Microsoft Elevate: KI-Plattform für Lehrer startet
16.01.2026 - 04:34:12Microsoft will Lehrkräfte weltweit mit einer neuen KI-Plattform für die digitale Zukunft des Klassenzimmers rüsten. Die Initiative „Elevate for Educators“ bietet kostenlose Werkzeuge und Schulungen – doch in Deutschland steht sie vor der Datenschutz-Hürde.
Strategischer Vorstoß in den Bildungsmarkt
Der Tech-Riese aus Redmond stellt mit „Elevate“ seine bisherigen Bildungsaktivitäten auf eine neue strategische Grundlage. Kern ist ein ganzheitliches Ökosystem: Es kombiniert KI-gestützte Unterrichtstools mit einer globalen Lehr-Community und zertifizierten Weiterbildungen. Für Schulen mit bestehenden Microsoft 365 Education-Lizenzen sollen die neuen KI-Funktionen ohne Aufpreis verfügbar sein.
„Unsere Verantwortung ist es, sicherzustellen, dass die KI den Lehrer unterstützt und das Vertrauen von Schülern und Eltern gewinnt“, betont Justin Spelhaug, Präsident von Microsoft Elevate. Die Plattform soll Pädagogen befähigen, KI nicht nur zu bedienen, sondern sie pädagogisch sinnvoll und datenschutzkonform einzusetzen.
Die EU-KI-Verordnung ist seit August 2024 in Kraft – und betrifft auch Bildungsplattformen wie Microsoft Elevate. Schulen, Träger und Softwareanbieter müssen jetzt Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und Dokumentationspflichten beachten, um rechtliche Risiken zu vermeiden. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt verständlich, welche Anforderungen und Fristen gelten und welche konkreten Schritte Sie sofort umsetzen sollten. Kostenlosen KI-Verordnungs‑Leitfaden für Bildungseinrichtungen herunterladen
Kostenlose Tools und Zertifikate für Lehrer
Im Zentrum stehen drei Säulen: Eine globale Community zum Austausch, kostenlose Fortbildungen in über 13 Sprachen und anerkannte Zertifikate. In Partnerschaft mit Bildungsorganisationen wie ISTE + ASCD hat Microsoft ein kostenfreies „Elevate for Educators“-Zertifikat entwickelt.
Praktische Hilfe verspricht die neue KI-App „Teach“ innerhalb von Microsoft 365 Copilot. Sie soll Lehrkräfte bei der Erstellung von Unterrichtsplänen und personalisierten Aufgaben unterstützen und so Vorbereitungszeiten verkürzen. Eine „Microsoft Learning Zone“ ergänzt das Portfolio mit adaptiven Lernaufgaben.
Die große deutsche Datenschutz-Frage
Die entscheidende Hürde für den Erfolg in Europa heißt DSGVO. Deutsche Datenschutzbehörden stehen Microsofts Cloud-Diensten an Schulen seit Jahren kritisch gegenüber. Sie fürchten, dass die Verarbeitung sensibler Schülerdaten nicht vollständig mit der europäischen Grundverordnung konform ist.
Die „Elevate“-Initiative scheint eine direkte Antwort auf diese Bedenken. Microsoft betont den verantwortungsvollen Umgang mit Daten und sichere, vertrauenswürdige KI-Lösungen als Kernprinzip. Ob das reicht, um die Skepsis der Aufsichtsbehörden zu überwinden, bleibt offen.
Bisherige Kooperationen, etwa mit dem Bundesland Nordrhein-Westfalen, zeigen, dass der Weg der Zusammenarbeit grundsätzlich möglich ist. Die neue Plattform muss nun in der Praxis beweisen, dass sie Datensouveränität und pädagogischen Nutzen vereinen kann.
Ambitionierte Ziele und interne Forschung
Hinter der Bildungsinitiative steht ein größerer Plan: Die „Elevate Academy“ hat sich zum Ziel gesetzt, weltweit 20 Millionen Menschen innerhalb von zwei Jahren eine gefragte KI-Qualifikation zu vermitteln. Die Microsoft-Töchter LinkedIn und GitHub sind in diese Qualifizierungsoffensive eingebunden.
Flankiert wird die Strategie durch das neu gegründete „AI Economy Institute“. Dieser interne Think Tank soll die Auswirkungen von KI auf Arbeit und Bildung erforschen. Seine Erkenntnisse sollen direkt in die Produktentwicklung und Politikberatung des Konzerns einfließen.
Kann Microsoft mit „Elevate“ das Vertrauen gewinnen? Die Transparenz bei der Datenverarbeitung wird darüber entscheiden, ob die Plattform an deutschen Schulen Fuß fasst. Bildungsexperten werden genau hinschauen, ob die digitale Transformation nicht auf Kosten des Schutzes der Schüler erfolgt.
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