Microsoft Office: Totgesagte leben länger – vorerst
10.01.2026 - 11:25:12Ein viral verbreiteter Screenshot löste eine Welle der Verunsicherung aus. Jetzt schaltet sich der Tech-Riese mit einer Klarstellung ein.
In einer Woche voller Gerüchte und sozialer Medien-Panik sah sich Microsoft gezwungen, die Zukunft seiner ikonischsten Marke zu verteidigen. Nach einer Flut von Berichten, der Name „Microsoft Office“ sei endgültig gestorben und durch „Microsoft 365 Copilot“ ersetzt worden, gibt der Konzern nun Entwarnung: Die Office-Marke lebt – vorerst.
Die Verwirrung, die die Tech-Schlagzeilen der letzten 72 Stunden dominierte, geht auf ein missverstandenes Interface-Update zurück. Millionen Nutzer glaubten, die jahrzehntealte Produktivitätssuite sei vollständig in Microsofts aggressiver KI-Offensive aufgegangen.
Der virale Screenshot, der die Panik auslöste
Der Aufruhr begann mit einem Screenshot von Microsofts Produkt-Website, der auf Plattformen wie X und Reddit die Runde machte. Zu sehen war ein Disclaimer: „Die Microsoft 365 Copilot-App (früher Office) ermöglicht es Ihnen, an einem Ort zu erstellen, zu teilen und zusammenzuarbeiten.“
Passend zum Thema Office-Verwirrung: Zahlen Sie noch 70–100 € im Jahr für ein Microsoft‑365‑Abo? Ein kostenloser Gratis-Report erklärt, wie Sie Word, Excel & Co. legal und ohne Installation direkt im Browser nutzen und so das Abo sparen. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt Anmeldung, OneDrive‑Speicherung und gemeinsames Bearbeiten – plus praktische Checkliste für die Einrichtung, damit nichts verloren geht. Jetzt kostenlosen Office-Guide sichern
Für viele langjährige Nutzer klang das wie ein Nachruf auf die Office-Marke. Es schien, als seien Word, Excel und PowerPoint nun bloße Funktionen innerhalb einer „Copilot“-Anwendung. Tech-Foren liefen über mit Beschwerden über „KI-Bloat“ und das Ausradieren etablierter Software-Identitäten.
Laut Berichten von PCMag und Windows Central verschärfte die Sichtbarkeit der Änderung die Panik. Wer die Standard-Webseite office.com aufrief, wurde auf Seiten umgeleitet, die stark die „Microsoft 365 Copilot-App“ bewerben. Die logische Schlussfolgerung für viele: Die gesamte Suite wurde umbenannt.
Ein Fall von Déjà-vu: Das Rebranding von 2025 kehrt zurück
Um den Shitstorm einzudämmen, stellte Microsoft am Donnerstag klar: Der Zusatz „früher Office“ bezog sich ausschließlich auf die Microsoft 365-App – eine zentrale Hub-Anwendung zum Starten verschiedener Dokumente und Tools – und nicht auf die Einzelprogramme wie Word oder Excel.
Doch die Sache hat eine bizarre Wendung: Das Rebranding fand tatsächlich schon vor fast einem Jahr statt. Wie The Register berichtete, führte Microsoft die Namensänderung für die Hub-App bereits im Januar 2025 ein. Das Update rollte jedoch nur schrittweise aus. Der spezifische Disclaimer erlangte erst jetzt virale Aufmerksamkeit und erzeugte einen verzögerten „Mandela-Effekt“, bei dem Nutzer die Änderung kollektiv und gleichzeitig bemerkten.
„Die Verwirrung entspringt Microsofts komplexem Brand-Layering“, stellte ein ZDNET-Bericht fest. „Sie benannten den ‚Office‘-Hub 2022 in ‚Microsoft 365‘ und 2025 dann in ‚Microsoft 365 Copilot-App‘ um. Die Nutzer verlieren verständlicherweise den Überblick.“
Office ist nicht tot: Die Standalone-Suite überlebt
Trotz der „Copilot“-Übernahme der Abo-Dienste betont Microsoft, dass die „Office“-Marke einen spezifischen, geschützten Status behält. Das Unternehmen bestätigte, dass Office 2024 – die eigenständige, perpetuelle Lizenzversion der Suite ohne Abo-Pflicht – weiterhin aktiv unter dem „Office“-Namen verkauft und unterstützt wird.
Diese Unterscheidung beleuchtet Microsofts gespaltene Strategie:
* Microsoft 365 / Copilot: Das Cloud-first-Abo-Ökosystem, stark mit KI verwoben.
* Microsoft Office: Die traditionelle, in der Zeit eingefrorene Software-Suite, die Unternehmen und Privatpersonen bevorzugen, die Cloud-Abos meiden.
Indem Microsoft den Office-Namen an das Nicht-Abo-Produkt bindet, will es Unternehmenskunden besänftigen, die Stabilität über ständige Feature-Updates stellen. Die virale Verwirrung zeigt jedoch: Für den Durchschnittsnutzer ist die Grenze zwischen „Office“, „Microsoft 365“ und „Copilot“ hoffnungslos verschwommen.
Die „Alles ist Copilot“-Strategie
Der Vorfall unterstreicht eine breitere Strategie von CEO Satya Nadella: die totale Durchdringung des Portfolios mit KI. Seit dem Erfolg der Partnerschaft mit OpenAI hat Microsoft den „Copilot“-Namen an fast jede große Produktlinie geheftet, von GitHub bis Windows Security.
Beobachter argumentieren, dass diese aggressive Branding-Strategie zur Nutzerermüdung beiträgt. Eine diese Woche veröffentlichte Analyse von Windows Central beschrieb die Situation als „Wahn auf Marketinglevel“. Der Drang, KI-Adoptionsmetriken zu steigern, führe zu verwirrenden Namenskonventionen, die den tatsächlichen Nutzen der Software verschleiern.
„Es fühlt sich an, als müsse die ‚Copilot‘-Marke das neue ‚Office‘ werden – nicht, weil Nutzer sie lieben, sondern weil Microsoft zu viel Geld für jeden anderen Ausgang ausgegeben hat“, bemerkte ein Tech-Kommentator.
Ausblick: KI als primäre Schnittstelle
Nach dem Branding-Schreck dieser Woche scheint der „Office“-Name vorerst sicher, vor allem als Legacydach für Standalone-Software. Die Richtung ist jedoch klar: Microsoft ist entschlossen, „Copilot“ zur primären Schnittstelle für alle digitale Arbeit zu machen.
Analysten prognostizieren: Während Word, Excel und PowerPoint ihre individuellen Namen behalten werden, wird der „Container”, in dem sie leben, zunehmend von KI definiert. Für Nutzer bedeutet das, sich an eine Umgebung zu gewöhnen, in der das „Office“ kein Ort mehr ist, an dem man arbeitet, sondern ein KI-Assistent, der einem bei der Arbeit zusieht.
Zumindest vorerst können Nutzer beruhigt sein: Ein Klick auf das Word-Icon öffnet noch immer Word – und keinen Chatbot. Noch nicht.
PS: Wussten Sie, dass Sie Word & Excel legal kostenlos im Browser nutzen können – ganz ohne Installation und ohne Microsoft‑365‑Abo? Der Gratis-Report „Office im Web“ zeigt in einfachen Schritten, wie Sie Dokumente erstellen, in OneDrive speichern und gemeinsam bearbeiten. Ideal für alle, die nach der jüngsten Namensverwirrung eine kostensparende Alternative suchen. Gratis-Report herunterladen


