Microsoft Graph PowerShell wird zum Compliance-Standard für deutsche DPOs
03.01.2026 - 14:33:12Datenschutzbeauftragte in Deutschland stehen unter doppeltem Druck: Eine neue Rechtsauslegung verschärft die Anforderungen an Audit-Trails, während Microsofts “Secure by Default”-Update für Teams ab 12. Januar präzise Kontrollen erfordert. Beide Entwicklungen machen den Wechsel zu modernen Tools unumgänglich.
Rechtsgutachten warnt vor “institutionalisierter” Aufsicht
Die Rolle des betrieblichen Datenschutzbeauftragten (DSB) wird anspruchsvoller. Ein aktuelles Rechtsgutachten des US-Anwaltsbüros Covington & Burling zur “Modernisierungsagenda” der Bundesregierung deutet eine entscheidende Wende an. Demnach plant die Politik, die Datenschutzkonferenz (DSK) im Bundesdatenschutzgesetz zu institutionalisieren.
Was bedeutet das konkret? Die Aufsichtsbehörden von Bund und Ländern könnten künftig verbindlichere und einheitlichere Standards durchsetzen. Für DSBs heißt das: Die Zeit passiver Überwachung ist vorbei. Sie müssen künftig standardisierte, detaillierte Prüfprotokolle vorlegen können. “Abwarten” wird zur Risikostrategie, warnt das Gutachten.
Teams-Update setzt technische Deadline
Parallel verschärft Microsoft den Handlungsdruck. Ab dem 12. Januar 2026 führt der Konzern “Secure by Default”-Einstellungen für alle Teams-Kunden ein, die ihre Sicherheitskonfiguration nicht individuell angepasst haben. Das System blockiert dann automatisch verdächtige Dateitypen und Links.
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Ein Fortschritt für die Sicherheit, aber eine Herausforderung für die Compliance. Denn Unternehmen bleiben in der Nachweispflicht. Sie müssen belegen können, dass legitime Geschäftskommunikation nicht fälschlich blockiert wird. Die Überprüfung dieser automatischen Filter erfordert jedoch hochpräzise Sicherheitsprotokolle – eine Aufgabe, für die veraltete PowerShell-Module schlicht ungeeignet sind.
Graph SDK als einzige praktikable Lösung
An der Schnittstelle von Recht und Technik etabliert sich Microsoft Graph PowerShell als neuer De-facto-Standard. Das moderne Software Development Kit (SDK) ist auf die Komplexität heutiger Cloud-Umgebungen ausgelegt und bietet zwei entscheidende Vorteile.
Granulare Berechtigungen für mehr Sicherheit
Das Graph SDK unterstützt feingranulare, rollenbasierte Zugriffskontrollen (RBAC). Das entspricht dem DSGVO-Grundsatz der Datenminimierung. Datenschutzbeauftragte benötigen für Audit-Abfragen wie Get-MgAuditLogDirectoryAudit keine globalen Administratorrechte mehr. Sie arbeiten mit minimal notwendigen Berechtigungen – ein Plus für Sicherheit und regulatorische Unabhängigkeit.
Die Migration drängt
Die technische Eile ist groß. Zwar läuft die Unterstützung für die Graph PowerShell Module v1 erst im Oktober 2026 aus. Doch das Teams-Update am 12. Januar erzwingt den früheren Umstieg auf Version 2. Nur das aktuelle SDK kann die umfangreichen Logs der neuen Sicherheitsfeatures effizient durchsuchen und filtern.
Drei Sofortmaßnahmen für deutsche Unternehmen
Die Botschaft aus Rechtskreisen und IT ist eindeutig: 2026 wird zum Jahr des Compliance-Nachweises. Unternehmen sollten jetzt handeln.
- Skripte überprüfen: Alle Compliance-Reporting-Skripte müssen umgehend geprüft werden. Skripte, die auf veralteten
AzureAD– oderMSOnline-Modulen basieren, sind für das Teams-Update am 12. Januar nicht geeignet. - Auf SDK v2 migrieren: Die Einführung von Microsoft Graph PowerShell SDK v2 hat Priorität. Es gewährleistet Stabilität und Zugriff auf die neuesten Sicherheitssignale.
- DSBs schulen: Datenschutzbeauftragte müssen die neuen Audit-Möglichkeiten verstehen. Sie müssen keine Programmierer sein, aber wissen, welche Daten sie für die verschärften DSK-Standards benötigen.
Die Modernisierungsagenda der Bundesregierung lässt weitere Harmonisierung mit EU-Gesetzen wie dem Cyber Resilience Act erwarten. Der Umfang “prüfwürdiger” Daten wird also eher zu- als abnehmen. Wer jetzt auf Microsoft Graph PowerShell setzt, bereitet sich nicht nur auf den Januar vor, sondern baut die Infrastruktur für die datenschutzrechtlichen Anforderungen der kommenden Jahre.
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