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Microsoft Copilot: US-Kartellwächter ermitteln gegen KI-Strategie

26.02.2026 - 05:40:00 | boerse-global.de

Die US-Kartellbehörde untersucht, ob Microsoft durch die tiefe Verknüpfung seiner KI Copilot mit Windows und Office den Wettbewerb behindert und Kunden an sein Azure-Ökosystem bindet.

Die US-Handelsaufsicht FTC prüft, ob Microsoft mit der tiefen Integration seiner KI Copilot in Windows und Office 365 den Wettbewerb erstickt. Der Vorwurf: Der Tech-Riese missbrauche seine Marktmacht, um Konkurrenten im lukrativen KI-Markt auszuschalten.

Kernvorwurf: Digitale Kopplung von Produkten

Im Zentrum der Ermittlungen steht die Praxis des „Tying“ oder der Kopplung. Microsoft bindet seinen KI-Assistenten Copilot untrennbar in seine dominierenden Plattformen Windows und Microsoft 365 ein. Für Millionen Unternehmen weltweit sind diese Programme unverzichtbar.

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Durch die nahtlose Integration entsteht für Nutzer ein bequemer Einstieg in die Microsoft-KI. Die FTC fragt jedoch: Handelt es sich dabei um einen unfairen Wettbewerbsvorteil? Konkurrenten wie Google oder KI-Start-ups hätten kaum eine Chance, gegen einen Assistenten anzutreten, der bereits in der betriebseigenen Software steckt. Die Behörde prüft, ob diese Strategie die Wahlfreiheit der Kunden unzulässig einschränkt.

Strategisches Ziel: Stärkung der Azure-Cloud

Die Untersuchung geht über den Desktop hinaus. Analysten sehen in der Copilot-Strategie einen cleveren Schachzug, um Microsofts Cloud-Geschäft Azure zu stärken. Das Unternehmen positioniert sich als zentrale Schaltstelle für Unternehmens-KI.

Die FTC prüft konkret zwei Vorwürfe: Schafft Microsoft absichtlich Kompatibilitätshürden, damit seine KI-Software auf Konkurrenz-Clouds schlechter läuft? Und verlangt das Unternehmen hohe Wechselgebühren von Kunden, die zu anderen Anbietern migrieren wollen? Dies würde Firmen noch fester an das Azure-Ökosystem binden – eine klassische Lock-in-Strategie.

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Déjà-vu: Microsofts historische Kartellprobleme

Für Microsoft ist das ein vertrautes Terrain. Der Konzern kämpfte bereits in den 90er und 2000er Jahren gegen Kartellverfahren, damals rund um den Internet Explorer. Der entscheidende Unterschied heute ist die Technologie: Künstliche Intelligenz gilt als Schlüssel zur Zukunft.

Die FTC scheint entschlossen, zu verhindern, dass Microsoft seine Vormachtstellung bei Betriebssystemen und Bürosoftware auf den KI-Markt überträgt. Die Grenze zwischen innovativer Integration und monopolistischem Verhalten ist fließend – und genau diese muss die Behörde nun definieren.

Weitreichende Folgen für den globalen KI-Markt

Die Ermittlungen sind ein Weckruf für die gesamte Tech-Branche. Sie zeigen, dass Aufseher weltweit die Machtkonzentration bei einigen Tech-Giganten mit Sorge betrachten. Das Ergebnis könnte wegweisende Regeln für den Vertrieb von KI-Tools setzen.

Für deutsche und europäische Unternehmen hat die Entwicklung große Bedeutung. Die Produktivitätsvorteile von Copilot sind verlockend. Doch die strategische Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter und ein eingeschränkter Wettbewerb bergen erhebliche Risiken. Die Reise in das KI-Zeitalter wird für Microsoft und seine Kunden nun unerwartet holprig.

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