Microsoft, Wetter-KI

Microsoft macht Wetter-KI Aurora als Open Source frei

18.01.2026 - 09:42:12

Microsoft öffnet sein hochpräzises Wettervorhersagemodell Aurora vollständig als Open Source. Der Schritt soll weltweit lokale Wetterdienste und Katastrophenschützer unterstützen, während Extremwetter zunimmt.

Der Tech-Riese positioniert Aurora nicht länger nur als Forschungsprojekt, sondern als kritische Werkzeug für die globale Resilienz. Berichte vom vergangenen Wochenende belegen einen strategischen Schwenk: Microsoft stellt die Modellgewichte und Trainings-Pipelines der KI nun uneingeschränkt zur Verfügung. Forscher, nationale Wetterdienste und Entwickler weltweit können die Technologie so an lokale Klima-Herausforderungen anpassen.

Die Dringlichkeit ist hoch. Allein 2024 haben schwere Stürme, Überschwemmungen und Hitzewellen global über 800.000 Menschen vertrieben oder in Mitleidenschaft gezogen. Viele gefährdete Regionen verfügen nicht über die Supercomputing-Infrastruktur für traditionelle numerische Wettervorhersagen. Aurora soll diese Lücke schließen.

Schlüssel für die Energiewende und Effizienz

Ein zentraler Anwendungsbereich ist die Steuerung erneuerbarer Energien. Netzbetreiber sind auf präzise Vorhersagen von Windgeschwindigkeit und Sonneneinstrahlung angewiesen, um das Stromnetz zu stabilisieren. Das mit über einer Million Stunden Umweltdaten trainierte Aurora-Modell liefert hier hochpräzise Prognosen.

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Gleichzeitig adressiert Microsoft die Kritik am hohen Energieverbrauch von KI-Systemen. Aurora ist als vortrainiertes Fundament-Modell konzipiert. Es kann für spezifische Aufgaben – wie die Verfolgung von Luftverschmutzung – mit vergleichsweise geringem Rechenaufwand feinjustiert werden. Das spart Ressourcen gegenüber dem Training komplett neuer Modelle.

Kampf gegen die digitale Kluft und geopolitisches Rennen

Die Open-Source-Strategie ist auch eine Antwort auf die wachsende digitale Spaltung bei der KI-Nutzung. Ein Microsoft-Bericht vom 8. Januar 2026 zeigt: Die Einführung im „Globalen Norden“ wuchs zuletzt doppelt so schnell wie im „Globalen Süden“. Mit frei verfügbaren, hochmodernen Werkzeugen wie Aurora will das Unternehmen diesem Ungleichgewicht entgegenwirken.

Im Hintergrund läuft ein geopolitisches Rennen um Einfluss in der „KI für Wissenschaft“. Chinesische Modelle wie DeepSeek gewinnen etwa in afrikanischen Märkten an Bedeutung. Indem Microsoft Aurora als globalen Standard für Wetter-KI etabliert, stärkt es seine eigene Position und fördert internationale Kooperation.

Markt im Aufwind und praktischer Einsatz

Der Zeitpunkt ist günstig. Laut dem Lenovo CIO Playbook 2026 erhöhen rund 96 Prozent der Unternehmen im asiatisch-pazifischen Raum 2026 ihre KI-Investitionen. Der Markt für spezialisierte Anwendungen im Umweltrisiko-Management boomt.

Die „nächste Phase“ für Aurora, bereits im November 2025 angekündigt, beginnt nun. Die KI hatte in Studien bereits etablierte Systeme wie das des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) bei Aufgaben wie der Zugbahn von Tropenstürmen übertroffen. Jetzt geht es darum, diesen Vorsprung in der Praxis zu nutzen.

Die Zukunft liegt in dezentralen Anwendungen: Landwirte könnten Tools für die Anbauplanung nutzen, Küstengemeinden maßgeschneiderte Hochwasserwarnsysteme entwickeln. Mit der herannahenden Hurrikan- und Taifunsaison 2026 steht die Wetter-KI vor ihrem Praxistest. Gelingt es, unterversorgten Regionen genauere Warnungen zu liefern, könnte Aurora zu einem Wendepunkt im Kampf gegen den Klimawandel werden.

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