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Microsoft muss interne Dokumente zu Cloud-Strategie offenlegen

17.01.2026 - 11:24:12

Ein neuer Rechtsstreit um die Lizenzpolitik von Microsoft spitzt sich in Großbritannien zu. Der Wiederverkäufer ValueLicensing fordert interne Dokumente an, um zu beweisen, dass der Konzern den Markt für gebrauchte Software absichtlich austrocknete.

London – Der Kampf um den Markt für gebrauchte Softwarelizenzen geht in die nächste Runde. Nur zwei Monate nach einem wegweisenden Urteil des britischen Wettbewerbsgerichts (CAT) hat der Wiederverkäufer ValueLicensing am Donnerstag beantragt, dass Microsoft interne Dokumente zu seinem umstrittenen “From Software Assurance”-Programm offenlegen muss. Das Programm lief von 2014 bis 2024 und bot Unternehmen Rabatte auf Cloud-Abonnements, wenn sie ihre alten Perpetual-Lizenzen aufgaben.

Die jetzt beantragten Dokumente sollen belegen, dass Microsoft mit dem Programm gezielt den Markt für gebrauchte Lizenzen leerfegen wollte. ValueLicensing wirft dem Tech-Riesen vor, so den Wettbewerb ausgeschaltet und Kunden in teure Abo-Modelle wie Microsoft 365 gedrängt zu haben. “Das Programm sollte genau zu dem Zeitpunkt Perpetual-Lizenzen vom Markt nehmen, als Microsoft seine Kundenbasis auf Abonnements umstellte”, erklärte ValueLicensing-Geschäftsführer Jonathan Horley.

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Für deutsche Unternehmen, die oft auf kostengünstige gebrauchte Lizenzen setzen, könnte der Ausgang des Verfahrens erhebliche finanzielle Folgen haben. Ein Sieg von ValueLicensing könnte den Sekundärmarkt stärken und die Verhandlungsposition gegenüber Software-Giganten wie SAP oder Oracle verbessern.

Grundsatzurteil ebnet den Weg

Die aktuelle Eskalation baut auf einem Grundsatzurteil vom November 2025 auf. Damals wies das CAT Microsofts Argument zurück, der Weiterverkauf von Software verletze das Urheberrecht. Der Konzern hatte versucht, seine Programme wegen enthaltenen Icons und Schriftarten als “künstlerische Werke” einzustufen, die nicht weiterverkauft werden dürfen.

Das Gericht ließ das nicht gelten. Die Richter bestätigten, dass der Erstverkauf einer Softwarelizenz die Vertriebsrechte des Herstellers erschöpft – unabhängig von grafischen Elementen. Diese Entscheidung stärkt die Kreislaufwirtschaft in der Tech-Branche und knüpft an das europäische UsedSoft-Präzedenzurteil an.

Was die Dokumente verraten könnten

Sollte das Gericht der Offenlegung zustimmen, könnten die internen Papiere Einblick geben, wie stark Microsoft den Gebrauchtmarkt als Bedrohung für seine Cloud-Umsätze sah. Marktbeobachter spekulieren: Zeigen die Dokumente eine gezielte Strategie, den Markt auszutrocknen, wäre das ein starkes Indiz für einen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung.

Für IT-Einkäufer in Deutschland und Europa geht es um viel. Ein Erfolg von ValueLicensing könnte den Weg für weitere Klagen ebnen und die Regulierungsbehörden auf den Plan rufen. Schon jetzt wagen es mehr Unternehmen, gebrauchte Lizenzen als legale und budgetschonende Alternative zu prüfen.

Microsoft wehrt sich gegen die Vorwürfe. Das Unternehmen kündigte nach dem November-Urteil bereits an, in Berufung zu gehen. Zum “From SA”-Programm erklärte der Konzern, es sei ein legitimes Angebot gewesen, um Kunden bei der Modernisierung zu unterstützen.

Das Wettbewerbsgericht muss nun entscheiden, ob der mögliche Erkenntnisgewinn die Herausgabe der als geschäftskritisch eingestuften Dokumente rechtfertigt. Die Hauptverhandlung zur Frage, ob Microsoft gegen Wettbewerbsrecht verstoßen hat, ist für später in diesem Jahr geplant. ValueLicensing fordert Schadensersatz in Höhe von rund 270 Millionen Pfund (etwa 320 Millionen Euro).

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