Microsoft Copilot: Unternehmen erhalten Kontrolle über KI in Windows 11
17.01.2026 - 10:24:12Microsoft ermöglicht IT-Abteilungen erstmals, die Consumer-Version der KI-Anwendung von verwalteten Firmengeräten zu entfernen – eine direkte Reaktion auf strenge EU-Datenschutzvorgaben.
Die Neuerung, die aktuell im Windows 11 Insider Preview getestet wird, beantwortet langjährige Forderungen von Compliance-Beauftragten und IT-Leitern. Bisher war die KI-Anwendung auf Geschäftsrechnern oft ein obligatorischer und potenziell risikobehafteter Bestandteil. Mit der neuen Gruppenrichtlinie RemoveMicrosoftCopilotApp erhalten Administratoren nun ein Werkzeug, um die Standardversion von Copilot gezielt zu deinstallieren.
Neue Gruppenrichtlinie gibt IT die Kontrolle zurück
Seit Mitte Januar 2026 testet Microsoft in den Dev- und Beta-Kanälen eine spezielle Einstellung. Sie erlaubt es, die Consumer-Version von Copilot von Windows-11-Geräten der Editionen Enterprise, Pro und Education zu entfernen. Die Richtlinie findet sich im Group Policy Editor unter Benutzerkonfiguration > Administrative Vorlagen > Windows KI > Microsoft Copilot-App entfernen.
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Für Branchenbeobachter ist dies eine klare Reaktion auf den Druck europäischer Unternehmen. Vor allem die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und der neue EU-KI-Gesetz verlangen eine lückenlose Kontrolle über KI-Tools im Unternehmensnetzwerk. Die Möglichkeit, nicht genehmigte Anwendungen zu entfernen, hilft Firmen, ihr „Schatten-KI“-Risiko zu minimieren – also die unbemerkte Nutzung nicht konformer KI für sensible Aufgaben.
Strikte Bedingungen erschweren die Deinstallation
Die neue Freiheit unterliegt jedoch strengen Auflagen. Es handelt sich nicht um einen einfachen Ausschalter, sondern um ein Bereinigungstool für inaktive Software. Die automatische Deinstallation erfolgt nur, wenn drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind:
- Doppelte Installation: Auf dem Gerät müssen sowohl der kostenpflichtige Microsoft 365 Copilot (Enterprise-Version) als auch der standardmäßige Microsoft Copilot (Consumer-Version) installiert sein.
- Systemseitige Bereitstellung: Die App darf nicht manuell vom Nutzer installiert worden sein. Ein Download aus dem Microsoft Store blockiert die Entfernung.
- 28 Tage Inaktivität: Die App muss mindestens 28 Tage lang nicht genutzt worden sein, bevor die Richtlinie angewendet wird.
Gerade die 28-Tage-Regel könnte in der Praxis zum Problem werden. Da Copilot oft automatisch beim Start ausgeführt oder durch Tastenkombinationen wie Windows + C aktiviert wird, lässt sich die Inaktivitätsphase leicht unterbrechen. Das verhindert womöglich die automatische Bereinigung.
Microsoft trennt Consumer- von Enterprise-KI
Der Schritt unterstreicht eine zentrale strategische Weichenstellung bei Microsoft: die strikte Trennung zwischen KI für Privatanwender und für Unternehmen.
Die öffentliche „Microsoft Copilot“-App gilt als Compliance-Risiko. Daten, die in diese öffentlichen Modelle fließen, genießen nicht den gleichen Schutz wie innerhalb des Microsoft-365-Ökosystems. Die Enterprise-Version „Microsoft 365 Copilot“ hingegen unterliegt den „Enterprise Data Protection“-Zusagen. Firmendaten werden hier nicht zum Training öffentlicher Modelle verwendet und verbleiben in der kontrollierten Compliance-Umgebung.
Sicherheitsexperten begrüßen die Möglichkeit, die Consumer-App zu entfernen. Sie senkt das Risiko eines versehentlichen Datenlecks, wenn Mitarbeiter vertrauliche Dokumente in die falsche KI-Oberfläche einfügen.
Ausblick: KI-Compliance wird zur Chefsache
Das Update trifft den Nerv der Zeit. IT-Compliance entwickelt sich zur strategischen Kernaufgabe, angetrieben durch den EU-KI-Gesetz. Unternehmen müssen jedes KI-System in ihrer Infrastruktur dokumentieren und kontrollieren können.
Die neue Richtlinie hilft europäischen Firmen auch, Betriebsvereinbarungen mit dem Betriebsrat einzuhalten. Diese verlangen häufig eine ausdrückliche Genehmigung für Software mit KI-Unterstützung oder Mitarbeiterüberwachung.
Aktuell befindet sich die RemoveMicrosoftCopilotApp-Richtlinie in der Testphase. Ein offizielles Veröffentlichungsdatum für alle Nutzer steht noch nicht fest. Übliche Bereitstellungszyklen legen nahe, dass die Funktion im Laufe des Jahres 2026 in einem Feature-Update für alle verfügbar werden könnte. Bis dahin sollten IT-Abteilungen prüfen, welche Copilot-Versionen in ihrem Netzwerk im Einsatz sind, und ihre Gruppenrichtlinien für den Rollout vorbereiten.
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