Microsoft SharePoint: Legacy-Authentifizierung wird abgeschaltet
25.01.2026 - 07:52:12Die letzte Phase einer großen Sicherheitsreform bei Microsofts SharePoint Online hat begonnen. Bis Ende Januar werden veraltete Anmeldeverfahren für die Cloud-Plattform blockiert. Unternehmen müssen jetzt handeln.
Diese entscheidende Maßnahme markiert den Höhepunkt einer mehrjährigen Initiative von Microsoft, um die Sicherheit in seiner 365-Ökologie zu erhöhen. Ab dem 31. Januar 2026 werden alle Verbindungen zu SharePoint Online und OneDrive for Business, die auf alten Protokollen wie IDCRL oder WS-Trust basieren, standardmäßig scheitern. Betroffen sind maßgeschneiderte Lösungen, Drittanbieter-Apps und Verwaltungsskripte.
Der Wechsel ist Teil eines branchenweiten Abschieds von passwortbasierter „Basic Authentication“. Diese ist anfällig für Cyberangriffe wie „Password Spraying“. Das moderne OAuth 2.0 hingegen nutzt zeitlich begrenzte Zugriffstoken und ermöglicht robuste Sicherheitsfunktionen wie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA).
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Warum Microsoft jetzt die Notbremse zieht
Die Sicherheitsrisiken der alten Verfahren sind erheblich. „Basic Authentication“ überträgt Benutzernamen und Passwörter im Klartext mit jeder Anfrage – ein leichtes Ziel für Angreifer. Microsofts eigene Telemetriedaten zeigen: Konten, bei denen die Legacy-Authentifizierung deaktiviert ist, werden deutlich seltener kompromittiert.
Die Umstellung folgt dem „Secure by Default“-Prinzip des Konzerns. Ein ähnlicher, erfolgreicher Schritt wurde bereits 2022 für Exchange Online vollzogen. Die dort gewonnenen Erkenntnisse prägen den aktuellen Zeitplan für SharePoint.
Alte Apps und Skripte werden unbrauchbar
Der Haupttreffer trifft Organisationen mit individuellen Entwicklungen. Automatisierte Uploads, Verwaltungstools oder PowerShell-Skripte, die auf Klassen wie SharePointOnlineCredentials setzen, werden nach dem Stichtag nicht mehr funktionieren.
Als Lösung müssen Entwickler auf die Microsoft Authentication Library (MSAL) umsteigen. Dazu ist eine Registrierung der Anwendung in Microsoft Entra ID (ehemals Azure AD) nötig, um Zugriffstoken zu erhalten. Diese Modernisierungswelle betrifft auch das veraltete SharePoint Add-In-Modell, dessen Abschaltung für April 2026 geplant ist. Die empfohlene Alternative ist das moderne SharePoint Framework (SPFx).
Zeitplan: Drei Monate Schonfrist für Nachzügler
Microsoft hat einen klaren Fahrplan für das endgültige Aus der Legacy-Authentifizierung vorgelegt. Eine kurze Übergangsfrist gibt es für Unternehmen, die mehr Zeit benötigen.
- 31. Januar 2026: Legacy-Authentifizierung wird für alle SharePoint- und OneDrive-Mandanten standardmäßig blockiert.
- Bis 30. April 2026: Organisationen können die alten Protokolle temporär per PowerShell-Befehl wieder freischalten. Dies ist nur als kurzfristige Notlösung gedacht.
- 1. Mai 2026: Die Legacy-Authentifizierung wird endgültig und unwiderruflich abgeschaltet. Eine Reaktivierung ist dann nicht mehr möglich.
Administratoren sollten ihre Systeme dringend auf verbliebene Abhängigkeiten überprüfen und die Migration vor dem finalen Stichtag abschließen.
Ausblick: Der sichere Cloud-Kosmos wird konsequent ausgebaut
Die erzwungene Umstellung auf moderne Authentifizierung ist ein strategischer Schritt, um die Cloud-Plattformen gegen wachsende Bedrohungen zu wappnen. Die Standardisierung auf OAuth 2.0 stellt sicher, dass SharePoint vom gleichen Sicherheitsniveau profitiert wie der Rest der Microsoft-365-Suite.
Der Trend setzt sich fort: Microsoft hat bereits angekündigt, die „Basic Authentication“ für den SMTP AUTH-Endpunkt von Exchange Online ab März 2026 schrittweise abzuschalten. Für Unternehmen bedeutet die aktuelle Umstellung nicht nur den Erhalt der Funktionalität, sondern eine notwendige Investition in den Schutz ihrer Unternehmensdaten. Die Zeit zum Handeln ist jetzt.
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