Microsoft und Bristol Myers Squibb starten KI-Offensive gegen Lungenkrebs
21.01.2026 - 20:22:12KI-gestützte Früherkennung soll Überlebenschancen erhöhen und Versorgungslücken schließen. Zwei Branchenriesen schmieden eine ungewöhnliche Allianz im Kampf gegen eine der tödlichsten Krebsarten. Der Pharmakonzern Bristol Myers Squibb und der Technologiegigant Microsoft haben eine umfassende Kooperation angekündigt. Ihr Ziel: Künstliche Intelligenz soll die Früherkennung von Lungenkrebs revolutionieren und damit vor allem benachteiligte Patientengruppen erreichen.
KI als zweites Auge für Radiologen
Im Kern der Zusammenarbeit steht die Integration von speziellen KI-Algorithmen in die klinische Routine. Diese Werkzeuge, bereits von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassen, werden über Microsofts Precision Imaging Network bereitgestellt. Diese Plattform wird bereits in über 80 Prozent der amerikanischen Krankenhäuser genutzt.
Die KI durchsucht automatisch Röntgen- und CT-Bilder nach winzigen, schwer erkennbaren Lungenknoten – oft frühe Vorboten eines Tumors. „Es geht nicht darum, Radiologen zu ersetzen, sondern sie zu entlasten und zu unterstützen“, so die Philosophie der Partner. Ein besonderer Fokus liegt auf der Nachverfolgung von Zufallsbefunden. Aktuell geht mehr als die Hälfte dieser Patienten im System verloren. Die neuen Workflow-Tools sollen sicherstellen, dass Betroffene schneller in die richtige Behandlung gelangen, oft noch bevor Symptome auftreten.
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Kampf gegen Ungleichheit in der Gesundheitsversorgung
Ein zentrales Anliegen der Initiative ist die Gesundheitsgerechtigkeit. Die Sterberate bei Lungenkrebs ist in medizinisch unterversorgten Gemeinden unverhältnismäßig hoch. Screenings nach Leitlinien finden dort seltener statt.
Die Partner wollen diese Lücke schließen, indem sie die KI-Diagnostik gezielt in Gemeindekliniken und ländlichen Krankenhäusern einsetzen. „Gesundheitsgerechtigkeit muss in all unseren Operationen verankert sein“, erklärt Andrew Whitehead, Leiter für Bevölkerungsgesundheit bei Bristol Myers Squibb. Der Plan: Hochmoderne Technologie soll dorthin gebracht werden, wo Ressourcen knapp sind, um frühere Diagnosen für alle Patienten zu ermöglichen – unabhängig von Herkunft oder Wohnort.
Pharmawissen trifft auf Tech-Infrastruktur
Die Kooperation zeigt, wie die Grenzen zwischen Pharmaindustrie und Technologiesektor verschwimmen. Bristol Myers Squibb bringt sein profundes onkologisches Know-how und Wissen um Therapiepfade ein. Microsoft steuert seine skalierbaren Cloud- und KI-Lösungen für die Radiologie bei.
„Diese Kombination ermöglicht eine einzigartige, KI-gestützte Arbeitsweise“, sagt Alexandra Goncalves, Digital-Health-Chefin bei Bristol Myers Squibb. Die integrierte Plattform soll Kliniker dabei unterstützen, Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) schneller und präziser zu identifizieren und sie zielgerichtet Therapien zuzuführen. Peter Durlach von Microsoft betont: „Die Plattform arbeitet im Hintergrund, um Ärzte bei der Identifikation früher Krebszeichen zu unterstützen – für mehr Effizienz und bessere Patientenversorgung.“
Vorbild für die Zukunft der Krebsmedizin
Die Initiative könnte erhebliche Auswirkungen auf die Krebsversorgung haben. Lungenkrebs ist in den USA die häufigste Krebstodesursache mit etwa 125.000 Todesfällen jährlich. Die Früherkennung gilt als der effektivste Weg, die Überlebensraten zu verbessern.
Die nächsten Schritte sind die klinische Implementierung der Algorithmen. Gelingt das Vorhaben, könnte es zum Blaupause für weitere Tech-Pharma-Partnerschaften werden. Langfristig versprechen solche KI-Plattformen nicht nur präzisere Diagnosen, sondern auch maßgeschneiderte Therapiewege – ein entscheidender Fortschritt im globalen Kampf gegen Krebs.
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