Microsoft OneDrive: KI-Assistenten für persönliche Dateien starten
05.02.2026 - 09:52:12Microsoft integriert KI-Assistenten direkt in die Cloud-Speicherplattform OneDrive – ein fundamentaler Wandel im Umgang mit persönlichen und geschäftlichen Daten. Die ab dieser Woche allgemein verfügbare Funktion „Agents in OneDrive“ erlaubt es Nutzern, maßgeschneiderte KI-Helfer auf Basis ihrer eigenen Dateien zu erstellen. Während das Tool die Produktivität steigern soll, wirft es gleichzeitig neue Fragen zur Cybersicherheit und Datenkontrolle auf.
KI-Assistenten aus eigenen Dateien erschaffen
Kern der Ankündigung vom 3. Februar ist eine neue Funktion im Web-Interface von OneDrive. Nutzer mit einer Microsoft 365 Copilot-Lizenz können nun spezialisierte KI-Agenten erstellen, die ausschließlich auf von ihnen ausgewählten Dateien basieren. Im Gegensatz zum allgemeinen Copilot, der auf einen breiten Organisationsindex zugreift, sind diese Agenten auf einen spezifischen Datensatz „geerdet“.
Laut Microsoft können bis zu 20 Dateien – von Word-Dokumenten über PDFs bis zu Excel-Tabellen – als Wissensbasis für einen individuellen Agenten ausgewählt werden. Der fertige Assistent wird als .agent-Datei im OneDrive des Nutzers gespeichert. Wie ein normales Dokument kann diese Datei umbenannt, verschoben und mit Kollegen geteilt werden. Ein Projektleiter könnte so einen Agenten erstellen, der nur auf die Spezifikationen, Meeting-Notizen und Budget-Tabellen eines bestimmten Projekts zugreift. Teammitglieder könnten diesen dann nach Details fragen, ohne manuell in Dutzenden Dokumenten suchen zu müssen.
So funktioniert die Technologie
Die Integration nutzt das „Agentic AI“-Framework, an dem Microsoft seit Ende 2025 arbeitet. Bei einer Anfrage verarbeitet der OneDrive-Agent die Frage im Kontext der ausgewählten Dateien. Es handelt sich nicht um eine einfache Stichwortsuche; die KI synthetisiert Informationen über mehrere Dokumente hinweg, um Antworten, Zusammenfassungen und Erkenntnisse in natürlicher Sprache zu liefern.
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Technologie-Analysten sehen darin eine Demokratisierung der KI-Erstellung. Bislang erforderte das Bauen eines individuellen Bots Tools wie Copilot Studio. Jetzt ist die Funktion direkt in die Speicher-Oberfläche integriert, die täglich von Millionen genutzt wird. Der Erstellungsprozess ist simpel: Dateien auswählen, auf „Agent erstellen“ klicken – der Helfer ist sofort einsatzbereit. Berichte aus frühen Tests deuten darauf hin, dass solche Agenten Verträge vergleichen, Aufgaben aus Meeting-Protokollen extrahieren oder Forschungsarbeiten zu verständlichen Zusammenfassungen verdichten können.
Sicherheit und Datenschutz im Fokus
Da KI-Agenten nun direkten Zugriff auf persönliche Speicher erhalten, sind Sicherheitsbedenken für IT-Administratoren und Datenschützer vorprogrammiert. Microsoft betont, dass die Agenten dem gleichen strengen Berechtigungsmodell unterliegen wie die Dateien, auf denen sie basieren.
Ein Agent kann keine Informationen preisgeben oder darauf zugreifen, wenn der fragende Nutzer nicht bereits die Berechtigung für die Quelldateien besitzt. Wird ein Agent mit einem Kollegen geteilt, benötigt dieser ebenfalls Zugriff auf die zugrundeliegenden Dokumente. Fehlen die nötigen Rechte, liefert der Agent keine Ergebnisse. Dies soll verhindern, dass Daten versehentlich über die KI-Schnittstelle durchsickern.
Diese Veröffentlichung folgt auf das „Windows 11 Consent Framework“ von Ende 2025, das Protokolle dafür festlegte, wie KI-Agenten Zugriff auf lokale und Cloud-Dateien anfordern. Cybersicherheitsexperten weisen jedoch darauf hin, dass die Verbreitung von .agent-Dateien eine neue Schicht von „Schatten-KI“ in Unternehmen einführt. Im Gegensatz zu zentral verwalteten Bots können diese nutzergenerierten Helfer ad-hoc erstellt werden und zu einer unkontrollierten Verbreitung unüberwachter KI-Tools im Firmennetzwerk führen.
Marktkontext und strategische Ausrichtung
Die Einführung wird von Branchenbeobachtern als direkte Antwort auf die wachsende Nachfrage nach „persönlicher KI“ gewertet, die den individuellen Kontext eines Nutzers versteht. Während große Sprachmodelle leistungsstark sind, fehlt ihnen oft das spezifische, detaillierte Wissen aus den privaten Arbeitsdateien eines Nutzers.
Marktanalysten sehen darin eine Festigung von Microsofts Strategie, agentenbasierte Fähigkeiten in jede Schicht des Microsoft-365-Ökosystems einzubetten. Indem Agenten wie Dateien behandelt werden, normalisiert Microsoft das Konzept der KI als übertragbares Werkzeug – nicht nur als Chat-Oberfläche. Dies spiegelt den breiteren Branchentrend wider, bei dem „agentische Workflows“, in denen KI proaktiv Aufgaben erledigt, zum Standard für Unternehmenssoftware werden.
Die Ankündigung fällt zudem mit Microsofts Entscheidung zusammen, eigenständige SharePoint- und OneDrive-Pläne zugunsten umfassender Microsoft-365-Abonnements auslaufen zu lassen. Dieser Schritt drängt mehr Geschäftskunden in die Tarife, die Copilot und diese erweiterten Agenten-Funktionen enthalten.
Ausblick: Vom Antwortgeber zum aktiven Helfer
Experten prognostizieren, dass die Fähigkeiten der OneDrive-Agenten rasch erweitert werden. Während die aktuelle Version auf das Beantworten von Fragen und das Zusammenfassen von Texten beschränkt ist, sollen künftige Iterationen Aktionen ausführen können. Denkbar sind das Verfassen von E-Mails basierend auf Datei-Inhalten oder das automatische Aktualisieren von Projekt-Trackern.
Die von Microsoft-Managern diskutierte Vision eines „Agentic Web“ deutet eine Zukunft an, in der solche persönlichen Agenten miteinander interagieren. Der „Budget-Agent“ eines Nutzers könnte dann direkt mit dem „Terminplanungs-Agenten“ eines Kollegen kommunizieren, um Konflikte ohne menschliches Zutun zu lösen.
Der unmittelbare Effekt wird zunächst bei der individuellen Produktivität spürbar sein. Millionen von Unternehmensnutzern können ab sofort ihre statischen Dateiordner in interaktive, intelligente Assistenten verwandeln. Für Cybersicherheitsteams beginnt damit jedoch die anhaltende Herausforderung, diese neue Effizienz mit den strengen Anforderungen an Datengovernance und die Abwehr von Insider-Bedrohungen in Einklang zu bringen.
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