickeln.

Das digitale Wettrüsten: KI als Waffe und Schutzschild

Die Berichte unterstreichen einen fundamentalen Wandel. Während Unternehmen KI zur Abwehr nutzen, setzen Cyberkriminelle sie zunehmend für Angriffe ein. KI-gestützte Tools senken die Hürden für Kriminalität und ermöglichen massenhaftes, erfolgreiches Phishing.

Doch im Abwehrkampf hinken viele Unternehmen hinterher. Größte Hindernisse sind laut einer aktuellen Erhebung der Mangel an Fachkräften (50 Prozent) und die Komplexität veralteter IT-Systeme (46 Prozent). Obwohl 99 Prozent der Sicherheitsverantwortlichen bestätigen, dass KI ihre Strategien beeinflusst, wird die Technologie als konkretes Risiko noch unterschätzt.

Öffentliche Angst trifft auf regulatorischen Druck

Die Tech-Warnungen spiegeln die Sorgen der Bevölkerung wider. Der Munich Security Index 2026 zeigt: Deutsche sehen Cyberangriffe als größere Gefahr an als Handelskriege oder den Klimawandel.

Auf diesen öffentlichen Druck reagiert die Politik. Die EU-Kommission treibt mit Initiativen wie der Überarbeitung des Cybersecurity Act verbindliche Regeln für die gesamte digitale Lieferkette voran. Unternehmen stehen somit unter doppeltem Druck: Sie müssen sich gegen intelligentere Angriffe wehren und gleichzeitig komplexere Compliance-Anforderungen erfüllen.

Ausblick: Der Weg führt zur proaktiven KI-Governance

Die Cybersicherheit 2026 wird davon abhängen, ob es gelingt, den KI-Einsatz sicher zu gestalten. Die reine Implementierung von Abwehrwerkzeugen reicht nicht mehr. Unternehmen brauchen eine umfassende Governance-Strategie mit klaren Richtlinien für Tools, Berechtigungen und Aktivitätsüberwachung.

Die zentrale Herausforderung ist es, die Lücke zwischen Innovationsgeschwindigkeit und Sicherheitsanpassung zu schließen. Ohne proaktive Steuerung riskieren Firmen, dass ihre Effizienz-Tools zur größten internen Bedrohung werden. Die Debatte verschiebt sich damit von der Frage ob KI eingesetzt werden sollte, hin zur Frage wie ihr Einsatz selbst abgesichert werden kann.

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