Microsoft muss Schüler-Tracking in Österreich stoppen
27.01.2026 - 19:12:12Die österreichische Datenschutzbehörde (DSB) hat Microsoft den Einsatz nicht notwendiger Tracking-Cookies in der Bildungssoftware Microsoft 365 Education untersagt. Das wegweisende Urteil verpflichtet den Tech-Riesen, innerhalb von vier Wochen die illegale Verarbeitung von Schülerdaten zu beenden.
Die Behörde stellte klar, dass Microsoft als Anbieter der Software die direkte Verantwortung für die Einhaltung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) trägt. Der Konzern hatte versucht, diese Pflicht auf die Schulen abzuwälzen. Die eingesetzten Cookies sammelten jedoch Browserdaten und analysierten das Nutzerverhalten – oft für Werbezwecke – ohne die erforderliche Einwilligung der minderjährigen Nutzer.
„Sowohl die betroffene Schule als auch das Bildungsministerium gaben an, vom Umfang des Trackings erst durch die Beschwerden erfahren zu haben“, so ein Sprecher der DSB. Diese Aussage unterstreicht eine massive Transparenzlücke zwischen Tech-Anbietern und Bildungseinrichtungen.
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Zweiter Sieg für Datenschützer
Angestoßen wurde das Verfahren bereits 2024 von der österreichischen Non-Profit-Organisation noyb (None of Your Business). Es ist bereits der zweite Erfolg der Aktivisten in dieser Sache. Bereits im Oktober 2025 hatte eine Entscheidung festgestellt, dass Microsoft Schüler unrechtmäßig trackte und Auskunftsersuchen nicht nachkam.
Die DSB wies auch Microsofts Argument zurück, allein seine irische EU-Niederlassung sei zuständig. Entscheidungen seien in den USA getroffen worden. Dies signalisiert europäischen Aufsichtsbehörden einen härteren Kurs gegenüber US-Tech-Konzernen.
Folgen für digitale Klassenzimmer in Europa
Die Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für den gesamten EdTech-Sektor. Schulen und Ministerien in der EU müssen ihre Abhängigkeit von Drittanbieter-Software kritisch hinterfragen. Oft fehlt den Bildungsträgern das technische Know-how oder die Verhandlungsmacht, um die Datenpraktiken großer Anbieter zu kontrollieren.
Branchenbeobachter erwarten nun einen Dominoeffekt. Andere Anbieter werden ihre Tracking-Richtlinien überprüfen müssen. Die Bequemlichkeit digitaler Tools darf nicht auf Kosten des grundlegenden Datenschutzes von Kindern gehen.
Ausblick: Technische Änderungen und mehr Transparenz
Microsoft muss nun nachweisen, dass es das Urteil innerhalb der Frist umsetzt. Dazu gehören technische Anpassungen, um notwendige von nicht-notwendigen Cookies zu trennen, sowie ein rechtskonformer Einwilligungsmechanismus. Der Konzern muss zudem transparenter darlegen, wie er Schülerdaten für eigene Zwecke wie „Geschäftsmodellierung“ nutzt.
Langfristig könnte das Urteil zu strukturellen Veränderungen führen. Datenschutzexperten fordern, dass Produkte von vornherein datenschutzkonform gestaltet werden – und die rechtliche Last nicht auf die oft überforderten Kunden abgewälzt wird. Der Ball liegt nun bei Microsoft. Die Antwort des Konzerns wird die Zukunft der digitalen Bildung in Europa mitprägen.
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