Microsoft, KI-Updates

Microsoft startet 2026 mit KI-Updates für Teams und OneDrive

03.01.2026 - 00:24:12

Microsoft integriert KI-Assistenten direkt in OneDrive und Teams, verschärft gleichzeitig die Sicherheitsstandards und stellt IT-Abteilungen vor neue Herausforderungen.

Microsoft treibt die KI-Integration in seine Produktivitäts-Suite voran. Millionen Geschäftskunden erhalten ab dieser Woche deutlich schnellere Teams-Clients und intelligente Datei-Assistenten.

Die Updates, die bereits in den Roadmaps Ende 2025 angekündigt wurden, markieren einen strategischen Wandel. Künstliche Intelligenz soll nicht mehr nur Fragen beantworten, sondern aktiv Arbeitsabläufe steuern – Microsoft spricht von „agentischen“ Workflows. Für IT-Abteilungen bedeutet das neue Sicherheitsvorgaben und technische Anpassungen.

Teams: Neue Architektur für mehr Performance

Windows-Nutzer profitieren ab sofort von einer neu aufgeteilten Prozess-Architektur in Microsoft Teams. Der Desktop-Client startet deutlich schneller und verbraucht weniger Systemressourcen.

Der Trick: Die rechenintensiven Funktionen für Audio, Video und Netzwerk in Meetings wurden ausgelagert. Sie laufen nun in einem separaten Prozess namens ms-teams_modulehost.exe. Die Hauptoberfläche bleibt dadurch auch bei hoher Auslastung reaktionsschnell.

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IT-Administratoren müssen handeln. Damit die neue Architektur reibungslos funktioniert, sollte der zusätzliche Prozess in den Allowlists der Endpoint-Security-Systeme freigegeben werden. Ansonsten drohen Blockaden durch Antivirensoftware.

OneDrive: KI-Assistenten direkt im Dateisystem

Die Integration von Copilot geht in die nächste Runde. Besonders Mac-Nutzer erhalten ein neues Werkzeug: Künftig lässt sich der KI-Assistent direkt im macOS Finder aufrufen.

Per Rechtsklick auf eine Datei im lokalen OneDrive-Ordner können Nutzer nun Zusammenfassungen, Kernaussagen oder gezielte Informationen extrahieren lassen – ohne die Dokumente zu öffnen. Die Lücke zwischen Betriebssystem und Cloud-Speicher schließt sich.

Noch bedeutender ist die Einführung von „Agents in OneDrive“. Nutzer können damit maßgeschneiderte KI-Assistenten erstellen, die auf bestimmte Ordner oder Dateisammlungen spezialisiert sind.

Ein Beispiel: Ein Projektleiter verknüpft einen Agenten mit dem Ordner „Budget Q1 2026“. Der Assistent beantwortet dann Fragen, erstellt Berichte oder vergleicht Zahlen ausschließlich auf Basis dieser vertrauenswürdigen Daten. Diese Agenten lassen sich mit Kollegen teilen und verwandeln statische Ordner in interaktive Wissensdatenbanken.

Sicherheit: Strengere Vorgaben für alle Kunden

Microsoft verschärft die Sicherheitsstandards. Für Microsoft Teams gilt ab Januar eine „Secure by Default“-Politik.

Das bedeutet: Schutzmaßnahmen gegen bösartige Dateien und Phishing-Links in Chats und Kanälen sind jetzt standardmäßig aktiviert. IT-Administratoren müssen sie nicht mehr manuell konfigurieren. Das System scannt Anhänge und URLs proaktiv und blockiert verdächtige Inhalte. Unternehmen können die Richtlinien zwar anpassen, das Grundniveau für alle Mandanten wurde jedoch angehoben.

Gleichzeitig läuft eine wichtige Frist ab. Bis zum 31. Januar 2026 müssen Organisationen das veraltete IDCRL-Authentifizierungsprotokoll für SharePoint und OneDrive ablösen. Wer nicht auf moderne Protokolle wie OpenID Connect und OAuth umgestiegen ist, riskiert Dienstunterbrechungen. Dieser Schritt ist Teil der „Secure Future Initiative“, mit der Microsoft angreifbare, veraltete Authentifizierungsmethoden eliminieren will.

Strategischer Wandel: Von der KI zum Infrastruktur-Layer

Die aktuellen Updates zeigen einen klaren Trend. Die Jahre 2024 und 2025 standen bei Microsoft im Zeichen der Copilot-Einführung. 2026 konzentriert sich der Konzern nun auf Performance und autonome Nutzbarkeit.

Die Entkopplung der Medien-Engine in Teams werten Branchenbeobachter als wichtiges Signal. „Das ist ein Eingeständnis, dass der Funktionsumfang die Nutzererfahrung beeinträchtigt hat“, kommentiert eine aktuelle Analyse. „Indem Microsoft die Medien-Engine auslagert, stellt es sicher, dass die Kollaborations-Plattform nutzbar bleibt – selbst wenn weitere KI-Funktionen hinzukommen.“

Die Einführung von Agents in OneDrive stellt zudem die klassische Datei-Ordner-Hierarchie infrage. Statt nach einem bestimmten Dokument zu suchen, lernen Nutzer, einen Agenten zu fragen: „Finde die Antwort“ in einem Satz von Dokumenten. Ein fundamentaler Wandel im Arbeitsablauf.

Was kommt als Nächstes?

Der Ausblick auf das erste Quartal 2026 verspricht weitere Integrationen. Die Roadmap zeigt, dass „KI-gestütztes Inhaltsverständnis“ für SharePoint weiter ausgebaut wird. Neue Funktionen sollen unstrukturierte Dateien automatisch klassifizieren und Metadaten extrahieren.

Zudem steht zwischen Mitte Januar und Februar ein „größeres Update“ für Microsoft Planner an. Es wird voraussichtlich das Aufgabenmanagement noch enger mit dem Teams- und SharePoint-Ökosystem verzahnen.

IT-Abteilungen sollten jetzt prüfen, ob ihre Netzwerkkonfigurationen die neuen Teams-Prozesse zulassen. Gleichzeitig gilt es, die Nutzer auf die neuen KI-Funktionen in ihren Dateimenüs vorzubereiten. Der Arbeitsalltag mit Microsoft 365 wird intelligenter – und fordernder für die IT-Administration.

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