Microsoft, Teams

Microsoft Teams: Sicherheit wird jetzt automatisch aktiviert

17.01.2026 - 07:30:11

Microsoft schaltet für Millionen Teams-Nutzer zentrale Sicherheitsfunktionen standardmäßig frei. Ab sofort blockiert die Plattform gefährliche Dateien und warnt vor bösartigen Links – auch für Unternehmen ohne eigene IT-Sicherheitsexperten.

Diese Grundsatzentscheidung markiert einen Wendepunkt. Microsoft behandelt sein Kollaborationstool nicht länger als reine Produktivitätsplattform, sondern als kritischen Angriffsvektor, der von Haus aus abgesichert sein muss. Hintergrund ist die zunehmende Bedrohung durch KI-gesteuerte Phishing-Kampagnen und Malware-Angriffe, die gezielt den Vertrauensvorschuss in internen Chat-Systemen ausnutzen. Mit über 320 Millionen monatlich aktiven Nutzern ist Teams ein lukratives Ziel für Cyberkriminelle.

Die Änderung betrifft alle Kunden, die ihre Sicherheitseinstellungen nicht individuell angepasst haben. Drei zentrale Schutzmechanismen werden automatisch aktiviert und bilden ein mehrstufiges Verteidigungssystem.

Gefährliche Dateitypen werden blockiert. Die sogenannte „Weaponizable File Protection“ unterbindet das Versenden von Dateitypen, die typischerweise Malware enthalten – etwa ausführbare Dateien (.exe) oder bestimmte Skripte. Der Absender erhält eine Benachrichtigung über die Blockade, die Datei erreicht den Empfänger nicht. Dieser präventive Schritt soll dateibasierte Angriffe bereits im Ansatz stoppen.

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Echtzeit-Check für alle Links. Jeder in Teams geteilte Link wird in Echtzeit mit Microsofts Threat-Intelligence-Datenbanken abgeglichen. Erkennt das System eine Phishing-Seite oder eine schädliche Domain, erscheint eine klare Warnmeldung, bevor der Nutzer die Seite öffnen kann. Diese Schicht ist entscheidend im Kampf gegen Betrugsversuche, die auf das Klicken manipulierter Links setzen.

Meldefunktion für falsche Alarme. Um legitime Arbeitsabläufe nicht zu behindern, können Nutzer falsche Positivmeldungen einfach melden. Wird eine harmlose Datei oder ein sicherer Link fälschlich blockiert, hilft dieses Feedback, die Erkennungsalgorithmen kontinuierlich zu verbessern.

Was die Umstellung für Nutzer und Administratoren bedeutet

Für den durchschnittlichen Mitarbeiter werden die Änderungen als subtile, aber spürbare Sicherheitsnetze wirken. Die größte Umstellung: Bestimmte Dateitypen lassen sich nicht mehr versenden, und bei verdächtigen Links erscheinen Warnhinweise. Das mag einzelne Workflows kurz unterbrechen, verhindert aber potenziell katastrophale Vorfälle wie Ransomware-Infektionen, die oft mit einem einzigen Klick beginnen.

Für IT-Administratoren reduziert die automatische Aktivierung den Aufwand für manuelle Konfiguration. Sie schafft einen verbindlichen Sicherheitsstandard. Dennoch ist Vorbereitung nötig. Microsoft rät Administratoren, ihre Dokumentation anzupassen und den Helpdesk auf mögliche Nutzeranfragen vorzubereiten. Der Schutz gilt auch in externen Chats: Ist die Dateischutz-Funktion bei einem Gesprächsteilnehmer aktiv, profitiert das gesamte Gespräch.

Der Trend zur eingebauten Sicherheit

Die „Secure-by-Default“-Strategie für Teams ist Teil eines Branchentrends. Angesichts immer raffinierterer Cyberbedrohungen – verstärkt durch KI – ist es nicht mehr haltbar, entscheidende Schutzmaßnahmen zur manuellen Aktivierung freizugeben. Indem Microsoft diese Features zur Standardeinstellung macht, schließt es proaktiv Sicherheitslücken, die Angreifer häufig ausnutzen.

Die Maßnahme unterstreicht, wie zentral die Absicherung von Kollaborationstools geworden ist. Die Erwartung an integrierte, intelligente und automatisierte Sicherheit wird weiter steigen. Mit diesem Update positioniert sich Microsoft Teams nicht nur als Produktivitätstool, sondern als Arbeitsumgebung mit einem grundlegenden Bekenntnis zur Nutzersicherheit.

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