Microsoft, Edge

Microsoft Edge: Browser-Design wird zur Copilot-Kopie

14.01.2026 - 06:00:12

Microsoft gestaltet seinen Edge-Browser radikal um – und kopiert dabei das Design seines KI-Assistenten Copilot. Die tiefgreifende optische Erneuerung zielt darauf ab, die Grenze zwischen klassischem Surfen und KI-Interaktion zu verwischen.

Die neue Oberfläche, die aktuell in den Testkanälen Edge Canary und Dev erscheint, markiert einen klaren Bruch mit den bisherigen Fluent Design-Prinzipien. Stattdessen übernimmt der Browser konsequent das Erscheinungsbild der eigenständigen Copilot-App. Abgerundete Ecken, spezifische Schriftarten und Farbschemata prägen nun zentrale Bereiche wie das Einstellungsmenü, Kontextmenüs und die Seite für neue Tabs. Es handelt sich nicht um eine oberflächliche Optik, sondern um eine fundamentale Neuausrichtung.

Das Ziel ist eindeutig: Edge soll sich anfühlen wie eine native Anwendung für Copilot. Nutzer in den Testkanälen sehen bereits, wie sich Rechtsklick-Menüs und Dropdowns mit runderen Formen und neuer Typografie angleichen. Selbst die Einstellungsseite für Privatsphäre und Erweiterungen folgt nun der visuellen Hierarchie von Copilot-Panels.

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Die deutlichste Veränderung zeigt sich auf der Seite für neue Tabs. Ist der neue „Copilot-Modus“ aktiv, verwandelt sie sich in eine KI-gesteuerte Dialogoberfläche. Ist der Modus ausgeschaltet, kehrt sie zu einem traditionelleren Layout mit Bing-Suche und MSN-News zurück – allerdings im neuen Design. Diese anpassungsfähige Erfahrung soll KI-Interaktionen im Browser normalisieren.

Strategischer Push für neues Nutzerverhalten

Hinter dem Facelift steckt eine klare Strategie. Microsoft will das Nutzerverhalten verändern: weg vom traditionellen „Tabs öffnen, suchen, klicken“ hin zu einem „fragen, entscheiden, handeln“-Workflow. Indem der Browser wie ein KI-Assistent aussieht und sich so anfühlt, soll der Nutzer subtil zu konversationelleren Interaktionen bewegt werden.

Bemerkenswert ist die Durchdringungstiefe. Ersten Berichten zufolge bleibt das neue Copilot-Design selbst dann aktiv, wenn der dedizierte KI-Modus deaktiviert ist. Das deutet darauf hin, dass es sich um eine grundlegende Implementierung und nicht um ein optionales Theme handelt. Die Grenze zwischen Browser und KI-Assistent soll gezielt verschwimmen.

Kontext: Der Kampf um die Zukunft des Browsens

Die aggressive KI-Integration ist Microsofts Antwort auf den scharfen Wettbewerb um die Zukunft der Webnavigation. Mit der tiefen Verankerung des Copilot-Designs grenzt sich Edge bewusst von Konkurrenten wie Google Chrome oder Firefox ab. Die Strategie lautet: den bestehenden Browser mit KI-Features ausstatten, statt einen separaten KI-Browser zu entwickeln.

Diese Design-Philosophie geht über Edge hinaus. Ähnliche visuelle Updates werden laut Berichten auch für eine KI-optimierte Version von MSN getestet, intern „Ruby“ oder „Copilot Discover“ genannt. Microsoft scheint eine einheitliche Optik für seine webfähigen Produkte zu schaffen, mit Copilot als zentraler Design-Identität. Dies passt zur Vision der KI-Führung, ein „agentisches“ Betriebssystem zu schaffen, in dem Copilot als zentraler Orchestrator agiert.

Ausblick: Wann kommt das Update für alle?

Das neue Design befindet sich in einem gestaffelten Rollout in den Preview-Kanälen. Noch nicht alle Tester sehen die Änderungen, da Microsoft Feedback und Telemetriedaten sammelt. In der experimentellen Phase wird das Update frühestens in mehreren Wochen die stabile Version von Edge erreichen.

Die Entwicklung zeigt die klare Marschroute für den Browser. Nutzer können erwarten, dass KI-Funktionen noch tiefer in das Kern-Erlebnis verwoben werden. Die einheitliche visuelle Identität über Edge und andere Copilot-Dienste soll die Hemmschwelle für Nutzer senken und die Akzeptanz KI-gestützter Arbeitsabläufe fördern. Langfristig könnte diese „KI-zuerst“-Designsprache sogar auf andere große Plattformen wie Windows selbst übergreifen, um ein vollständig vereinheitlichtes Ökosystem zu schaffen.

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@ boerse-global.de